Politik

Rückblick vom 7. bis 20. September 2009

Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse der letzten Zeit:

Montag, 7. September 2009

Im Kampf gegen weltweite Finanzkrisen haben sich die führenden Zentralbanken auf strengere Regeln für die Aufsicht von Finanzinstituten geeinigt. Die am Sonntag in Basel erarbeiteten Vorschläge beinhalten neben höheren Kapitalanforderungen und Verschuldungsgrenzen auch Mindestanforderungen für die Liquidität bei Finanzierungsgeschäften sowie Rahmenbedingungen, um die Anfälligkeit von Banken bei Wirtschaftskrisen zu verringern.

http://www.bis.org/press/p090907.htm

Die angeschlagene HSH Nordbank hat vor dem Untersuchungsausschuss des Landtages in Kiel deutliche Schwächen im Risikomanagement eingestanden. “Fehlentwicklungen des Marktes hätten teilweise früher erkannt werden sollen”, sagte Chefjustiziar Wolfgang Gößmann. Deshalb sei nicht zum frühestmöglichen Zeitpunkt gegengesteuert worden. «Im Nachhinein sind vor allem Schwächen in der Geschäftsorganisation, dem Risikomanagement sowie in der Rechnungslegung dafür verantwortlich zu machen.» Gößmann bilanzierte: «Die HSH Nordbank hat die Finanz- und Wirtschaftskrise organisatorisch und prozessual nicht ausreichend bewältigen können».

http://www.landtag.ltsh.de/ausschuesse/1pua.html

Die Auftragseingänge in der Industrie sind vorläufigen Angaben zufolge im Juli preis- und saisonbereinigt erneut kräftig um 3,5 % angestiegen. Im Vormonat hatten sie abwärts revidiert um 3,8 % zugenommen. Das gute Ergebnis im Juli wurde durch überdurchschnittliche Großaufträge begünstigt. Die Inlandsnachfrage erhöhte sich dadurch um 10,3 %. Die Ordertätigkeit aus dem Ausland nahm demgegenüber um 2,3 % ab. Besonders dynamisch entwickelte sich weiterhin die Bestelltätigkeit bei den Herstellern von Vorleistungsgütern mit einer Zunahme um 5,2 %. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gingen 3,2 % mehr Aufträge ein, obwohl die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen einen Rückgang um 5,4 % verbuchen mussten. Die Konsumgüterproduzenten hatten ein weiteres Auftragsminus von 1,5 % zu verzeichnen.

http://www.bmwi.de/… (PDF)

Dienstag, 8. September 2009

Exportweltmeister Deutschland rappelt sich nach dem Absturz vom Jahresbeginn wieder auf. Nach monatelangen schlechten Zahlen springen die Ausfuhren deutlich an. Im Ferienmonat Juli verkauften die Exporteure deutsche Waren im Wert von 70,5 Milliarden Euro ins Ausland, das waren 2,3 Prozent mehr als im Monat zuvor, meldete das Statistische Bundesamt mit. Damit setzte sich der positive Trend vom Juni (plus 6,1 Prozent) fort. Wie groß der Rückstand aber immer noch ist, zeigt der Vergleich zum Vorjahr mit einem Minus von 18,7 Prozent. Die Importe blieben im Juli nahezu unverändert gegenüber dem Vormonat.

http://www.destatis.de/…

Mittwoch, 9. September 2009

Die Konjunktur in Deutschland hat sich nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) stabilisiert. Die Forscher erhöhten ihre Prognosen für dieses und für das nächste Jahr. Für 2009 rechnet das IfW nun mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4,9 Prozent, wie das Institut am Mittwoch in Kiel mitteilte. Bislang hatten die Experten mit einem Einbruch um 6,0 Prozent gerechnet. Für 2010 geht das IfW von einem Wachstum um 1,0 Prozent aus, nachdem bislang 0,4 Prozent veranschlagt wurden.

http://www.ifw-kiel.de/… (PDF)

Donnerstag, 10. September 2009

Opel soll nach monatelangem Tauziehen an den Autozulieferer Magna verkauft werden. Der bisherige Mutterkonzern General Motors (GM) kündigte am Donnerstag an, 55 Prozent der Opel- Anteile an den österreichisch-kanadischen Autozulieferer und dessen russischen Partner Sberbank zu verkaufen. Eine entsprechende Empfehlung habe der GM-Verwaltungsrat ausgesprochen, teilte GM Europe am Donnerstag mit. Weitere zehn Prozent soll die Belegschaft übernehmen. GM will demnach 35 Prozent an der neuen Gesellschaft «New Opel» halten.

http://www.bundesregierung.de/…

http://www1.opel.de/…
In den 16 Euro-Ländern geht es mit der Wirtschaft schneller aufwärts als erwartet. Das schreibt die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem Monatsbericht. Nach dem Absturz in diesem Jahr werde sich die Konjunktur bald stabilisieren und sich 2010 allmählich erholen. Die milliardenschweren staatlichen Konjunkturprogramme könnten stärker wirken als gedacht, die Exporte erholten sich und das Vertrauen an den Märkten könnte schneller wiederkehren. Die Notenbank erwartet nach ihrer jüngsten Prognose für 2010 ein kleines Wachstum von durchschnittlich 0,2 Prozent. Im laufenden Jahr werde die Wirtschaft voraussichtlich um etwa minus 4,1 Prozent einbrechen.

