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	<title>Blogfraktion.de &#187; Krise</title>
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	<description>Das Blog der CDU/CSU-Bundestagsfraktion</description>
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		<title>Vertragsänderungen – Die Stabilitätsunion wird kommen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 10:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Altmaier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>

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		<description><![CDATA[Solidarität, Eigenverantwortung und Reform Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer Regierungserklärung am Freitag noch einmal eindrucksvoll die Position der Bundesregierung für die Lösung der Euro-Krise dargelegt. Wir brauchen in Europa ein zusammenhängendes Konzept von Solidarität, Eigenverantwortung und zukunftsweisender Reform der Europäischen Union. Nur wenn wir in Zukunft die Stabilitätskriterien über den Europäischen Gerichtshof und die [...]]]></description>
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<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;"><strong style="text-align: -webkit-auto;">Solidarität, Eigenverantwortung und Reform</strong></div>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_2214" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://blogfraktion.de/wp-content/uploads/2011/12/Säulen.jpg"><img class="size-medium wp-image-2214 " title="Säulen" src="http://blogfraktion.de/wp-content/uploads/2011/12/Säulen-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Die Stabilitätsunion baut auf den Säulen der Solidarität, Eigenverantwortung und zukunftsweisender Reform der EU</p></div>
<p>Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer Regierungserklärung am Freitag noch einmal eindrucksvoll die Position der Bundesregierung für die Lösung der Euro-Krise dargelegt. Wir brauchen in Europa ein zusammenhängendes Konzept von Solidarität, Eigenverantwortung und zukunftsweisender Reform der Europäischen Union. Nur wenn wir in Zukunft die Stabilitätskriterien über den Europäischen Gerichtshof und die europäischen Institutionen durchsetzen, können wir das Vertrauen der Anleger und der Finanzmärkte in die dauerhafte Stabilität der Euro-Zone zurückgewinnen.</p>
<p>Deswegen wird Deutschland beim Europäischen Rat am 9. Dezember gemeinsam mit Frankreich dafür werben, dass die Europäische Union schnellstmöglich die notwendigen Voraussetzungen schafft, um EU-Haushaltssünder stärker als bisher zur Rechenschaft zu ziehen.  Die Bundesregierung und die Unionsfraktion werden weiterhin der europäischen Öffentlichkeit verdeutlichen, dass die gegenwärtige schwierige Lage der Euro-Zone nicht etwa daran liegt, dass die Europäische Zentralbank keine unbegrenzte Staatsfinanzierung betreibt oder dass es keine Eurobonds gibt, mit denen die Schulden vergemeinschaftet würden. Vielmehr werden wir unablässig klarmachen, dass das Problem in der übermäßigen Staatsverschuldung und der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit einzelner Länder der Euro-Zone sowie in grundlegenden Konstruktionsmängeln der Wirtschafts- und Währungsunion liegt.</p>
<p>Wir haben keine Zeit zu verlieren, denn es geht um sehr viel. Die Kanzlerin hat recht: Scheitert der Euro, scheitert Europa. Für Deutschlands Zukunft, für seinen Wohlstand, für sein soziales Gemeinwesen ist ein prosperierendes Europa mit einem stabilen Euro unverzichtbar. Insofern wäre Deutschlands Zukunft niemals von der Zukunft der Europäischen Union trennbar.</p>
<p><strong>Wir brauchen klare Regeln</strong></p>
<p>Deshalb muss nun die Vertragsänderung schnell vonstatten gehen, damit sie als Signal der Entschlossenheit der Europäischen Union wahrgenommen wird.  An der Bereitschaft zur Mitwirkung an einer dauerhaften Stabilitätsunion wird man ablesen können, ob die Länder, die jetzt Probleme haben, in Zukunft entschlossen auf einen stabilen Haushaltspfad zurückkehren werden.</p>
<p>Wir brauchen klare Regeln für die Euro-Zone. Wir sind entschlossen, sie so gemeinschafts- und unionsfreundlich wie möglich zu gestalten. Dafür brauchen wir aber die Mitwirkung der anderen Partner in der Europäischen Union. Es muss gelten: Kein Land der EU hat das Recht, die anderen daran zu hindern, notwendige Vertragsreformen zu vereinbaren.</p>
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		<title>Wie wird der Finanzsektor an den Kosten der Krise beteiligt?</title>
		<link>http://blogfraktion.de/2011/06/27/finanzkrise-kongress/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 15:22:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Georg Loritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Banken]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Pleite des Bankhauses Lehman Brothers im Herbst 2008 hat die Finanzwelt taumeln lassen und eine internationale Wirtschaftskrise ausgelöst. Regierungen setzten große Programme auf, um Wirtschaft und Banken zu stützen, auf dass sich die Krise nicht noch vertiefe. Inzwischen sind aufgrund dieser Kosten sogar einzelne Staaten selbst an den Rande der Zahlungsfähigkeit geraten. Was für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Pleite des Bankhauses Lehman Brothers im Herbst 2008 hat die Finanzwelt taumeln lassen und eine internationale Wirtschaftskrise ausgelöst. Regierungen setzten große Programme auf, um Wirtschaft und Banken zu stützen, auf dass sich die Krise nicht noch vertiefe. Inzwischen sind aufgrund dieser Kosten sogar einzelne Staaten selbst an den Rande der Zahlungsfähigkeit geraten. Was für Möglichkeiten gibt es, den Finanzsektor daran zu beteiligen? Welche Maßnahmen können von den Regierungen getroffen werden, damit sich eine solche Krise nicht wiederholt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein <a href="http://veranstaltungen.cducsu.de/veranstaltungen/finanzmarktregulierung-nach-der-krise">Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion</a> am 29. Juni, an dem auch Professor Dr. Karl-Georg Loritz teilnimmt. Im Vorfeld veröffentlicht der <a href="http://www.zivilrecht2.uni-bayreuth.de/de/team/owner_of_chair/Loritz_Karl-Georg/">Inhaber des Lehrstuhls</a> für Bürgerliches Recht, Arbeits-, Steuer- und Sozialrecht der Universität Bayreuth an dieser Stelle seine Thesen.</em></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1696" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/miradesdunaficionat/5413929869/"><img class="size-medium wp-image-1696" title="Finanzkrise" src="http://blogfraktion.de/wp-content/uploads/2011/06/Finanzkrise-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a></strong><p class="wp-caption-text">da.mas on flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>1. Der wirtschaftliche und finanzpolitische Hintergrund</strong></p>
<p><strong> </strong>Die      Wirtschaftsordnungen, Finanz- und Bankensysteme der modernen Industriestaaten      haben eine Komplexität, Kompliziertheit und teilweise Intransparenz      erreicht, die es zunehmend erschweren, künftige Entwicklungen und Krisen      oder auch nur deren Symptome rechtzeitig zu erkennen.</p>
<p>Schon deshalb      ist es schwierig, gezielte Maßnahmen zu ihrer Vermeidung und Instrumentarien      zu dem Zweck einzuführen, die Verantwortlichen in möglichst      zielgerichteter und „gerechter“ Weise an den Kosten staatlicher Krisenverhinderungs-      und Sanierungsmaßnahmen zu beteiligen.</p>
