Rückblick
Rückblick vom 1. bis 5. September 2009
blogfraktion | 15.09.2009 | 10:03 | Kommentare deaktiviert
Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse der letzten Zeit:
Dienstag, 1. September 2009
Die Zahl der Arbeitslosen ist im August fast unverändert geblieben. Die Zahl der Menschen ohne Arbeit stieg im Vergleich zum Juli leicht um 9.000 auf 3,472 Millionen. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Wesentlich zur moderaten Entwicklung in Deutschland hat das Kurzarbeitergeld beigetragen. Auch die staatlichen Konjunkturprogramme würden helfen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Interview mit dem Bayrischen Rundfunk. Merkel äußerte die Hoffnung, dass der Arbeitsmarkt auch weiterhin stabil bleibe. Viele Unternehmen würden ihre Pläne zum Beschäftigungsabbau korrigieren.
http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Artikel/2009/09/2009-09-01-arbeitsmarktzahlen.html
Das zahlungsunfähige Billigkaufhaus Woolworth verkauft rund 100 Filialen an zwei Einzelhandelsketten. Die entsprechenden Verträge seien bereits unterzeichnet, teilte Insolvenzverwalter Ottmar Hermann am Dienstag in Frankfurt mit. Weitere Verträge würden bald folgen, bis zum Herbst will Woolworth 140 Läden übergeben. Die Namen der Interessenten im laufenden Bieterverfahren wollte Hermann nicht nennen. Insgesamt hat der Discounter 310 Filialen in ganz Deutschland. Die Käufer werden mehrere hundert Mitarbeiter übernehmen.
http://www2.nkd.com/deutsch/unternehmen/presse/0/327/details_48.htm
Der Lenkungsausschuss Unternehmensfinanzierung hat in seiner Sitzung beschlossen, Warenkreditversicherungen staatlich abzusichern und die Kreditversorgung der deutschen Wirtschaft durch Globaldarlehen der KfW zu verbessern. Dies soll eine mögliche Kreditklemme vermeiden. Es solle sichergestellt werden, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten genügend Finanzmittel zur Verfügung gestellt bekommen, um wichtige Projekte verwirklichen zu können. Es wurde sich darauf verständigt, dass hierzu bis zu zehn Milliarden Euro von der Staatsbank KfW als Darlehen an Banken vergeben werden, die damit Investitionen vor allem im Mittelstand finanzieren sollen.
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=311362.html
Eines der größten Insolvenzverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte ist eröffnet: Für die wichtigsten Gesellschaften des Handels- und Touristikriesen Arcandor hat das Essener Amtsgericht das Verfahren eröffnet. Damit steht dem Konzern voraussichtlich die Zerschlagung bevor. Zunächst laufen Verfahren für 15 Arcandor-Gesellschaften, darunter die Holding Arcandor AG sowie die Töchter Karstadt Warenhaus GmbH und die Versandhandelsunternehmen Primondo GmbH und Quelle GmbH. Mit weiteren Verfahren sei zu rechnen. Insgesamt muss das Essener Gericht über rund 40 Einzelanträge entscheiden. Elf weitere Verfahren werden von anderen Gerichten bearbeitet. In der vergangenen Woche hatte das Amtsgericht Fürth bereits die Insolvenzverfahren für drei Quelle-Tochterunternehmen eröffnet. Ende August war das dreimonatige Insolvenzgeld ausgelaufen.
http://www.arcandor.de/de/ir/6648.asp
Mittwoch, 2. September 2009
Der staatliche Fördertopf für die sogenannte Abwrackprämie ist leer. Knapp acht Monate nach Einführung der Umweltprämie im Rahmen des Konjunkturpakets II ist die Summe von fünf Milliarden Euro verbraucht, wie das zuständige Bundesamt für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft (Bafa) mitteilte. Von dem Programm haben knapp zwei Millionen Käufer vor allem kleinerer Autos profitiert. Die Summe von 2.500 Euro erhielten Autokäufer, die einen mindestens neun Jahre alten Wagen verschrottet und einen neuen gekauft hatten. Ökonomen werten die Maßnahme als großen Erfolg. Die Abwrackprämie sorgte für einen Ansturm bei den Autohändlern und half dem privaten Konsum kräftig auf die Beine.
