Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse der letzten Woche
Samstag, 4. April 2009
Nach einem Treffen der Finanzminister der Europäischen Union in Prag haben sich die EU-Länder grundsätzlich auf ein Europäisches System für Finanzaufsicht verständigt, gab EU-Währungskommissar Joaquín Almunia bekannt. Nach den Vorstellungen der EU-Kommission muss das neue System bereits vor Ende 2010 einsatzbereit sein. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) zweifelt allerdings daran, ob der sehr ehrgeizige Zeitplan angesichts vieler noch zu klärender Detailfragen einzuhalten sei. Die EU-Kommission will konkrete Schritte für die Reform der Finanzaufsicht innerhalb der nächsten zwei Monate vorlegen.
http://www.eu2009.cz/event/1/422/
Sonntag, 5. April 2009
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht die Kreditversorgung der deutschen Wirtschaft in Gefahr. “Die Liquiditätsklemme verschärft die Krise”, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf in Berlin. Er mahnte eine unverzügliche Lösung für hochriskante Papiere in den Bankbilanzen an. Der Kreditfluss unter den Banken müsse wieder hergestellt werden. Das gehe nur durch eine nachhaltige Bereinigung der Bankbilanzen. Die Banken stünden in der Hauptverantwortung.
Montag, 6. April 2009
Der US-Autokonzern Ford ist beim Abbau seines Schuldenberges einen großen Schritt vorangekommen. Durch Vereinbarungen mit Gläubigern sinke die Schuldenlast um 9,9 Milliarden Dollar (7,4 Milliarden Euro) oder weit über ein Drittel, teilte der Konzern am Montag mit. Anders als General Motors (GM) und Chrysler kommt Ford trotz Milliardenverlusten bislang ohne staatliche Finanzhilfen aus.
Dienstag, 7. April 2009
Bundespräsident Horst Köhler hat keine Bedenken gegen das Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz und unterzeichnete das Gesetz, damit es im Bundesgesetzblatt verkündet werden kann. Er macht damit endgültig den Weg frei für eine Verstaatlichung der Hypo Real Estate (HRE).
Amtliche Funktionen des Bundespräsidenten
http://www.bundespraesident.de/…
Bundesgesetzblatt
http://frei.bundesgesetzblatt.de/index.php?teil=I&jahr=2009
Mittwoch, 8. April 2009
Die Geschäftsführung des Osnabrücker Autobauers Karmann hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Karmann ist nach Angaben der Geschäftsführung im Kern sanierungsfähig und praktisch frei von Bankkrediten. Der Zusammenbruch des Automobilmarktes einerseits und der Sozialplan andererseits seien in ihrer Summe allerdings Belastungen, die die Finanzierungskraft des Unternehmens überstiegen, hieß es.
Karmann hatte erst Anfang März die Entlassung von 1340 der derzeit 3315 Beschäftigten angekündigt und das vor allem mit der Stilllegung des Fahrzeugbaus begründet.
Donnerstag, 9. April 2009
Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) hat den Banken bereits 152 Milliarden Euro an Hilfen bewilligt. Dabei entfielen 133 Milliarden Euro auf Garantien und 19 Milliarden Euro auf die Vergabe von Eigenkapital, wie der Fonds am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Beantragt worden seien bislang insgesamt 212 Milliarden Euro, zudem gebe es mehr als 20 Voranfragen.
http://www.soffin.de/presse.php?sub=5
Freitag, 10. April 2009
Cash for Clunkers – Bares für Rostlauben. Dem US-Kongress liegen Gesetzentwürfe vor, die nach dem Vorbild der deutschen Umwelt- bzw. Abwrackprämie Schecks über bis zu 5.000 US-Dollar vorsehen. Berechnungen der US-Autoindustrie zufolge könnten durch das Programm 500 000 bis 1,5 Millionen Wagen einen neuen Besitzer finden.
http://www.autobloggreen.com/2009/03/18/…
Samstag, 11. April 2009
Etwa 100 deutsche Anleger der zusammengebrochenen isländischen Kaupthing-Bank haben vor dem Bundesfinanzministerium und dem Bundeskanzleramt demonstriert. Die deutschen Anleger der isländischen Bank, die nicht dem deutschen Einlagesicherungsfonds angehört, müssen seit mehreren Monaten auf die Freigabe ihrer Einlagen warten. Kaupthing hatte die deutschen Kunden mit höheren Zinsen angelockt.
Sonntag, 12. April 2009
Deflation oder Inflation? Was droht angesichts der weltweiten Milliarden zur Stabilisierung der Konjunktur? Es herrscht Uneinigkeit bei den Ökonomen. Aktuelle Beispiele: Im Gespräch mit dem Handelsblatt warnt der Wirtschaftsweise Peter Bofinger vor einem “ausgeprägtem Deflationsrisiko”. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde keine Inflation in der Euro-Zone zulassen. “Die von ihr derzeit den Banken zusätzlich zur Verfügung gestellte Liquidität kann sie innerhalb eines Monats wieder vollständig aus dem Kreislauf zurückziehen”, erläuterte der Ökonom.
Anders dagegen der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann. Er schätzt die Lage als “brandgefährlich” ein. Er sieht “mit großer Wahrscheinlichkeit” eine Inflation, die Frage sei “nur wann und wie stark”.
http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/…


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