<p>Die explosiv gewachsene      Zahl von Derivaten und OTC-Geschäften, die wirtschaftlich große Risiken      mit sich bringen, sind (auch) Ausfluss einer sehr guten wirtschaftlichen      Entwicklung der letzten Jahrzehnte, die immer mehr Marktteilnehmern immer      größere Geldvolumina verschafft hat. Das Bestreben und die Möglichkeit, für      das eingesetzte Kapital durch hoch­spekulative Finanzgeschäfte eine deutlich      höhere Rendite zu erwirtschaften als etwa durch Investments in Produktions-,      Dienstleistungs- und Handelsunternehmen, aber auch in Immobilien und „klassische“      Wertpapiere und sonstige Anlagevehikel, werden auch weiterhin die Finanzmärkte      antreiben. Das mag man für gefährlich und in Teilen unerwünscht halten, verhindern      kann man es nicht.</p>
<p><strong>2.   Die Schwierigkeit einer Festlegung klarer politischer Ziel</strong></p>
<p><strong> </strong>Das Bestreben      der Politik, die Verantwortlichen an den Kosten der letzten Finanzkrise      finanziell zu beteiligen und ein finanzielles „Sicherheitspolster“ für      künftige Krisen zu schaffen, ist verständlich und entspricht den      Erwartungen weiter Teile der Bevölkerung.</p>
<p>Die Betrachtung      darf dennoch nicht primär retrospektiv, sondern muss vor allem zukunftsgerichtet      erfolgen. M. E. werden Finanzkrisen bedauerlicherweise künftig zur Normalität      gehören, so dass man auch etwa die Krise des Neuen Marktes und die      Finanzkrise des Jahres 2007 eines Tages vermutlich mit anderen Augen sehen      und nicht mehr als außergewöhnlich, sondern eher als Teil einer      unvermeidbaren Entwicklung einstufen wird.</p>
<p>Die Kreativität      und Dynamik in diesen Bereichen ist ungebrochen und keine Finanzaufsicht      und kein Gesetzgeber der Welt werden in der Lage sein, sie mit      gesetzgeberischen Maßnahmen „einzufangen“ oder gar zu unterbinden. Das      kann auch nicht gewollt, sein weil wir gerade in den Finanzmärkten      laufende Innovationen benötigen. Die Weltwirtschaft lebt stärker denn je      von der Bereitschaft der Investoren, ihr Kapital auch risikoreich einzusetzen.</p>
<p>Ehe neue Abgaben      eingeführt werden, müssen deren Zielsetzungen klar festgelegt werden. Geht      es primär um staatliche Einnahmeerzielung? Soll auch eine Lenkungswirkung      (Verhinderung bestimmter Finanzgeschäfte und wenn ja, welcher) erreicht      werden? Sollen vor allem die verantwortlichen Akteure belastet oder sollen      alle Akteure im Finanzmarkt eine Art „Solidaritätsfonds“ finanzieren?</p>
<p><strong>3.   Lückenhafte empirische Grundlagen über positive und negative (auch ungewollte) Wirkungen und Praktikabilität der diskutierten Instrumentarien</strong></p>
<p><strong> </strong>Diskutiert      werden, längst nicht nur in Deutschland, vor allem drei Instrumentarien:      <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bankenabgabe">Bankenabgabe</a>, Finanzaktivitätssteuern und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Finanztransaktionssteuer">Finanztransaktionssteuern</a></p>
<p>Eine      gewinnabhängige Bankenabgabe als parafiskalische Sonderabgabe und eine      ebenfalls gewinnabhängige Finanzaktivitätssteuer würden ungeachtet der      Schwierigkeiten, die sachgerechte Bemessungsgrundlage zu finden, vor allem      Akteure stärker belasten, die wirtschaftlich erfolgreich sind. Diese waren      für die Krise oftmals nicht verantwortlich (z.B. die Sparkassen, Volks-      und Raiffeisenbanken, aber auch zahlreiche andere Banken), müssten unter      diesen Umständen aber das Meiste bezahlen.</p>
<p>Vor allem die      Finanzaktivitätssteuer könnte eine Verlagerung zahlreicher Finanzgeschäfte      aus den Ländern, die diese Steuern erheben, bewirken. Insofern ist sie      wirtschaftspolitisch kontraproduktiv und sollte nicht erhoben werden.</p>
<p>Die Finanztransaktionssteuer      hätte den Vorteil, dass bei flächendeckender Einführung, falls die      Erhebung tatsächlich gelänge, bereits ein relativ niedriger Abgabensatz      ausreichte. Die Belastung der Märkte wäre hierdurch vermutlich nicht allzu      hoch.</p>
<p>Die mit Abstand an      der Finanzkrise „hauptschuldigen“ Akteure, die US-amerikanischen      Hypothekenbanken, können vom deutschen Fiskus ohnehin nicht zur      Finanzierung mit herangezogen werden. Jede Abgabe trifft somit großenteils      Unbeteiligte und nicht Verantwortliche. Selbst die Landesbanken, die sich      durch den Erwerb „toxischer“ Wertpapiere in wirtschaftliche      Schwierigkeiten gebracht haben, sind nicht die Primärverursacher der      Krise, sondern  &#8211; bei aller      Missbilligung ihrer zum Teil groben Fehler &#8211; „nur“ die „Importeure“. Das darf      nicht unberücksichtigt bleiben.</p>
<p>Damit wird      wirtschaftlich jede Abgabe für die meisten Abgabepflichtigen zu einer Art      Beitrag zu einem „Solidarfonds“. Deshalb muss die Politik mit Hilfe der      Medien alles tun, um in der Öffentlichkeit den Eindruck zu vermeiden, man      erhebe eine Finanzmarktabgabe gleichsam als Strafsteuer und Sanktion zu Lasten      der Banken. Es gilt klarzustellen, dass der größte Teil der deutschen      Banken und die Sparkassen für die Finanzkrise nicht verantwortlich waren,      sondern in höchst lobenswerter Weise dazu beigetragen haben, den Kollaps      der Finanzmärkte zu verhindern und die Folgen der Krise zu beseitigen.</p>
<p>Ist eine Finanzmarktsteuer,      wenn sie kommen sollte, in Wahrheit eine Art wirtschaftlicher      „Solidarbeitrag“, dann darf sie nur in einer sehr geringen Höhe im Bereich      eines Promillesatzes erhoben werden, damit sie verhältnismäßig, möglichst      wenig spürbar sowie nicht geschäftsverhindernd ist und möglichst geringe      Ausweichreaktionen auslöst.</p>
<p><strong>4.    Das Problem der Wettbewerbsverzerrungen</strong></p>
<p><strong> </strong>Alle drei Instrumentarien      könnten, wenn sie nur in einzelnen Staaten und damit nicht flächendeckend      in Europa, in den USA und in den sonstigen Finanzhandelsplätzen der Welt      eingeführt würden, zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen führen. In      Zeiten globaler Finanzmärkte werden dann die Nationalstaaten oftmals die      intendierten Finanzierungs- und Lenkungswirkungen nicht erreichen.</p>
<p>Das Mindestmaß      wäre eine flächendeckende Einführung in den Staaten der EU. Ansonsten ist      eine neuerliche Abgabe m.E. weithin sinnlos und sogar kontraproduktiv.</p>
<p>Vor isolierten,      die deutsche Finanzwirtschaft belastenden Maßnahmen ist zu warnen. Gerade      Deutschland hat erlebt, wie ein erheblicher Teil der offenen Fonds das      Land „verlassen“ hat und inzwischen in Luxemburg aufgelegt wird, weil dort      die steuerlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen vorzugswürdig      erscheinen. Derartige Entwicklungen sollten im Vorfeld berücksichtigt      werden. Die Attraktivität Deutschlands als internationaler Finanzplatz muss      gesteigert werden, weil sie maßgeblich mit über den künftigen Wohlstand      des Landes und die Beschäftigungssituation entscheidet. Deutschland hat      sich in der Vergangenheit schon zu viele Chancen entgehen lassen.</p>
<p><strong>5. Rechtsgrundlagen</strong></p>
<p><strong> </strong>Wegen der      beschränkten Regelungskompetenz der EU sind die rechtlichen Möglichkeiten      einer Einführung von Finanzmarktabgaben durch die EU umstritten.</p>
<p>Bei einem      gemeinsamen Vorgehen der EU-Länder und anderer Wirtschaftsnationen sehe      ich allerdings im Ergebnis keine Hindernisse zur Einführung von      Instrumentarien wie einer Finanz­transaktionssteuer auf der Ebene der      Nationalstaaten.</p>
<p><strong>6.    Rechtspolitische und praktische Fragen</strong></p>
