Archiv für “Banken”

Chronik der Krise 2007

blogfraktion | 2.04.2009 | 11:17 | Kommentare deaktiviert

8. Februar 2007
Die HSBC, Europas größte Bank, gibt wegen überraschend hoher Risikovorsorge im Hypothekengeschäft die erste Gewinnwarnung heraus.

03. April 2007
Der US-Hypothekenfinanzierer New Century Financial beantragt Insolvenz.

Final Report of the United States Bankruptcy Court

Mitte Juli 2007

Die Ratingagentur Standard & Poors stuft mit Immobilienkrediten unterlegte Wertpapiere mit einem Gesamtwert von 7,3 Mrd. Dollar herab. Andere Rating-Agenturen folgen S&P.
http://www2.standardandpoors.com/spf/pdf/fixedincome/SubprimeRevision0710.pdf

August 2007

Die US-Hypothekenbank American Home Mortgage Investment beantragt Gläubigerschutz. Die Aktien des Unternehmens fallen um 90 Prozent auf 1,04 Dollar.
https://www.americanhm.com/Restructure.htm

17. August 2007
Die Sparkassen-Gruppe muss die SachsenLB mit 17 Mrd. Euro stützen.

13. September 2007
Der britische Baufinanzierer Northern Rock hat einen Liquiditätsengpass. Kunden heben rund drei Milliarden Euro innerhalb von drei Tagen ab. Die Bank of England springt mit einem Notfallkredit ein. Die Aktie verliert mehr als ein Drittel an Wert.

November 2007
Die britische HSBC muss 3,4 Milliarden Dollar abschreiben.

http://www.hsbc.com/1/2/newsroom/news/news-archive-2007/hsbc-holdings-plc-pre-close-trading-update

13. Dezember 2007
Die Sachsen LB wird von der LBBW übernommen.

http://www.sachsenbank.de/sb/1000013138-s2552-de.html
http://www.lbbw.de/lbbwde/1000009518-s1048-de.html

Dezember 2007
Die US-Regierung beschließt ein Notfallpaket für Banken und verschuldete Hausbesitzer.

http://www.speaker.gov/blog/?p=1019


(Zu?) Hohe Erwartungen an den G-20 Gipfel in London

Heribert Dieter | 31.03.2009 | 14:00 | Kommentare deaktiviert

PD Dr. Heribert Dieter, Stiftung Wissenschaft und Politik und University of Warwick

PD Dr. Heribert Dieter, Stiftung Wissenschaft und Politik und University of Warwick

Die lange gepflegte Annahme, Finanzmärkte würden sich selbst regulieren, habe sich als teurer Irrtum erwiesen, sagt Heribert Dieter. Mit Blick auf den G-20-Gipfel in London sieht er sieht in den USA nur wenig Bereitschaft zur Stärkung der internationalen Kooperation in der Finanzpolitik. Denn: Mangelnde internationale Kooperation stehe bislang nicht im Mittelpunkt der Krisenanalyse in den USA.

Am Donnerstag dieser Woche treffen die Staats- und Regierungschefs der G-20 in London zusammen, um eine Reform der internationalen Finanzarchitektur zu erörtern und um koordinierte Maßnahmen zur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise zu beschließen. Die Erwartungen an den Londoner Gipfel sind hoch: Im Vorfeld wurde von der Entwicklung einer neuen internationalen Finanzarchitektur gesprochen. Vor allem zwei Fragen sind offen. Zum einen ist unklar, inwieweit wichtige Akteure bereit wären, eine Beschränkung ihrer Souveränität zu akzeptieren. Zum anderen ist unklar, ob die Formulierung globaler Standards in der Finanzmarktaufsicht und -regulierung überhaupt sinnvoll sind.

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Finanzpolitische Aspekte der Verstaatlichung von Banken in der Finanzkrise

Prof. Clemens Fuest

Prof. Clemens Fuest

Diskussionen über die Enteignung und Verstaatlichung von Unternehmen wecken leicht Erinnerungen an gescheiterte Experimente kollektivistischer Wirtschaftspolitik. Wie sich vielfach gezeigt hat, ist der Staat kein guter Unternehmer, und der Versuch, wirtschafts-, sozial- oder gesellschaftspolitische Ziele durch Staatseigentum an Unternehmen zu erreichen, hat kaum Aussichten auf Erfolg. Derartige Konzepte werden seit vielen Jahren nur noch an den Rändern des politischen Spektrums ernsthaft verfolgt. In der Sozialen Marktwirtschaft haben sie keinen Platz.

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