Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse der letzten Woche

Montag, 30. März 2009

Bund steigt bei Hypo Real Estate (HRE) ein. Der Bund übernimmt 8,7 Prozent des maroden Immobilienfinanzierers. Dies bedeutet den ersten Schritt auf dem Weg zur vollständigen Übernahme.

www.hre.de/…

Präsident Obama bestimmt Kurs bei GM: Die amerikanische Regierung greift beim Autokonzern General Motors mit einem spektakulären Führungswechsel durch: Auf Druck Washingtons tritt Vorstandschef Rick Wagoner mit sofortiger Wirkung zurück. Der Konzern benannte zugleich einen Nachfolger: Der bisherige Finanzvorstand Fritz Henderson soll die Konzernspitze übernehmen.

http://media.gm.com/…

Dienstag, 31. März 2009

Ansturm auf Abwrackprämie im Internet. Die Einführung des neuen Antragsverfahrens im Internet löste einen Ansturm auf die Internetseite des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) aus.

Aktienmärkte im Sinkflug. Weltweit verloren die Aktienmärkte zu Wochenbeginn an Punkten, der Deutsche Aktienindex DAX verlor 5,1 Prozent und fiel damit unter die 4000-Punkte-Marke. Vor allem die Auto- und Finanzaktien brachen ein. Die Erholung hat bereits begonnen.

www.dax.de

Obama greift in der Autoindustrie durch. Chrysler und GM räumt Obama eine letzte Chance ein und verlängerte das Ultimatum für mögliche Finanzhilfen um 30 bzw. 60 Tage. Beide Firmen sollen ihre Rettungspläne überarbeiten. Die Entscheidung Obamas löste an den Weltbörsen einen Kursrutsch aus. Die Aktie der deutschen Daimler AG verlor mehr als acht Prozent. Die Große Koalition hat nun länger Zeit eine Entscheidung bezüglich Opel zu fällen.

http://www.whitehouse.gov/blog/09/03/30/GM-and-Chrysler/

Merkel besucht Opel-Werk. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt Opel staatliche Bürgschaften in Aussicht, es gelte jedoch “einen Investor zu finden, der eine langfristige Basis aufbaut und der an Opel glaubt”. Gegenüber einer direkten staatlichen Beteiligung zeigte sich die Kanzlerin skeptisch, der Staat sei noch nie der beste Unternehmer gewesen, so Merkel und distanzierte sich hiermit deutlich von den Aussagen Frank-Walter Steinmeiers. Merkel stellte auch klar, dass es keine völlige Loslösung Opels vom Mutterkonzern GM geben könne: „Wir brauchen GM – aber GM braucht auch Opel”.

Rede der Bundeskanzlerin bei Opel

Mittwoch, 1. April 2009

Frühling bringt keine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt – Kurzarbeit verhindert noch höhere Arbeitslosenzahlen. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im März auf 3,6 Millionen, die Quote beträgt jetzt 8,6 Prozent. Die ansonsten übliche Frühjahrsbelebung wurde dieses Jahr vom konjunkturellen Abschwung überlagert. Einen noch drastischeren Anstieg der Arbeitslosenzahlen konnte die Kurzarbeit verhindern.

www.arbeitsagentur.de/…

G 20 Länder treffen sich in London. Die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen sich auf strengere Regeln für die Weltfinanzmärkte verständigen. Banken sollen stärker reguliert und der Internationale Währungsfonds (IWF) gestärkt werden.

http://www.londonsummit.gov.uk/en/summit-aims/summit-progress/

Donnerstag, 2. April 2009

G20 vereinbaren konkrete Schritte. Entgegen mancher Skepsis konnten sich die G20 in London auf konkrete Schritte zur Bewältigung der weltweiten Finanzkrise verständigen. Dies ist insofern bemerkenswert, als dieses Forum zwar schon seit Jahren existierte, doch bislang nicht recht wahrgenommen wurde, nicht zuletzt deswegen, weil die dort vertretenen Industrie- und Schwellenländer aufgrund ihrer Unterschiede oft keinen gemeinsamen Nenner fanden.

Neben dem Bekenntnis zu enger Zusammenarbeit bei der Krisenbewältigung, Freihandel und Umweltschutz verständigten sich die G 20 auf folgende konkreten Punkte:

  • Errichtung eines Financial Stability Boards (FSB) zur Krisenprävention
  • Aufsicht über für das Finanzsystem wichtige Hedge Fonds
  • Maßnahmen gegen nicht-kooperative Rechtsordnungen, insbes. „Steueroasen”
  • Verbesserung und Standardisierung der Bilanzierungsregeln
  • Aufsicht über Ratingagenturen, insbes. zur Vermeidung von Interessenkonflikten
  • Reform und Kapitalerhöhung für den Internationalen Währungsfonds
  • Wiederaufnahme der Doha-Verhandlungen
  • VN-Konferenz zum Klimawandel in Kopenhagen im Dezember soll ein Ergebnis erreichen

Beim nächsten G 20 Gipfel – noch vor Ende 2009 – sollen die Fortschritte überprüft werden.

Bundesregierung zu den Ergebnisse des G-20

Leaders Statement: The Global Plan for Recovery and Reform - London, 2 April 2009 (PDF)

Leitzins für die Euro-Zone auf historisches Tief gesenkt. Die Europäische Zentralbank (EZB)senkt den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent.

http://www.ecb.int/press/pr/date/2009/html/pr090402.de.html

Boom auf dem deutschen Automarkt – Abwrackprämie macht es möglich. Der Inlandsabsatz der Neuzulassungen stieg im März um 40 Prozent (401.000 Stück). Im ersten Quartal wuchs der deutsche Pkw-Markt um 18 Prozent auf über 868 000 Fahrzeuge. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) korrigierte angesichts der guten Zahlen seine Prognose für das Gesamtjahr nach oben und erwartet nun einen Inlandsabsatz deutlich über dem Vorjahresniveau von 3,09 Millionen Autos. Das Exportgeschäft brach demgegenüber um 25 Prozent ein.

Der Ansturm auf die Abwrackprämie geht unterdessen unverändert weiter. Beim zuständigen Bundesamt lagen zum 2. April über 1,1 Millionen Anträge vor.

http://www.vda.de/de/meldungen/news/20090402-1.html

http://www.bafa.de/…

Freitag, 3. April 2009

Wirtschaftskrise lässt DAX-Vorstandsbezüge erstmals deutlich sinken. Nach Berechnungen der Beratungsgesellschaft Towers Perrin sind die Bezüge der DAX-30-Chefs im vergangenen Jahr um 24 Prozent gefallen. Am besten verdiente nach Berichten der Süddeutschen Zeitung Siemens-Chef Peter Löscher. 8,54 Millionen Euro bezog der vom Pharma-Konzern Merck nach München gewechselte Manager in seinem ersten vollen Jahr an der Spitze des größten deutschen Industriekonzerns.

http://www.towersperrin.com/…

Gehälter der DAX-Chefs


Ein Kommentar für “Rückblick 30. März – 3. April 2009”

  1. 1. Heide schrieb:

    8,54 Millionen für einen im Jahr sind einfach unverschämt. Soviel kann man gar nicht besser sein als der normale Angestellte bei Siemens. Ein Gutverdienender (70.000 € pro Jahr) muss dafür 120 (!) Jahre arbeiten. Herr Löscher ist doch nicht 120mal besser als sein Angestellter, oder?