<p><strong> </strong>Da auch      bezüglich einer Finanztransaktionssteuer noch keine ausreichende      Faktengrundlage existiert, müssen ihre nützlichen und schädlichen Wirkungen      noch sehr genau diskutiert und analysiert werden. Viele ihrer Wirkungsweisen      werden heute rein spekulativ in den Raum gestellt. Nur einige Aspekte      seien erwähnt.</p>
<p>Die      Vorstellungen über die Lenkungswirkungen sind ungenau. Es ist nicht einmal      klar, welche Finanzgeschäfte (möglichst) verhindert werden sollen. Die      heutigen Kapitalmärkte sind auch auf Spekulationsgeschäfte und Spekulanten      ange­wiesen, die gezielt Risiken tragen wollen („<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hedgegesch%C3%A4ft">Hedging</a>“). International      tätige Unte­nehmen, insbesondere auch mittelständische, brauchen zum      Beispiel Marktteilnehmer, die ihnen Währungsrisiken, Preisrisiken für      Rohstoffe und andere Waren und weitere Risiken „abnehmen“. Eine belastbare      Abgrenzung der wirtschaftlich erwünschten, also „guten“, von den      wirtschaftlich unerwünschten, also „schlechten“ Geschäften mit      spekulativem Charakter ist bisher nicht gelungen und wird es auch nicht      geben.</p>
<p>Damit trägt eine      solche Abgabe systemimmanent den Mangel in sich, auch Geschäfte zu      belasten, die wie z.B. Aktien- und Anleihenkäufe politisch erwünscht und      für das Funktionieren der Märkte unverzichtbar sind. Es entsteht dann, wie      erwähnt, zwangsläufig wirtschaftlich der Charakter einer Art Solidarbeitrag.      Vergleicht man das mit dem System der Zwangsbeiträge für deutsche      Unternehmen zum Pensionssicherungsverein, wodurch im Insolvenzfall eines      Unternehmens die Betriebsrenten und die unverfallbaren      Rentenanwartschaften abgesichert werden, so zeigt sich Folgendes: Die      „guten“ Unternehmen finanzieren versicherungsmäßig die wirtschaftlichen Fehler      der insolventen Unternehmen.</p>
<p>Nur wenn solche      Abgaben relativ gering sind, haben sie eine Chance auf allgemeine Akzeptanz.</p>
<p>Wichtig ist, dass      vor allem auch diejenigen Geschäfte von einer Finanztransaktionssteuer erfasst      werden, die ihrer Natur nach auch künftig mit hoher Wahrscheinlichkeit für      Krisen verantwortlich sein werden, nämlich Finanztransaktionen außerhalb      der Börsen, wie insbesondere <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Derivat_(Wirtschaft)">Derivate </a>und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Ferb%C3%B6rslicher_Handel">OTC-Geschäfte</a>.</p>
<p>Die      rechtlich-theoretische und normative Erfassung gerade solcher Geschäfte      ist kein Problem. Viel schwieriger ist die praktische Umsetzung. Sie kann      nur gelingen, wenn sie in allen wichtigen Ländern, in denen solche      Geschäfte weltweit durchgeführt werden können, eingeführt würde. Gelänge      dies nicht, müssten in jedem Fall die Erwerber auch die außerhalb ihres      Wohnsitzes bzw. Geschäftssitzes getätigten Finanztransaktionen      deklarieren, damit sie von der Steuer erfasst werden können. Der Erfolg      solcher Regelungen erscheint äußerst zweifelhaft, zudem sind sie umgehungsanfällig.</p>
<p>Werden solche      Geschäfte nämlich über Kapitalgesellschaften in Staaten (die eine solche      Steuer nicht einführen) abgewickelt, in denen, wie es die Regel ist,      Gewinne aus unternehmerischen Aktivitäten im einschlägigen      Doppelbesteuerungsabkommen mit der BRD der Steuerfreistellung unterliegen,      dann geht die Transaktionssteuer ins Leere.</p>
<p>Deshalb dürfte      auch die Möglichkeit, die Steuer z.B. mit einem höheren Satz für <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Derivat_(Wirtschaft)">Derivate </a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Ferb%C3%B6rslicher_Handel">OTC-Geschäfte</a> einzuführen, nicht zum gewünschten finanziellen Erfolg      führen.</p>
<p>Da die Volumina der weltweiten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Derivat_(Wirtschaft)">Derivate</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Ferb%C3%B6rslicher_Handel">OTC-Geschäfte</a> ein Vielfaches der Umsätze mit Aktien und sonstigen Finanztransaktionen mit unterlegtem Nominalkapital betragen, müsste die Bemessungsgrundlage auch bei Derivaten und OTC-Geschäften die Anschaffungskosten/Erwerbskosten heranziehen. Der Wert des Underlyings alleine würde nicht genügen. Es ist offensichtlich, dass all dies einen beträchtlichen Verwaltungsaufwand erfordert, zumal diese Geschäfte bekanntlich nicht über Banken abgewickelt werden.</p>
<p><strong>7. Weitere Vor- und Nachteile</strong></p>
<p><strong> </strong>Nach meiner      Einschätzung wäre es eher unwahrscheinlich, dass Finanzgeschäfte allein      wegen einer sich im Promillebereich bewegenden, möglichst international      flächendeckenden Finanztransaktionssteuer in politisch unsichere Länder      ohne die entsprechende Infrastruktur und ohne geregelte Finanzmärkte      verlagert würden.</p>
<p>Verlagerungen in      erheblichem Umfang drohten aber, wenn, was       zu erwarten ist, auch in Ländern mit geregelten Finanzmärkten und      stabilen politischen Systemen, die eine solche Abgabe nicht einführten,      ausgewichen werden könnte. Insbesondere standortflexible Anbieter, wie namentlich      Hedgefonds und weitere „Kapitalsammelbecken“ sowie große Privat­ver­mögen fänden      mit hoher Wahrscheinlichkeit diese und weitere Ausweichmöglichkeiten.</p>
<p>Die Finanztransaktionssteuer      ist von ihrem systematischen Ansatz her nicht geeignet, Krisen zu      verhindern. Wenn nämlich noch nicht einmal mit hinreichender Genauigkeit      feststellbar ist, welche Finanzgeschäfte in welcher Größenordnung und ab      welchem Risikopotential generell geeignet sind, Krisen herbeizuführen, könnte      man logischer­weise auch keine unerwünschten Finanztransaktionen      verhindern, indem man für bestimmte Finanzgeschäfte etwa eine höhere oder      gar „abschreckend“ wirkende Finanztransaktionsabgabe auferlegt.</p>
<p>Es wäre eine      Illusion zu glauben, dass bei Einführung einer solchen Abgabe Spekulationsgeschäfte,      die auf sehr geringen Volatilitäten und Margen aufbauen, verhindert werden      könnten. Die Märkte und insbesondere die Spekulanten sind immer findiger      als jede gesetzliche Regelung dies erfassen kann.</p>
<p><strong>8.    Der Einsatz der Mittel</strong></p>
<p><strong> </strong>Fließt eine Finanztransaktionssteuer &#8211; anders als eine parafiskalische Sonderabgabe &#8211; in die allgemeinen Staatshaushalte, dann wird angesichts der Finanznot der westlichen Industrienationen dieses Geld ausgegeben und steht im Krisenfall nicht zu Verfügung. Der Zusammenhang zwischen der Abgabe und ihrem Zweck ginge schnell verloren; auch sähe der Staat dann, wenn das Geld über Jahre oder Jahrzehnte nicht benötigt würde, vermutlich keinen Anlass, diese Abgabe zu senken, auszusetzen oder auch ganz abzuschaffen. Es sollte aber generell verhindert werden, dass sich immer mehr Steuern wie z.B. der Solidaritätszuschlag festsetzen, die dann aus haushaltspolitischen Gründen nicht mehr abgeschafft werden.</p>
<p>Deshalb ist über die zielgerichtete Mittelverwendung zu diskutieren und darüber, ob das Geld nicht im Rahmen der verfassungsrechtlichen Möglichkeiten zweckgebunden festgelegt werden kann.</p>
<p>Die Konsequenz im Rahmen der EU wäre, dass auch künftig die „großen Staaten“ die Hauptlasten einer Krise einschließlich der Sanierung finanziell maroder Mitgliedsländer tragen. Dies gilt z.B. auch bei der Rettung sog. systemischer Banken und sonstiger Institutionen vor der Insolvenz und zwar ungeachtet, dass ein Land wie Deutschland keinerlei Verantwortlichkeit für oder Einflussmöglichkeiten auf die Geschäftspolitik der Banken der anderen EU-Mitgliedsländer hat.</p>
