Rückblick

Rückblick vom 20. bis 26. Juni 2009

blogfraktion | 2.07.2009 | 09:22 | Kommentare deaktiviert

Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse der letzten Woche

Sonnabend, 20. Juni 2009

Mit dem Zusammenbruch von drei weiteren, zumeist kleineren Geldhäusern ist die Zahl der Banken-Pleiten in den USA in diesem Jahr auf 40 gestiegen. Wie die staatliche Einlagensicherung FDIC in Washington mitteilte, mussten am Freitag die Bank of Anthony im US-Bundesstaat Kansas, die Cooperative Bank in North Carolina und die Southern Community Bank in Georgia dichtgemacht werden. Im gesamten vergangenen Jahr waren im Zuge der Finanzkrise 25 US-Banken geschlossen worden. Bei der zuletzt zusammengebrochenen Bank of Anthony handelte es sich mit einer Bilanzsumme von knapp 157 Millionen Dollar um ein sehr kleines Institut. Die Southern Community Bank verfügte über Kundeneinlagen in Höhe von 307 Millionen Dollar und eine Bilanzsumme 377 Millionen Dollar. Schwerer wog da die Pleite der Cooperative Bank aus North Carolina, die laut FDIC eine Bilanzsumme von 970 Millionen Dollar aufwies.

http://www.fdic.gov/news/news/press/2009/pr09096.html

Montag, 22. Juni 2009

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich weiter auf. Der ifo-Geschäftsklima-Index verbesserte sich im Juni von 84,3 Punkten auf 85,9 Punkte, wie das ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Montag in München mitteilte. Das ist der dritte Anstieg in Folge – traditionell wird dies von Ökonomen als Trendwende beim ifo-Index gesehen. Der Anstieg fiel noch deutlicher aus als von Experten erwartet. “Der Pessimismus der Befragungsteilnehmer hinsichtlich der Entwicklung im kommenden halben Jahr hat weiter abgenommen”, hieß es von ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

http://www.cesifo-group.de/…

Die Deutsche Bundesbank hat jedoch die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise erneut gedämpft. Zwar scheine mit Beginn des Frühjahrs die “rezessive Grundtendenz der deutschen Wirtschaft spürbar nachgelassen zu haben”, schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht Juni. Doch die Signale für eine Aufhellung der Auslandsnachfrage seien “insgesamt noch schwach”, die Binnennachfrage leide unter der abnehmenden Neigung zu Investitionen. Getragen werde die “zaghafte Verbesserung der Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft weiterhin ausschließlich von der Erwartungskomponente”, während die aktuelle Geschäftslage bis zuletzt sehr ungünstig eingestuft worden sei. Die Bundesbank erwartet, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2009 um 6,2 Prozent einbricht und es erst 2010 besser wird.

http://www.bundesbank.de/… (PDF)

Die globale Wirtschaftskrise und Finanzmarktschwäche wirken sich nach Angaben der Weltbank dramatisch auf die ärmeren Länder aus. Nach einer Prognose der Organisation wird das Wirtschaftswachstum der Entwicklungsländer in diesem Jahr nur noch 1,2 Prozent betragen. Im vergangenen Jahr betrug die Wachstumsrate noch 5,9 Prozent, vor zwei Jahren 8,1 Prozent. Ohne China und Indien schrumpft demnach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Entwicklungsländern voraussichtlich sogar um 1,6 Prozent. Zudem fließt immer weniger internationales Kapital in die einkommensschwachen Länder, wie die Weltbank am Montag in ihrem Jahresbericht zu den Außenfinanzierungsaussichten der Entwicklungs- und Schwellenländer mitteilte.

http://web.worldbank.org/…

Dienstag, 23. Juni 2009

Nach Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sanken die Reallöhne im ersten Quartal 2009 um 0,4% im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dies ist das Ergebnis des erstmalig berechneten Reallohnindex, bei dem die Entwicklung der Verdienste der Preisentwicklung gegenüber gestellt wird. Das Sinken der Reallöhne resultiert hauptsächlich aus dem schwachen Anstieg der Verdienste (+ 0,4%). Ursache dafür war vor allem der Rückgang der Sonderzahlungen, die im Vergleich zum ersten Quartal 2008 um 7,9% abnahmen. Die Grundvergütung, das heißt die Bruttomonatsverdienste ohne Sonderzahlungen, stieg im gleichen Zeitraum um 1,5%.

