Internet-Unternehmensgründungen in Deutschland
Stephan Uhrenbacher | 10.05.2011 | 07:37 | 1 Kommentar
“Existenzgründungen in der IT-Branche” war der Titel des öffentlichen Expertengespräches, (PDF) das der Unterausschuss Neue Medien des Ausschusses Kultur und Medien des Deutschen Bundestages am 09. Mai 2011 veranstaltete.
Stephan Uhrenbacher, Gründer der Bewertungsplattform Qype, schreibt dazu hier in unserem Blog. Er ist heute mit seiner Holding Upspring vor allem aktiv als Unternehmer und Investor im Mobile- und Onlinebereich. Dabei legt er Wert auf Projekte, die “Sinn machen” – die das tägliche Leben vereinfachen oder nachhaltig sind. Derzeit arbeitet er am Aufbau der Plattform 9flats.com, auf der Nutzer anderen Nutzern für einen gewissen Zeitraum ihre privaten Vier Wände in aller Welt anbieten können.
Der Unterausschuss wollte von Stephan Uhrenbacher und den anderen Experten u. a. wissen, warum Deutschland weniger innovative Unternehmensgründungen vorzuweisen hat als andere Länder, insbesondere die USA. Während deutsche Konzerne industrieller Prägung häufig weltweite Marktführerwurden, beschränken sich Gründungen aus Deutschland häufig darauf, reine „Me too“-Produkte zu sein, deren Geschäftsmodell das Besetzen eines Marktes zum Zweck des späteren Verkaufs an den Weltmarktführer zu sein scheint. Offensichtlich wird in Deutschland weniger “Wagnis-Kapital” (Venture Capital) investiert – also Eigenkapital, das ohne Sicherheiten und für eine Beteiligung am Unternehmen auf Zeit, vergeben wird.
Die Analyse der negativen Faktoren bildet auch für uns die Basis – doch wir wollten von Stephan Uhrenbacher andersherum wissen, ob es in Deutschland nicht auch besonders positive Rahmenbedingungen für IT-Unternehmensgründungen und die Vergabe von Risikokapital gibt. Hier sein Beitrag:
Anlässlich dieser Sitzung wurde ich von beiden großen Volksparteien gebeten jeweils einen Blogbeitrag zu verfassen. Ich gehöre keiner Partei oder Lobby an, aber stelle gerne meinen Standpunkt als Internet-Unternehmer dar.
Das Silicon Valley geniesst nach wie vor eine quasi-Monopolstellung im Consumer Internet und auch schon im Mobile Web. Die großen: Apple, Google, Facebook und viele neuere Startups von Twitter über Groupon dominieren den Markt. Das Ganze passiert in einer unglaublichen Geschwindigkeit: Von den genannte fünf Unternehmen existierten vier vor 10 Jahren noch gar nicht. Wir in Deutschland sind mehr oder weniger bekannt für’s Abkupfern. Ein Zustand der vielleicht vergleichbar ist mit der Autoindustrie in den 70ern bevor sie mit Lexus und Co. den deutschen Originalen das Fürchten lehrten.
Soweit die Ausgangssituation, die trotz positiver Ausnahmen die Realität darstellt.
Unternehmertum ist die sinnvolle Kombination von Menschen mit Fähigkeiten und Kapital. Wie diese Kombination von Statten geht, darüber gibt es völlig unterschiedliche Ansätze.


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