Politik

Freude, Erleichterung und Genugtuung

Katharina Landgraf
Katharina Landgraf (1990)

Katharina Landgraf ist eine von drei Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion in der aktuellen Wahlperiode, die der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR angehörte. Anlässlich des 20. Jahrestages der Volkskammerwahl am 18. März 1990 erinnert Sie sich an die Zeit der Wende:

Was ist Ihnen an Ihrer Zeit in der Volkskammer besonders in Erinnerung geblieben?

Unendlich viele Marathon-Sitzungen, kaum leere Sitzplätze im Plenum. Wir waren oft von neun Uhr morgens und bis weit in die Nacht hinein zusammen. Wir erlernten dabei die Spielregeln des Rechtsstaates und der Demokratie. Und gleichzeitig waren wir die  Akteure, die im Eiltempo eine Vielzahl von Gesetzen zu beschließen hatten – ohne jegliche Erfolgsgarantie. Ständig wurde unser Tun begleitet von neuen Erkenntnissen über Missstände im Lande und über das System und den Herrschaftsapparat  der SED. Das war atemberaubend. In der Erinnerung mutet es etwas skurril an, dass wir damals trotz alledem Zeit gefunden haben für einen „Chor der Fraktion“. Zum Geburtstag unseres Abgeordnetenkollegen Günter Krause sangen wir beispielsweise vierstimmig „Lobet den Herren“. Gewohnt haben wir zeitweise in den früheren Mannschaftsräumen der Stasi nahe der Normannenstraße, anfangs zu viert in einem Zimmer und einer Dusche. Das allmorgendliche Chaos war so vorprogrammiert.

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Politik

Es war großartig

Dr. Michael Luther
Dr. Michael Luther (1990)

Dr. Michael Luther ist einer von drei Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion in der aktuellen Wahlperiode, die der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR angehörte. Anlässlich des 20. Jahrestages der Volkskammerwahl am 18. März 1990 erinnert Sie sich an die Zeit der Wende:

Was ist Ihnen an Ihrer Zeit in der Volkskammer besonders in Erinnerung geblieben?

Zum einen waren wir ein vom Freiheitswillen der Herbstrevolution geprägtes Parlament. Zum anderen gab es keine Geschäftsordnung, die die Parlamentsarbeit regelte, wie sie der Bundestages kennt. Das heißt, es gab weder vereinbarte Debattenzeiten noch Rednerlisten. Jeder konnte sich melden, wann immer er wollte. Das führte dazu, dass die Debatten immer bis spät in die Nacht dauerten. Jede, auch jede offene Abstimmung wurde ausgezählt. Entscheidungen im Parlament waren am Beginn einer Tagesordnung in ihrem Ausgang nicht immer absehbar. Ausschussempfehlungen wurden oftmals im Plenum korrigiert.

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Politik

Genaues Ziel, unbekannter Weg

Maria Michalk
Maria Michalk (1990)

Maria Michalk ist eine von drei Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion in der aktuellen Wahlperiode, die der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR angehörte. Anlässlich des 20. Jahrestages der Volkskammerwahl am 18. März 1990 erinnert Sie sich an die Zeit der Wende:

Was ist Ihnen an Ihrer Zeit in der Volkskammer besonders in Erinnerung geblieben?

Nach dem Wahlauftakt der „Allianz für Deutschland“ für den Wahlkreis 03 (Dresden) im Kulturpalast Dresden begann ein dreiwöchiger intensiver Wahlkampf. Tagsüber gingen wir unserer normalen Arbeit nach, aber jeden Abend war ich in einer Gemeinde unterwegs. Die Veranstaltungen waren sehr gut besucht mit interessierten und vor allem fragenden Bürgern.

Besonders in Erinnerung ist mir ein Abend mit Wolfgang Vogt, MdB, damals parlamentarischer Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium. Er war unser Gastredner zum Thema „Wie funktioniert die soziale Sicherung in der sozialen Marktwirtschaft?“. Da der örtliche Saal zu klein war, verlegten wir die Versammlung kurzerhand mit Zustimmung des örtlichen Pfarrers in die Kirche.

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Enquete, Netzpolitik

Wir müssen alle lernen, mit dem Internet umzugehen

Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender
Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender

Das Internet hat die Welt verändert – und zwar fundamental. Man sollte mit Superlativen immer vorsichtig sein: Aber der Begriff der digitalen Revolution als Beschreibung dessen, was sich in vergangenen Jahren in Deutschland, in Europa und den anderen Kontinenten ereignet hat, ist aus meiner Sicht keine Übertreibung.

Für die freie Kommunikation gibt es keine Grenzen mehr. Gedanken können rund um den Erdball in Sekundenbruchteilen ausgetauscht werden. Nie war der Zugang zu Informationen leichter. Für mich als Christen ist Freiheit in Verantwortung für die anderen zentrale Richtschnur meiner Politik. Deshalb betrachte ich die neuen Freiheiten durch das Internet grundsätzlich als Fortschritt. Auch die christlich-liberale Koalition hat sich im Koalitionsvertrag zu einer neuen offenen Netzpolitik bekannt: “Das Internet ist das freiheitlichste und effizienteste Informations- und Kommunikationsforum der Welt”, heißt es dort.

Diese Revolution ist freilich an vielen in unserer Gesellschaft bislang vorübergegangen. Eine Menge Bürger sind noch nicht online. Manche wollen es auch nicht werden. Auch das ist aus meiner Sicht ihr gutes Recht. Auf der anderen Seite stehen die digitalen Eingeborenen, die das Internet schon als ihren Lebensraum sehen.

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Fragebogen

Neu im Bundestag… Manfred Behrens

Manfred Behrens
Manfred Behrens

Manfred Behrens (53) aus Ebendorf, nördlich der Landeshauptstadt Magdeburg gelegen, ist verheiratet und hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Der Bürgermeister arbeitet im Innenausschuss des Deutschen Bundestages, seine Erfahrung in der Kommunalpolitik unter anderem als Mitglied des Kreistages will er dort einbringen. Stellvertretendes Mitglied ist der Verwaltungsvollzugsbeamter im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Seine Antworten auf unseren Fragebogen:

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