<p><strong>9. Unverzichtbarkeit effektiverer Aufsichtssysteme</strong></p>
<p><strong> </strong>Die Diskussion      um neue Finanzmarktabgaben und –steuern darf nicht den Blick verstellen,      dass eine Verbesserung der Aufsichtssysteme im Vordergrund stehen sollte.      Es reicht jedoch nicht aus, die bestehenden Aufsichtssysteme personell und      bezüglich ihrer Eingriffskompetenzen zu verstärken. Diskutiert und offen      gelegt werden müssen die erheblichen Defizite, die sich bei Anwendung der      vorhandenen Instrumentarien auch in Deutschland gezeigt haben.</p>
<p>Bei der letzten      Finanz­krise wurde in Deutschland von der Aufsichtsbehörde offenbar nicht  bemerkt, jedenfalls nicht ver­hindert,      dass einige Landesbanken mit dem kreditfinanzierten Ankauf sog. toxischer      Wertpapiere faktisch ein neues risikoreiches, ja „explosives“ Geschäfts­modell      verwirklicht hatten. Es wäre fatal und falsch, den Fokus nicht auf Mittel      zur Verhinderung der zumindest gröbsten Fehler der Banken und anderer      wichtiger Finanzakteure durch weniger, aber gezieltere marktaufsichtliche      Maß­nahmen zu richten.</p>
<p>Auch der      untragbare Zustand, dass die 3 „großen“ Ratingagenturen faktisch unkontrolliert      und für Fehler nicht haftbar sind, aber dennoch in den weltweiten      Finanzmärkten agieren, sollte von der europäischen Politik nicht länger      hingenommen werden. Hier gilt es, sofort zu handeln und nicht länger nur zu      diskutieren.</p>
<p>Eine Finanztransaktionssteuer      verhindert kein unternehmerisches Fehlverhalten der Akteure. Sie kann sich      mit hoher Wahrscheinlichkeit nur darin erschöpfen, zusätzliche Mittel zu      beschaffen.</p>
<p>Wir stehen erst am Anfang eines Denk- und Regulierungsprozesses und es ist noch ein intensives Zusammenarbeiten von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erforderlich, um zu den notwendigen und richtigen Schritten zu gelangen.</p>
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		<title>Stabilität Europas und des Euro liegen im deutschen Interesse</title>
		<link>http://blogfraktion.de/2011/03/25/eurostabilitaet-im-deutschen-interesse/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 08:48:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerda Hasselfeldt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Finanzmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Eurozone]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Stabilität]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Stabilität unserer Währung ist ein hohes Gut &#8211; gerade für Deutschland als größte, im Wettbewerb erfolgreichste Volkswirtschaft Europas. Rund 41 Prozent trägt der Euro-Raum zum deutschen Export bei. Der Euro hat großen Anteil daran, dass wir die Finanz- und Wirtschaftskrise im weltweiten Vergleich gut bewältigt haben. Sein starker Binnen- wie Außenwert unterstreicht: Wir müssen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Stabilität unserer Währung ist ein hohes Gut &#8211; gerade für Deutschland als größte, im Wettbewerb erfolgreichste Volkswirtschaft Europas. Rund 41 Prozent trägt der Euro-Raum zum deutschen Export bei. Der Euro hat großen Anteil daran, dass wir die Finanz- und Wirtschaftskrise im weltweiten Vergleich gut bewältigt haben. Sein starker Binnen- wie Außenwert unterstreicht: Wir müssen nicht eine Währungskrise bewältigen, sondern die Haushaltskrisen einzelner Euro-Staaten.</p>
<div id="attachment_1238" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/wfabry/2157853327/"><img class="size-medium wp-image-1238" title="Euro" src="http://blogfraktion.de/wp-content/uploads/2011/03/EURO_2157853327_196db5d864_b-300x225.jpg" alt="Euro" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Euro in Europa (wfarby on flickr.com CC BY 2.0) </p></div>
<p>Die Staats- und Regierungschefs der EU beraten beim Europäischen Rat am 24./25. März umfassende Maßnahmen zur Sicherung der Stabilität. Dazu gehört erstens ein strengerer Stabilitätspakt: präzisere Kontrollen, früher einsetzende, quasi-automatische Sanktionen und die Berücksichtigung der Gesamtverschuldung im Defizitverfahren. Dazu gehört zweitens der Pakt für die Wettbewerbsfähigkeit. Ziel der besseren Koordination in der Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik ist, dass alle Euro-Staaten zu den jeweils wettbewerbsfähigsten aufschließen. Und dazu gehört drittens ein dauerhafter Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM) ab 2013. So macht Europa deutlich: Wir stehen zusammen, spekulative Angriffe auf einzelne Staaten können keinen Erfolg haben.</p>
<p>Dieses Paket greift zentrale deutsche Anliegen auf. Dies gilt insbesondere für die Ausgestaltung des ESM. Er wird durch Vertrag der beteiligten Staaten und nicht als EU-Einrichtung gegründet. Er darf als „ultima ratio“ nur tätig werden, wenn ein Euro-Staat über keinen Marktzugang mehr verfügt und die Stabilität der Euro-Zone insgesamt in Gefahr ist. Er wird nur auf einstimmigen Beschluss tätig, so dass Deutschland ein Vetorecht hat. Eine Unterstützung aus dem ESM wird an strenge Sanierungsauflagen gebunden. Die Hilfen werden als Kredite gegeben; sie müssen zurückgezahlt und verzinst werden. Nur in Ausnahmefällen können dazu Anleihen des betroffenen Staates direkt („auf dem Primärmarkt“) erworben werden. Wenn ein Euro-Staat über seine Verhältnisse lebt, werden dafür künftig nicht mehr allein die Steuerzahler aufkommen; vielmehr werden die privaten Gläubiger bei dauerhafter Zahlungsunfähigkeit eines Euro-Staates an der Sanierung beteiligt. Deutschland wird zum ESM entsprechend seinem Anteil an der Wirtschaftskraft der Euro-Zone so beitragen, dass er Rating-Bestnoten bekommt. Der Einlage dort wird damit ein verzinster Eigentumsanteil gegenüberstehen, der seinen Wert behalten wird.</p>
<p>Die Größenordnung des ESM mit seinem effektiven Volumen von 500 Milliarden Euro macht eine angemessene Einbindung des Bundestags erforderlich: Das gilt selbstverständlich für die Gründung des ESM, die auf gesetzlicher Grundlage erfolgt. Eine möglichst enge parlamentarische Beteiligung muss nach meiner Überzeugung aber auch vor jeder künftigen Aktivierung des ESM zwingend erfolgen.</p>
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		<title>Warum unser Verhalten in der Euro-Krise vorbildhaft ist</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 13:41:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Altmaier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei der gegenwärtigen Krise des Euro geht es darum, die Stabilität der Währung zu erhalten und die wirtschaftliche Entwicklung in Europa abzusichern. Der Euro ist in den zehn Jahren seines Bestehens aber auch zum Symbol des europäischen Modells der sozialen Marktwirtschaft geworden. Er ist ein weltweites Symbol unserer Wirtschaftsordnung, die sich von vielen anderen Wirtschaftssystemen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1030" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://blogfraktion.de/wp-content/uploads/2010/11/altmaier_ausschnittquer_quadrat-e1290691794692.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1030" title="Peter Altmaier" src="http://blogfraktion.de/wp-content/uploads/2010/11/altmaier_ausschnittquer_quadrat-150x150.jpg" alt="Peter Altmaier" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Peter Altmaier</p></div>
