Probleme der Mobilität in den ländlichen Räumen angehen
Ingbert Liebing | 25.04.2012 | 17:21 | 1 Kommentar
In den vergangenen Tagen hat das Thema „Führerschein mit 16“ zu teilweise aufgeregten Diskussionen geführt. Mein Kollege Peter Bleser, der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium ist, hatte vorgeschlagen, dass bereits Jugendliche mit 16 einen Führerschein machen könnten, um das zunehmende Problem der Mobilität in ländlichen Räumen zu lösen. Aus Verkehrssicherheitsgründen sollte dabei eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h gelten. Soweit der Vorschlag von Peter Bleser.
Dafür erntete er vielfach Kritik – von Verkehrsministern, vom ADAC und von vielen Anderen, auch von vielen Journalisten.
Im Gegensatz zu dieser weit verbreiteten Kritik halte ich den Diskussionsanstoß von Peter Bleser für richtig und notwendig. Wir kommen nicht an der Tatsache vorbei, dass Mobilität in den ländlichen Regionen immer problematischer wird. Es gibt schon heute Regionen in Deutschland, die unter einem extremen Bevölkerungsschwund leiden. Dies wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Es wird damit immer schwieriger, einen vernünftigen öffentlichen Personennahverkehr mit Bussen sicher zu stellen. Umso wichtiger wird individuelle Mobilität. Das gilt für ältere und junge Menschen, die zum Beispiel ihre Ausbildungsstätte erreichen sollen. Für den Schulweg wird oft genug mit Schulbussen gesorgt. Für den Weg zum Arbeitsplatz oder zur Lehrstelle ist jeder selbst verantwortlich.
Wenn dafür aber die Möglichkeiten nicht gegeben sind, droht eine weitere Abwanderung gerade von jungen Menschen in die Städte, in die Ballungsregionen. Dies liegt nicht in unserem Interesse, wenn wir die ländlichen Räume lebenswert und lebensfähig erhalten wollen. Dafür brauchen wir neue und auch unkonventionelle Ideen. Dazu gehört auch der Vorschlag des Führerscheins mit 16.
Ob er am Ende die Lösung sein wird, ist offen. Aber wichtig ist, dass wir die Probleme der Mobilität in den ländlichen Räumen angehen, offen darüber diskutieren und Offenheit auch für neue Vorschläge ziegen.
Ingbert Liebing ist Vorsitzender der Koalitionsgruppe „Ländliche Räume – Regionale Vielfalt“ von CDU/ CSU und FDP.










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