http://www.bafa.de/bafa/de/pressemitteilungen/2009/26_umweltpraemie.html
Nach einem Einbruch zu Jahresbeginn hellen sich die Konjunkturaussichten in Europa wieder auf. Da die Wirtschaftslokomotiven Deutschlands und Frankreichs wieder in Fahrt kamen, stabilisierte sich die Wirtschaft der Eurozone mit 16 Ländern im zweiten Quartal wieder, berichtete die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg. Eurostat bestätigte frühere eigene Angaben, wonach die Euro-Wirtschaft im zweiten Quartal im Vergleich zu den drei Monaten zuvor nur noch um 0,1 Prozent schrumpfte nach minus 2,5 Prozent zuvor. Vor allem Konsumausgaben stärkten diesen positiven Trend.
http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/2-02092009-BP/EN/2-02092009-BP-EN.PDF
Donnerstag, 3. September 2009
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins nicht weiter gesenkt. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft bleibt auf dem historischen Tief von 1,0 Prozent, teilte die Notenbank nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit. Seit Mai verharrt der Leitzins wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf diesem Rekordtief. Niedrige Zinsen verbilligen Kredite für Verbraucher und Unternehmen und sollen der Wirtschaft einen Impuls geben. Ökonomen gehen davon aus, dass die Notenbank bis mindestens Mitte 2010 den Leitzins so niedrig halten wird. Grund dafür sind die anhaltend niedrigen Inflationsraten und Zweifel im EZB-Rat an der Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Erholung.
http://www.ecb.int/press/pr/date/2009/html/pr090903.de.html
Mit der Unterzeichnung der Verträge haben die Lufthansa und die österreichische Fluglinie Austrian Airlines (AUA) die Übernahme durch den deutschen Branchenriesen erfolgreich vollzogen. Damit wird die Lufthansa-Gruppe zur größten Fluggesellschaft Europas. Die Übernahme-Vereinbarung sei am Donnerstag in Schwechat bei Wien von Vertretern beider Airlines und der österreichischen Staatsholding ÖIAG unterzeichnet worden, sagte eine AUA-Sprecherin der dpa. Die ÖIAG verkauft ihre Anteile von rund 42 Prozent der Fluggesellschaft komplett an die Lufthansa.
Donnerstag, 4. September 2009
Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt sich zuversichtlich beim künftigen Ausstieg aus ihrer reichlichen Liquiditätsversorgung der Banken. Laut EZB-Präsident Jean-Claude Trichet dürfte die Rückführung der zahlreichen Maßnahmen reibungslos und sanft vonstattengehen. “Unsere unkonventionellen Maßnahmen wurden mit einer entsprechenden Ausstiegs-Strategie im Hinterkopf angelegt”, sagte Trichet am Freitag in Frankfurt. Einige Maßnahmen würden ohnehin mit der Zeit auslaufen. Darüber hinaus seien Volumen und Ausgestaltung der Operationen sorgfältig gewählt worden, so dass ein problemloser Ausstieg möglich sei.
http://www.ecb.int/press/key/date/2009/html/sp090904.en.html
Die Deutsche Post DHL streicht wegen der Insolvenz des Handelsunternehmens Arcandor insgesamt 560 Stellen. Betroffen seien 240 DHL-Stellen bei der Karstadt-Logistik in Unna und Holzwickede und weitere 320 DHL-Arbeitsplätze für Quelle, sagte ein Sprecher der Post am Freitag. Derzeit sei nicht davon auszugehen, dass es zu einem weiteren Stellenabbau komme. Ob die Maßnahme für die Sanierungspläne ausreiche, hänge letztlich von der Zukunft bei Karstadt und Quelle ab. Mit DHL ist die Post bisher größter Logistikpartner von Arcandor und wickelt einen Großteil der Lagerhaltung und des Warentransports für Karstadt und Quelle ab. Rund 3000 DHL-Beschäftigte arbeiten in der Logistik direkt für Arcandor. Weitere rund 1000 Post-Mitarbeiter aus dem Brief- und Paketbereich erledigen Aufträge etwa beim Versand von Katalogen und Paketen von Quelle.
Freitag, 5. September 2009
Die Abwrackprämie bringt einer Studie zufolge mehr für die Umwelt als von Kritikern vermutet. Nach einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) im Auftrag des Bundesumweltministeriums liegen der Spritverbrauch und der CO2-Ausstoß der knapp zwei Millionen geförderten Autos um rund 20 Prozent niedriger als bei den abgewrackten Autos. Bei den klassischen Luftschadstoffen seien es sogar teils bis zu 99 Prozent weniger, teilte das Ministerium am Samstag in Berlin mit.
http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/44906.php


Keine Kommentare für “Rückblick vom 1. bis 5. September 2009”