http://www.bundesbank.de/… (PDF)

Montag, 14. September 2009

Nach einem dramatischen Einbruch erholt sich die Konjunktur in Europa wieder. Die Konjunkturprogramme der EU-Staaten und die Reparatur des Finanzsektors müssten aber fortgesetzt werden, da das Wachstum schwach bleibe, teilte die EU-Kommission in Brüssel in einer aktuellen Konjunkturprognose mit. Die EU- Währungshüter rechnen unverändert damit, dass die Wirtschaft der Eurozone und der gesamten EU im laufenden Jahr jeweils um 4 Prozent schrumpfen wird, da der Einbruch zu Jahresbeginn schlimmer war als angenommen. Die Inflation bleibe auf sehr niedrigem Niveau.

http://ec.europa.eu/news/economy/090914_de.htm

Enttäuscht begehen von der Lehman-Pleite geschädigte Anleger den Jahrestag der Insolvenz. “Wir fordern nach wie vor die komplette Rückabwicklung der Zertifikate”, sagte Peter Kyritz von der Interessengemeinschaft (IG) Lehmangeschädigte in Frankfurt. Der Zusammenschluss organisiert am Dienstag in der Bankenstadt eine Demonstration, zu der mehrere hundert Teilnehmer erwartet werden. Mit dem Zusammenbruch der New Yorker Investmentbank am 15. September 2008 wurden die als hochrentabel verkauften Inhaberschuldverschreibungen über Nacht faktisch wertlos. Verbraucherschützer gehen von rund 40 000 Geschädigten allein in Deutschland aus.

http://www.lehman-zertifikateschaden.biz/…

Dienstag, 15. September 2009

Finanzmarktexperten sehen weiterhin positive Signale für die Konjunktur in Deutschland. Ihre optimistische Einschätzung im September hat sich im Vergleich zum August aber nur leicht verändert. Die Erwartungen stiegen um 1,6 auf 57,7 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Im August war der Indikator überraschend deutlich um 16,6 Punkte auf 56,1 Punkte gestiegen. Nun festigt sich ihre Einschätzung. Die 293 befragten Experten sehen in dem verbesserten Welthandel Chancen für steigende Exporte in Deutschland. Auch für den privaten Konsum sind sie laut ZEW optimistischer geworden – obwohl die Abwrackprämie ausläuft und eine steigende Arbeitslosigkeit zu erwarten sei.

http://www.zew.de/…

Donnerstag, 17. September 2009

Die deutsche Wirtschaft hat den Einstieg in die konjunkturelle Wende geschafft. Nach einem leichten Plus im zweiten Quartal wird sich die gesamtwirtschaftliche Leistung nach den vorliegenden Indikatoren auch im dritten Quartal weiter erhöhen. Die dramatische konjunkturelle Talfahrt im letzten Winterhalbjahr hat damit in Deutschland – nicht zuletzt auch auf Grund des schnellen und umfassenden Gegensteuerns durch zwei Konjunkturpakete – ein Ende gefunden.

http://www.bmwi.de/…


Freitag, 18. September 2009

Als Erfolgsmodell im Konjunkturpaket II bezeichnete der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg, das im Rahmen der Konjunkturmaßnahmen der Bundesregierung für 2009 und 2010 um 900 Mio. Euro deutlich aufgestockte und erweiterte Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). “Dieses Programm stößt weiterhin auf eine enorme Nachfrage der mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Die innovativen KMU nutzen die Möglichkeiten des technologie- und branchenoffenen ZIM, um auch künftig mit neuen Produkten und Verfahren im Wettbewerb bestehen zu können und in Krisenzeiten wissenschaftlich-technisches Personal im Unternehmen zu halten.”

http://www.bmwi.de/…

Samstag, 19. September 2009

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich von rund einem Achtel seiner Goldreserven trennen und 403,3 Tonnen des Edelmetalls verkaufen. Mit dem Erlös – bei derzeitigem Goldpreis etwa 13 Milliarden Dollar (8,8 Mrd Euro) – solle der Währungsfonds unabhängiger bei der Finanzierung seiner Aufgaben werden, teilte der IWF mit. Ein Teil des Geldes solle für Kredite an arme Länder verwendet werden. Der Verwaltungsrat der Organisation stimmte dem Verkauf am Freitag (Ortszeit) in Washington zu.

http://www.imf.org/external/np/sec/pr/2009/pr09310.htm

Sonntag, 20. September 2009

Die Marke von 100 Bankenpleiten in den USA in diesem Jahr rückt immer näher. Mit zwei weiteren Schließungen zum Wochenende stieg die Zahl der seit Jahresbeginn dichtgemachten Banken auf 94. Der Druck auf die Einlagensicherungsbehörde FDIC steigt damit weiter. FDIC-Chefin Sheila Bair schloss bereits nicht aus, dass die Behörde sich Geld von der Regierung leihen muss.

http://www.fdic.gov

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