<p>Bei der gegenwärtigen Krise des Euro geht es darum, die Stabilität der Währung zu erhalten und die wirtschaftliche Entwicklung in Europa abzusichern. Der Euro ist in den zehn Jahren seines Bestehens aber auch zum Symbol des europäischen Modells der sozialen Marktwirtschaft geworden. Er ist ein weltweites Symbol unserer Wirtschaftsordnung, die sich von vielen anderen Wirtschaftssystemen, die es in der Welt gibt, abhebt. Deshalb ist es so wichtig, den Euro gegen Angriffe zu verteidigen und ihn stabil zu halten.</p>
<p>Ihn stabil zu halten, werden wir auf Dauer aber mit noch so vielen Rettungsschirmen nicht schaffen, sondern nur dann, wenn wir in Europa zu einer nachhaltigen Haushalts- und Finanzpolitik kommen, die dazu führt, dass die Bürger Vertrauen in das Ausgabengebaren der öffentlichen Hand haben.</p>
<p>Auf dem Weg zu diesem Ziel haben Angela Merkel und Wolfgang Schäuble bereits Wegweisendes und Bahnbrechendes erreicht: Zum ersten Mal seit Bestehen des Euro überhaupt ist es ihnen gelungen, in den Verhandlungen in Brüssel und in den Gesprächen im Rahmen von G 20 zu erreichen, dass das Ziel einer nachhaltigen, stabilen Haushaltspolitik nicht als deutsche Besonderheit mit einem Lächeln abgetan wird, sondern inzwischen von unseren wichtigen Partnerstaaten ‑ nicht nur den Niederlanden, Luxemburg, Dänemark und Österreich, sondern auch von unseren französischen Freunden und von den Vereinigten Staaten von Amerika ‑ anerkannt worden ist, und dass wir zum ersten Mal dabei sind, die weltweiten Finanzbeziehungen so zu ordnen, dass eine Chance besteht, in den nächsten Jahren den Weg aus dem Schuldenmachen und aus der Inflationsmentalität gemeinsam finden zu können.</p>
<p><span id="more-1031"></span>Genauso vorbildhaft wird auch das Konzept der Bundesregierung sein, einen permanenten Krisenbewältigungsmechanismus innerhalb der Währungsunion zu verankern, der künftig auch Kreditgeber wie große Banken und Finanzinvestoren mit ins Boot holt, wenn einem Staat Zahlungsunfähigkeit droht.  Der Finanzsektor agiert vor allem in den USA mittlerweile wieder so, als habe es die Finanzkrise gar nicht gegeben. Auch deshalb ist es ausgeschlossen, dass in der nächsten Krise wieder die Hauptkosten vom Steuerzahler gedeckt werden. Es müssen in diesem Fall auch Finanzinvestoren auf einen Teil ihrer Ansprüche verzichten; und das sollte bereits in den Bedingungen der Ausgabe neuer Staatsanleihen vereinbart sein. Es darf nicht mehr sein, dass es für die privaten Gläubiger nur die Ertragschancen, aber kein Risiko gibt. Denn nur, wenn die privaten Gläubiger mit in Haftung genommen werden, drücken die Zinsen auch tatsächlich aus, wie solide Regierungen wirtschaften.</p>
<p>Der Weg zu einer nachhaltig stabilitätsorientierten Wirtschafts- und Finanzunion ist noch weit, das Ziel ist aber schon in Sichtweite. Es ist tatsächlich alternativlos.</p>
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		<title>Nur 6 Prozent von der Krise stark betroffen</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 08:13:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>blogfraktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Jüngste Meinungsumfragen zeigen Erstaunliches: Nur 6 Prozent der Bevölkerung sehen sich stark von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen, 41Prozent sind zuversichtlich, dass die Krise ihr Leben auch weiterhin gar nicht beeinflusst.  In diesen Zahlen liegt nach Ansicht von Professor Renate Köcher vom Institut für Demoskopie in Allensbach der Schlüssel für die außerordentlich guten Umfragewerte der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jüngste Meinungsumfragen zeigen Erstaunliches: Nur <strong>6 Prozent der Bevölkerung</strong> sehen sich <strong>stark</strong> von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen, 41Prozent sind zuversichtlich, dass die Krise ihr Leben auch weiterhin gar nicht beeinflusst.  In diesen Zahlen liegt nach Ansicht von Professor Renate Köcher vom <a href="http://www.ifd-allensbach.de/">Institut für Demoskopie in Allensbach</a> der Schlüssel für die außerordentlich guten Umfragewerte der Bundeskanzlerin sowie den bei den Europawahlen deutlich gewordenen Zuspruch zu den bürgerlichen Parteien.</p>
<div id="attachment_576" class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-576" title="Von der Krise abgeschirmt" src="/wp-content/uploads/2009/06/krise_1.png" alt="Von der Krise abgeschirmt" width="400" height="168" /><p class="wp-caption-text">Von der Krise abgeschirmt</p></div>
<p>Diese fast <strong>unbeschwert</strong> zu nennende Stimmung angesichts der größten Wirtschaftskrise seit 1929 zeigt sich auch in den gerade <a href="http://www.gfk.com/imperia/md/content/presse/pm_konsumklima_juni_09_dfin.pdf">veröffentlichten Zahlen zum Konsumverhalten</a> (PDF) der Bevölkerung. Danach glauben mehr Menschen als im Vormonat an eine bessere wirtschaftliche Entwicklung und daran, künftig mehr Geld zur Verfügung zu haben als heute.</p>
<p>&#8220;Die Menschen sind bereit, auch die positiven Fakten zu sehen und nicht nur die negativen&#8221;, sagte der Vorstandschef der <a title="GfK" href="http://www.gfk.com" target="_blank">Gesellschaft für Konsumforschung</a> (GfK), Dr. Klaus L. Wübbenhorst. Dazu zählten die niedrige Inflation, die Konjunkturpakete und die robuste Lage auf dem Arbeitsmarkt. Auch die Auswirkungen der guten Tarifabschlüsse seien zu spüren, hinzu komme die bevorstehende Rentenerhöhung. &#8220;Die Leute wollen sich nicht unterkriegen lassen&#8221;, sagte Wübbenhorst.</p>
<p>Damit gelingt es der Kanzlerin und ihrer Koalition offenbar, in der Krise und angesichts schwierigster Entscheidungen, für die es historisch keine Beispiele gibt, den richtigen Kurs zu steuern. Bestandteil dieses Kurses sind die Konjunkturpakete und die Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzmarktes, die vom Bundestag beschlossen worden sind.</p>
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		<title>Der Euro vor einer neuen Herausforderung?</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 19:28:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Waigel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Euro hat sich auch in der globalen Finanzkrise als Stabilitätsanker im Weltfinanzsystem erwiesen, schreibt der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel. Kassandra-Rufe werden durch die Realität widerlegt. Die Aufschläge, die Länder mit laxer Haushaltspolitik zahlen müssen, wären ohne Euro viel höher. Die Europäische Gemeinschaftswährung ist mittlerweile zehn Jahre alt. Der Euro hat seine innere Stabilität unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_372" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><em><img class="size-thumbnail wp-image-372" title="Theodor Waigel, ehemaliger Bundesfinanzminister" src="/wp-content/uploads/2009/03/waigel350-150x150.jpg" alt="Theodor Waigel, ehemaliger Bundesfinanzminister (Foto: Hanns-Seidel-Stiftung)" width="150" height="150" /></em><p class="wp-caption-text">Theodor Waigel, ehemaliger Bundesfinanzminister (Foto: Hanns-Seidel-Stiftung)</p></div>
<p><em>Der Euro hat sich auch in der globalen Finanzkrise als Stabilitätsanker im Weltfinanzsystem erwiesen, schreibt der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel. Kassandra-Rufe werden durch die Realität widerlegt. Die Aufschläge, die Länder mit laxer Haushaltspolitik zahlen müssen, wären ohne Euro viel höher.</em></p>