http://www.destatis.de/…

Mittwoch, 24. Juni 2009

Nach dem stärksten Konjunktureinbruch der Nachkriegsgeschichte sieht die OECD erste Anzeichen einer Erholung. In den USA und Japan werde die Rezession voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres ein Ende haben, prognostizieren die Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem am Mittwoch in Paris vorgelegten Wirtschaftsausblick. Deutschland könne 2010 mit einer allmählichen Belebung der Wirtschaftstätigkeit rechnen. “Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben wieder etwas zugenommen, und der Rückgang der Industrieproduktion schwächt sich ab”, heißt es im Bericht. Für die Eurozone prognostizieren die Konjunkturexperten jetzt im Jahr 2009 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,6 Prozent. Die USA müssen mit einem Einbruch von 1,7 Prozent rechnen. Japans Wirtschaft könnte laut OECD um 3,6 Prozent abstürzen. Die vorherigen Schätzungen hatten mit minus 4,1 Prozent für die Eurozone, minus 4,0 Prozent für die USA und minus 6,6 Prozent für Japan weitaus schlechter ausgesehen. In Deutschland geht die OECD für 2009 von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,1 Prozent aus. Für 2010 wird ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent erwartet.

Wenig hoffnungsvoll sind OECD-Prognosen für den Arbeitsmarkt – sie konnten im Vergleich zum vorherigen Bericht nicht wesentlich korrigiert werden. Die Zahl der Menschen ohne Job in Deutschland werde im Verlauf dieses und des nächsten Jahres voraussichtlich erheblich steigen. Für Ende 2010 rechnet die OECD mit einer Arbeitslosenquote von 11,8 Prozent. Das entspricht 5,1 Millionen Menschen ohne Job.

http://www.oecd.org/…

Die deutsche Wirtschaft steht nach Ansicht von Insolvenzverwaltern vor der größten Pleitewelle der Nachkriegszeit. Nach einer am Mittwoch in Hamburg veröffentlichten Umfrage der Kreditversicherung Euler Hermes und des Zentrums für Insolvenz und Sanierung an der Universität Mannheim (ZIS) erwarten fast zwei Drittel der Insolvenzverwalter, dass der bisherige Höchstwert von 39.320 Firmenpleiten im Jahr 2003 in der Krise etwas oder deutlich überschritten wird. Dabei sei rund ein Drittel der Insolvenzen auf die Finanzkrise zurückzuführen. Befragt wurden 107 der wichtigsten deutschen Insolvenzverwalter, die knapp 21.000 Verfahren betreuen.

http://www.eulerhermes.de/de/presse/presse_20090624_00100106.html

Donnerstag, 25. Juni 2009

Die schlechte Auftragslage am Bau hat die Zahl der Beschäftigten in der Branche auf ein neues Rekordtief sinken lassen. Nach am Donnerstag vorgestellten Zahlen des Statistischen Bundesamtes arbeiteten im April 688 000 Menschen in den deutschen Hoch- und Tiefbaufirmen, das waren 2,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Das ist der niedrigste Stand in einem April seit der Wiedervereinigung. Die Auftragslage verschlechterte sich im April weiter: Im Tiefbau stieg der Auftragswert zwar um 4,1 Prozent. Da gleichzeitig aber die Geschäfte im Hochbau deutlich schlechter gingen (-25,9 Prozent), ergab sich für die Branche ein Auftragsminus von 12,3 Prozent. Der Abschwung hat sich aber abgeschwächt: Auf die ersten vier Monate gerechnet waren die Aufträge 15,2 Prozent weniger wert als 2008.

http://www.destatis.de/…

Deutschland wird laut einer Studie nach der Weltwirtschaftskrise wieder deutlich vom Welthandel profitieren. Es dauere aber noch drei bis vier Jahre, bis der Wert der Exporte wieder das Niveau von 2008 erreiche, sagte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, am Donnerstag zur Vorstellung einer Untersuchung zum Welthandel in Berlin. Der Außenhandelsverband BGA mahnte, zur Überwindung der Krise müsse die Versorgung der Unternehmen mit Krediten sichergestellt sein. Im Spätsommer drohe eine massive Kreditklemme, sagte BGA-Präsident Anton Börner. Der Verband vertritt vor allem die Interessen großer Exportunternehmen. Wenn die Zahl der Beschäftigten stabil gehalten werden solle, seien gesicherte, langfristige Finanzierungen unverzichtbar, sagte Börner. Nach Einschätzung von Walter erholt sich die Wirtschaft weltweit und in Deutschland allmählich im Jahr 2010.

http://www.dbresearch.de/… (PDF)


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