Zwei Prozent mehr BAföG und die Hochschulen als unverhoffte Gewinner
Michael Kretschmer | 7.10.2010 | 16:46 | 2 Kommentare
Studierende in Deutschland bekommen rückwirkend zum 1. Oktober 2010 mehr Geld, die BAföG-Erhöhung kommt wie vom Bundestag beschlossen. Die Bedarfssätze steigen damit um zwei Prozent, die Einkommens-Freibeträge um drei Prozent. Der Förderungshöchstsatz liegt dann bei 670 Euro im Monat. Darauf haben sich Bund und Länder im Vermittlungsausschuss verständigt.
Glückliche Gewinner der Verhandlungen im Vermittlungsausschuss sind unverhofft auch die Hochschulen selbst: Sie erhalten ab nächstem Jahr so genannte Programmpauschalen, wenn sie erfolgreich Forschungsfördermittel vom Bund einwerben. Damit löst sich zumindest teilweise ein großes Problem: Die erfolgreichsten Hochschulen siegen sich derzeit buchstäblich zu Tode, weil sie mit zunehmenden Drittmitteleinnahmen Opfer ihres eigenen Erfolges werden. Da die Förderung nie zu 100 Prozent die tatsächlichen Kosten des Projekts abdeckten, entschied häufig nicht allein die Kompetenz der Wissenschaft über die Vergabe von Forschungsprojekten, sondern auch die Belastbarkeit der Grundfinanzierung der einzelnen Hochschule. Die Vollkostenfinanzierung ist ein Meilenstein in der deutschen Wissenschaft. Das werden sehr bald auch jene einsehen, die diesen klugen Vorstoß von Bundesforschungsministerin Annette Schavan heute noch kritisieren. Die Hochschulen sind eindeutig die Gewinner dieser neuen Programmpauschalen.


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