<p>Die Europäische Gemeinschaftswährung ist mittlerweile zehn Jahre alt. Der Euro hat seine innere Stabilität unter Beweis gestellt. Nach dem Dollar hat er sich zur zweitwichtigsten Handels- und Reservewährung entwickelt. In der Zeit nach dem Platzen der New Economy-Blase und nach den Erschütterungen des 11. September 2001 hat er seine <strong>Feuerprobe bestanden</strong>. Und auch in der jetzigen globalen Finanzkrise hat er sich als <strong>Stabilitätsanker im Weltfinanzsystem</strong> erwiesen. Mit der Europäischen Zentralbank hat Europa endlich jene Telefonnummer, die Henry Kissinger gegenüber der EU so lange vermisst hat.</p>
<p><span id="more-373"></span><strong>Die Vorteile des Euro sind unbestritten.</strong> Zu ihnen gehört insbesondere die tendenzielle Entstehung eines integrierten Finanzmarkts. Bestanden vor der Euro-Einführung zwischen den EU-Mitgliedern erhebliche Differenzen im Hinblick auf die Kapitalmarktzinsen, kam es mit der Gemeinschaftswährung zu einem fast einheitlichen Zinsniveau. Gewinner dieser Entwicklung waren vor allem jene Staaten, die mit hohen Schuldenständen zu kämpfen hatten, denn ihre Zinsausgaben gingen infolge gesunkener Zinssätze erheblich zurück.</p>
<p>Auch die Europäische Union blieb bekanntlich von der Finanzmarktkrise nicht verschont. Die Währungen mehrerer osteuropäischer Beitrittsländer gerieten unter Druck, da sie einen spürbaren Kapitalabfluss zu verzeichnen hatten. Dies führt zwangsläufig zu Problemen in der Zahlungsbilanz. Doch im nachlassenden Vertrauen der Finanzmärkte zeigt sich letztlich nur, dass diese Staaten ihren reformpolitischen Hausaufgaben nicht ausreichend nachgekommen sind. Bei aller gebotenen innereuropäischen Solidarität ist in dieser Stunde primär nicht die EU gefragt. Vielmehr ist in dieser Situation der <strong>Internationale Währungsfonds</strong> der geeignete Ansprechpartner, da er Kredithilfen an geeignete Auflagen im Hinblick auf solide Staatsfinanzen und wirtschaftliche Reformen knüpfen kann.</p>
<p><strong>Betroffen von der Krise sind aber auch einige Mitglieder der Euro-Zone. </strong>Infolge ihrer <strong>laxen Haushaltspolitik</strong> müssen sie im Zuge der Finanzkrise auf ihre <strong>Staatsanleihen Risikoaufschläge</strong> &#8211; in der Fachsprache Spreads genannt &#8211; zahlen. Allerdings halten sich diese Aufschläge in Grenzen. Sie bewegen sich bei Griechenland und Irland bei über zwei Punkten, bei Italien, Belgien und Spanien bei gut einem Punkt. Fundamentalkritiker des Euro nehmen dies zum Anlass, ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone an die Wand zu malen. Doch die Realität sieht anders aus. Keiner dieser Kassandra-Rufer stellt die Frage, wie es um diese Länder stünde, wenn sie nicht der Euro-Zone angehören würden. Die Spreads betrügen dann nicht ein bis zwei Prozent, sondern fünf bis sechs Prozent, wie dies noch vor Einführung des Euro der Fall war. Auch Deutschland stünde bei einem solchen Szenarium schlechter dar. In Krisen wie der jetzigen wäre es mit Sicherheit zu einem Aufwertungsdruck gegenüber der D-Mark gekommen mit der Folge eines völligen Zusammenbruchs unserer Exporte. Weder Deutschland noch den übrigen Euro-Mitgliedern wäre mit einem Auseinanderbrechen der Währungsunion gedient. Kassandra wird mithin auch in der jetzigen Bewährungsprobe widerlegt werden.</p>
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		<title>Eine Gelegenheit für die G20 und die Welt</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 20:03:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>one</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Hunderte Unterstützer der entwicklungspolitischen Organisation ONE dankten im Dezember 2008 den Koalitionsfraktionen für die Erhöhung des Entwicklungshilfeetats um 800 Millionen Euro. blogfraktion.de hat ONE deshalb eingeladen, in der Krise auch den Blick auf die ärmsten Länder der Welt zu richten. Der französische Schriftsteller Alphonse Allais sagte einmal „Wenn der Reiche abmagert, verhungert der Arme&#8221;. Dies [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hunderte Unterstützer der entwicklungspolitischen Organisation ONE <a title="Dank von ONE an die große Koalition" href="http://www.cducsu.de/Titel__Dank_fuer_Erhoehung_der_Entwicklungshilfe_und_Mahnung_Versprechen_zu_halten/TabID__1/SubTabID__5/InhaltTypID__4/InhaltID__11711/Inhalte.aspx" target="_blank">dankten im Dezember 2008 den Koalitionsfraktionen</a> für die Erhöhung des Entwicklungshilfeetats um 800 Millionen Euro. blogfraktion.de hat ONE deshalb eingeladen, in der Krise auch den Blick auf die ärmsten Länder der Welt zu richten. </em></p>
<div id="attachment_350" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><img class="size-thumbnail wp-image-350" title="ONE" src="/wp-content/uploads/2009/03/one-logo-web-xl-150x150.gif" alt="ONE" width="150" height="150" /><p class="wp-caption-text">Zwei Millionen Menschen weltweit unterstützen ONE</p></div>
<p><strong>Der französische Schriftsteller Alphonse Allais sagte einmal „Wenn der Reiche abmagert, verhungert der Arme&#8221;. Dies könnte sich in der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise bewahrheiten. </strong></p>
<p>Seit letztem Herbst hat sich die Finanzkrise auf die gesamte Weltwirtschaft übertragen. Nach Schätzungen der Weltbank werden dadurch in den Entwicklungsländern 53 Millionen Menschen unter die Armutsgrenze fallen. Die Lebensmittel- und Energiekrise des letzten Jahres brachte schon etwa 130 bis 155 Millionen zurück in Armut, die ihr gerade entkommen waren.</p>
<p><span class="youtube">
<iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/embed/Jg58AeYiehg?color1=d6d6d6&amp;color2=f0f0f0&amp;border=0&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;autoplay=0&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0&amp;rel=1" frameborder="0"></iframe>
</span><p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=Jg58AeYiehg">www.youtube.com/watch?v=Jg58AeYiehg</a></p></p>
<p><span id="more-351"></span>Viele Länder Afrikas bekommen die Krise zu spüren, weil Exporte und Rücküberweisungen der Auswanderergemeinden zurückgehen. Die Vereinten Nationen rechnen im ungünstigsten Fall für die afrikanischen Entwicklungsländer mit einem Wirtschaftswachstum von nur 0,1 Prozent für 2009 -- nach 6,0 Prozent in 2007 und 5,1 Prozent in 2008.</p>
<p>Eine tragische Entwicklung: nicht nur, weil diese Menschen die Krise nicht verschuldet haben. Ihren Regierungen fehlen auch die Mittel, um die Konjunktur anzukurbeln oder die Auswirkungen sozial abzufedern. Wenn die G20 Maßnahmenpakete schnüren, müssen sie deswegen auch die ärmsten Menschen der Welt mit bedenken.</p>
<p>Dies gilt aber nicht nur aus Gründen der Fairness und Gerechtigkeit. Es gilt auch, weil mittelfristig nur eine Lösung mit diesen Ländern und Menschen langfristige Stabilität und Wachstum garantiert. Am 2. April wird sich das Augenmerk der G20-Staats- und Regierungschefs zunächst auf kurzfristiges Krisenmanagement richten. Wenn es ihnen gelingt, auch die armen Länder in die Weltwirtschaft einzubinden, kann außerdem eine langfristige Chance für das 21. Jahrhundert entstehen.</p>
<p><strong>Afrika als Teil der Lösung</strong></p>
<p>Wir betrachten die Entwicklungsländer oft als weit entfernte Gebiete, die unsere Aufmerksamkeit bestenfalls aus humanitären Gründen benötigen. Aber die Welt ist inzwischen so stark vernetzt, dass ein stabiles und aufstrebendes Afrika Vorteile für alle Weltregionen hätte -- insbesondere für den 14 Kilometer entfernten Nachbarkontinent Europa.</p>
<p>Afrika und andere Entwicklungsländer können zur Lösung der drängendsten globalen Probleme beitragen. Das zeigen die vier aktuellen Krisen: die Weltwirtschaftskrise, die Nahrungsmittelkrise, die Energiekrise und die Klimakrise.</p>
<p><strong>Afrika als Investmentchance (Wirtschaftskrise)</strong></p>
<p>Seit zehn Jahren wächst die Wirtschaft in 18 Ländern Afrikas Jahr für Jahr im Schnitt um über 5,5 Prozent. Erdöl exportierende Staaten sind hier nicht mit eingerechnet. In kaum einer anderen Weltregion wuchsen in den letzten Jahren die Börsen schneller als in Afrika. Unter den Topreformern zum Wirtschaftsklima der letzten Jahre sind vier afrikanische Länder. Diese Trends zeigen Afrikas Potential für rentable Investitionen.</p>
<p><strong>Afrika als Kornkammer (Nahrungsmittelkrise)</strong></p>
<p>Afrika hat das Potenzial, nicht nur die eigene Bevölkerung zu ernähren, sondern zusätzlich Lebensmittel zu exportieren. Einer der Gründe für die Nahrungsmittelkrise sind mangelnde Investitionen in landwirtschaftliche Produktivität. Die Weltbank geht davon aus, dass Wachstum in der Landwirtschaft doppelt so effektiv zur Bekämpfung der Armut ist wie Wachstum in anderen Sektoren. Nach Angaben der FAO werden aber nur 14,2 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen Afrikas tatsächlich genutzt. Durch Investitionen könnte ein größerer Teil bewirtschaftet werden, was wiederum zu höheren Erträgen führt.</p>
<p><strong>Hochspannung made in Afrika (Energiekrise)</strong></p>
<p>John Ghazvinian berichtet in seinem Buch „Untapped: The Scramble for Africas Oil&#8221;, dass ein Drittel aller neuen Erdöllagerstätten seit dem Jahr 2000 in Afrika gefunden wurden. Noch wichtiger ist Afrikas Potenzial zur Erzeugung nachhaltiger Energie: Wenn nur ein Prozent der Sahara mit Sonnenkollektoren bestückt wäre, könnten solarthermische Kraftwerke den Energiebedarf Westeuropas decken. Das erste solarthermische Kraftwerk in Ägypten wird aktuell von der deutschen Firma „Solar Millennium&#8221; vorangetrieben. Im afrikanischen Graben kann man darüber hinaus sehr effiziente geothermische Anlagen errichten. In Kenia produzieren solche Kraftwerke bereits Strom.</p>
<p><strong>Das grüne Afrika (Klimakrise)</strong></p>
<p>Afrikanische Länder haben zum Klimawandel am wenigsten beigetragen. Trotzdem trifft er sie am härtesten. Diese Länder verfügen aber nicht über die Mittel, sich an die Auswirkungen anzupassen. Gleichzeitig liegt aber auch der Schlüssel zur Linderung des Klimawandels in Afrika: Der zweitgrößte zusammenhängende Regenwald der Welt befindet sich dort. Darüberhinaus betreiben Privatsektor-Pioniere wie „Green Resources&#8221; inzwischen die Wiederaufforstung als profitables Geschäft. Afrikas Möglichkeiten bei der Gewinnung grünen Stroms haben wir schon angesprochen.</p>
<p><strong>Was kann geschehen?</strong></p>
<p>Momentan bilden diese vier Bereiche nur mögliche Beiträge Afrikas zur Lösung globaler Probleme. Investitionen, Handelsreform und eine neue Weltfinanzordnung können diese Möglichkeiten zu Wirklichkeiten werden lassen. Hier sind die G20 gefragt.</p>
<p><strong>Investitionen </strong></p>
<p>Viele der oben genannten Potenziale lassen sich privatwirtschaftlich gewinnbringend nutzen. Zur entwicklungspolitischen Flankierung spielen aber auch öffentliche Investitionen eine wichtige Rolle. Dies gilt umso mehr, da die Finanzkrise vielen Anlegern die Lust aufs Risiko genommen hat.</p>
<p>Voraussetzung jedes Investitionsplanes ist daher, dass die G20 die Refinanzierung afrikanischer Länder sicherstellen. Dafür müssen sie den internationalen Finanzinstitutionen mehr Mittel zur Verfügung stellen. Die Weltbank hat die Kreditlinien für ihre „Kunden&#8221; stark ausgeweitet. Sie ist damit so weit gegangen wie es ihr möglich war ohne das AAA-Rating zu gefährden. Die IDA muss nun zuverlässige Zusagen für weitere Mittel erhalten. Einen Rahmen auf den die G20 aufbauen können gibt es bereits: Sowohl auf EU- als auch auf G8-Ebene haben sich die Geber zur Erhöhung ihrer Hilfe an die Länder des Südens verpflichtet. Diese Versprechen müssen sie nun einlösen.</p>
<p><strong>Handelsreform</strong></p>
<p>Auch im Interesse der Armen muss man jetzt Protektionismus vermeiden. Die weltweiten Konjunkturpakete wirken bereits wettbewerbsverzerrend auf ärmere Länder ohne fiskalischen Spielraum. Zusätzliche Handelshindernisse würden ihre Exportchancen weiter verringern. Angriff ist hier die beste Art der Verteidigung: der Welthandel sollte so reformiert werden, dass er allen Ländern Afrikas quoten- und zollfreien Zugang für alle Produkte auf den europäischen Markt erlaubt. Ideales Forum dafür: die Doha Runde. Falls das nicht realisierbar ist, können Europäer und Afrikaner auch die Economic Partnership Agreements (EPAs) (nach)verhandeln. Wichtig ist das Ergebnis: eine Chance für Afrika, sich in den Weltmarkt zu integrieren. Dazu gehört aber auch ein Investitionsaspekt: die EU hat zwei  Milliarden Euro zum handelsbezogenen Infrastrukturausbau zugesagt. Stichwort: „Aid-For Trade&#8221;. Dies ist nur ein Teil der benötigten 12-13 Milliarden USD. Die G20 sollten deswegen weitere afrikanische Infrastrukturprojekte, die der rigorosen technischen Überprüfung der Afrikanischen Entwicklungsbank oder von NEPAD standgehalten haben, finanzieren.</p>
<p><strong>Weltfinanzordnung: Financial Governance</strong></p>
<p>Die Stimmenverteilung in den Bretton Woods Organisationen darf sich nicht nur nach den Finanzbeiträgen der Mitgliedsländer richten. Sowohl die wachsende finanzpolitische Stärke der Schwellenländer als auch die wachsende Bevölkerung der Entwicklungsländer sollte berücksichtigt werden. Darüberhinaus sollte die Position der ärmsten Länder Afrikas auch in der G20 gestärkt werden, etwa indem der Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank, Donald Kaberuka, eingeladen wird.</p>
<p>Inhaltlich müssen zumindest zwei Aspekte umgesetzt werden: Zum einen sollten die G20 bestehende Initiativen wie die Extractive Industries Transparency Initiative, die die Verbesserung der Transparenz von Zahlungsflüssen im Rohstoffsektor zum Ziel haben, stärken. Zum anderen sollten die G20 dazu beitragen, dass die Steuerbasis der Entwicklungsländer gestärkt wird. durch Steueroasen entgeht Entwicklungs- wie Industrieländern viel Geld: geschätzte 500 Milliarden US-$ jährlich. Es ist also im Interesse aller Staaten, Steueroasen auszutrocknen. Afrikanische Länder sollten auch dabei unterstützt werden, illegal ins Ausland gebrachte Gelder wiederaufzuspüren.</p>
<p>Wenn die G20 diese historische Chance nutzen, eröffnen sie nicht nur Millionen Menschen den Weg aus der Armut in ein selbstbestimmtes Leben. Sie ergreifen auch im eigenen Interesse den Schlüssel zur Lösung der vier schwersten globalen Krisen unserer Zeit.</p>
<p><em>ONE ist eine Lobby- und Kampagnenorganisation. Weltweit unterstützen über zwei Millionen Menschen aller Gesellschaftsbereiche und Glaubensrichtungen ONE mit ihrem Namen im Kampf gegen extreme Armut und vermeidbare Krankheiten, insbesondere in Afrika. </em></p>
<p><em>Mehr über ONE: <a title="ONE Deutschland" href="http://www.one.org/de/uber/" target="_blank">www.one.org</a><br />
</em></p>
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		<title>Finanzmarkt und Ersparnisse der Bürger schützen</title>
		<link>http://blogfraktion.de/2009/03/06/finanzmarkt-und-ersparnisse-der-burger-schutzen/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 07:25:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Kauder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[www.youtube.com/watch?v=qa2R3BS7aRI Text des Video-Statements: Ein moderner Industriestaat, ein moderner Produktionsstandort braucht ein funktionierendes Finanzmarktsystem, also Banken, die unserer Wirtschaft Geld zur Verfügung stellen können für Investitionen. Dies ist ein Teil der Daseinsvorsorge, die der Staat sicherstellen muss. Und deshalb müssen Banken, die dieses System ausmachen, die existenziell zu diesem System gehören in einer Notsituation, wie [...]]]></description>
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</span><p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=qa2R3BS7aRI">www.youtube.com/watch?v=qa2R3BS7aRI</a></p><br />
<span id="more-251"></span><strong>Text des Video-Statements:</strong> Ein moderner Industriestaat, ein moderner Produktionsstandort braucht ein funktionierendes Finanzmarktsystem, also Banken, die unserer Wirtschaft Geld zur Verfügung stellen können für Investitionen. Dies ist ein Teil der Daseinsvorsorge, die der Staat sicherstellen muss.</p>
<p>Und deshalb müssen Banken, die dieses System ausmachen, die existenziell zu diesem System gehören in einer Notsituation, wie wir sie jetzt auf Grund der Finanzmarktkrise haben, auch gestützt werden. Sie dürfen nicht in Konkurs geschickt werden, weil dies zu Konsequenzen führen würde, nicht nur für die deutsche Wirtschaft, sondern für all diejenigen, die Konten bei Banken haben, ihr Erspartes sichern wollen, Konsequenzen hätte, die nicht tragbar wären.</p>
<p>Und deshalb müssen wir die HRE, die Hypo Real Estate, auch stützen, und müssen dafür sorgen, dass sie auch in Zukunft unser System erhalten kann und nicht beschädigt. Das ist der Grund warum wir bei der Hypo Real Estate eingreifen, also um den Finanzmarkt und die Ersparnisse der Bürgerinnen und Bürger zu schützen.</p>
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		<title>Airbag für das deutsche Finanzsystem</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 06:30:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Kauder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Finanzmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[BaFin]]></category>
		<category><![CDATA[HRE]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
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		<description><![CDATA[CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder will die HRE vor dem Konkurs bewahren, nicht im Interesse der Aktionäre, sondern im Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Denn trotz der umfangreichen Bürgschaften des Bundes erweise sich das Institut als &#8220;tickende Zeitbombe&#8221;. Der Bund ist mit in einer in der deutschen Finanzgeschichte beispiellosen Rettungsaktion einer Bank, der deutschen Hypo Real Estate [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_272" class="wp-caption alignleft" style="width: 130px"><img class="size-thumbnail wp-image-272" title="Volker Kauder" src="/wp-content/uploads/2009/03/kauder_-150x150.jpg" alt="Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender" width="120" height="120" /><p class="wp-caption-text">Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender</p></div>
<p><em>CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder will die HRE vor dem Konkurs bewahren, nicht im Interesse der Aktionäre, sondern im Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Denn trotz der umfangreichen Bürgschaften des Bundes erweise sich das Institut als &#8220;tickende Zeitbombe&#8221;.</em></p>
<p>Der Bund ist mit in einer in der deutschen Finanzgeschichte beispiellosen Rettungsaktion einer Bank, der deutschen Hypo Real Estate Holding AG (HRE), zur Seite gesprungen und hat damit eine Bankenkrise wie in den USA verhindert. Mit einer Bürgschaft in Höhe von mittlerweile über 100 Milliarden Euro haben Bund und Banken dafür gesorgt, einen drohenden Zusammenbruch der HRE abzuwenden.</p>
<p><span id="more-263"></span>Trotz aller daran laut gewordenen Kritik gab es im Interesse des Gemeinwohls zur Rettung keine Alternative: Ein Zusammenbruch hätte zu einer Abwertungsspirale der Aktiva vieler weiterer Institute geführt und damit möglicherweise auch zu existenzbedrohenden Eigenkapitalverlusten bei weiteren Banken, die ihrerseits den Dominoeffekt vergrößert hätten. Die psychologischen Auswirkungen eines solchen Szenarios hätten in der Folge zu einem Vertrauensschwund in der gesamten Finanzbranche geführt und damit auch zu höheren Refinanzierungskosten der Institute. Fallende Aktienkurse der Banken und dadurch verursachte geringere Marktkapitalisierungen erleichterten dann in der Folge feindliche Übernahmen. Hätte der Staat hier nicht unterstützend eingegriffen, wäre es zu Schäden gekommen, die die Allgemeinheit weit härter getroffen hätten, als wenn der Staat vielleicht als Bürge eintreten müsste. <strong>Der Zusammenbruch der HRE hätte wahrscheinlich gravierendere Folgen für das Finanzsystem als die Pleite von Lehman Brothers in den USA.</strong></p>
<p>Die Frage, ob und mit welcher Summe der Steuerzahler aus der Bürgschaft letztlich in Anspruch genommen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand beantworten. Die Bundesregierung hat im Interesse der Steuerzahler darauf bestanden, dass sämtliche Vermögensgegenstände des strauchelnden Finanzinstitutes vorrangig für Haftungszwecke zur Verfügung stehen. Mit der Bundesbürgschaft wurde erreicht, die HRE weiterzuführen und zukünftig die Sicherheiten schonend verwerten zu können. Sie müssen nicht &#8211; wie im Falle einer Liquidation &#8211; um jeden Preis verschleudert werden.</p>
<p><strong>Aber trotz der Bürgschaft erweist sich die HRE als tickende Zeitbombe</strong>: In wenigen Wochen muss die Bank ihren Jahresbericht vorlegen, dessen Inhalt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen zwänge, das Institut sofort zu schließen. <strong>Aus diesem Grund wollen wir das Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz schnell verabschieden.</strong> <strong>Es ist der Airbag für das deutsche Finanzsystem. </strong>Nur eine direkte Beteiligung des Bundes an der HRE kann jetzt noch Refinanzierungsmöglichkeiten für die Bank schaffen: Der Markt gewinnt wieder genügend Vertrauen in das Institut, um diesem zu akzeptablen Zinsen weitere Kredite zu ermöglichen.</p>
<p>Die erforderliche Beteiligung des Bundes, mindestens 75 Prozent plus einer Aktie, konnte bisher nicht erreicht werden, da die jetzigen Anteilseigner ihre Aktien nicht freiwillig verkaufen, insbesondere der Minderheitsaktionär Flowers. Soweit eine Beteiligung über den Markt (Kauf der Aktien) nicht möglich ist, schafft sich der Bund mit dem Gesetz die Möglichkeit, im Wege einer Kapitalerhöhung unter erleichterten Bedingungen die notwendige Aktienmehrheit zu erhalten.</p>
<p>Großaktionär Flowers könnte allerdings mit seiner Sperrminorität eine Kapitalerhöhung auf der Hauptversammlung verhindern, was die Insolvenz zur Folge hätte. Nur für den Fall, dass eine Beteiligung des Bundes über den Weg der Hauptversammlung nicht hergestellt werden könnte, sichert sich der Staat jetzt gesetzlich als Ultima Ratio den nötigen Handlungsspielraum. Falls alle einvernehmlichen Lösungen scheitern, kann der Bund die Anteile zwangsweise übernehmen. Das hat mit Enteignung nichts zu tun, denn der Markt selbst hat die Aktionäre der HRE schon längst enteignet.</p>
<p>Für mich ist klar: Dass die HRE überhaupt noch existiert, dass ihre Aktionäre überhaupt noch Eigentümer sind, ist allein der enormen bisher schon geleisteten Bundeshilfe geschuldet. Deshalb hat Clemens Fuest absolut recht: Jede Entschädigung, selbst die geringste, wäre schon ein Geschenk an die Aktionäre. In diesem Sinne hoffe ich immer noch auf eine gütliche Einigung im Interesse aller Beteiligter.</p>
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