Archiv für “Soziale Marktwirtschaft”

Unternehmen sind ein zentraler Akteur in der Sozialen Marktwirtschaft. Sie sind wichtig für das Wirtschaftswachstum und die Entwicklung von Volkswirtschaften und damit von hoher Relevanz für den Wohlstand und die Lebensqualität ihrer Gesellschaften.

Auf zu neuen Ufern: nur mit großen Innovationsleistungen wird nachhaltiges Wirtschaften und damit nachhaltiges Wachstum künftig möglich sein (pedrosimoes7 on flickr.com, CC BY 2.0)

 

Um im (internationalen) Wettbewerb bestehen zu können, müssen Unternehmen besser und schneller sein und sich von anderen durch Lösungen, Funktionalität, Qualität, Zuverlässigkeit, die Erfüllung spezifischer Kundenbedürfnisse, Einmaligkeit und/oder Originalität unterscheiden. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit für Unternehmen sich und ihr Geschäftsmodell ständig zu hinterfragen und bei Bedarf zu erneuern. Innovationen und technischer Fortschritt sind es, die aus einem guten Unternehmen ein führendes Unternehmen machen.

Innovationen und technischer Fortschritt generieren nach Maßgabe vieler Ökonomien Wachstum, nicht nur betriebswirtschaftliches, sondern auch volkswirtschaftliches Wachstum.

Ein Unternehmen, dass sich fortentwickelt, dass Innovationen und Fortschritt generiert, wird also wachsen. Unter „Unternehmenswachstum“ ist dabei nicht alleine die Größe oder die Kapitalisierung gemeint, sondern die Möglichkeit, Gewinne zu reinvestieren, Innovationen auf den Markt zu bringen und sich somit langfristig im Wettbewerb behaupten zu können.

Wachstum und Innovationsfähigkeit sind zwei sich gegenseitig bedingende Größen. Die „conditio sine qua non“, das Paradigma, um beides zu erreichen, ist die Nachhaltigkeit. Denn nur nachhaltig wirtschaftende Unternehmen werden langfristig erfolgreich sein.

Der Begriff des „nachhaltigen Wirtschaftens“ hat in deutschen und internationalen Unternehmen in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Unternehmen sind sich mehr denn je ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst und sehen in Nachhaltigkeits-Herausforderungen auch geschäftliche Chancen.

Ein nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen hat die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, reflektiert und mit langfristiger Perspektive mit natürlichen, ökonomischen und gesellschaftlichen Belangen und Ressourcen umzugehen. Entscheidend ist hier das Ausbalancieren dieser drei Dimensionen. Das bedeutet, dass in jedem Einzelfall angestrebt wird, die positiven Auswirkungen der Entscheidung auf jede der drei Dimensionen zu optimieren und die negativen zu minimieren.

Unter unternehmerischer Nachhaltigkeit soll daher nicht eine Kommunikationsstrategie, die dem Unternehmen einen grünen Anstrich geben soll, verstanden werden, sondern ein im Kerngeschäft des Unternehmens verankertes Prinzip. Hierzu gehört erstens, dass Unternehmen sowohl ihre Produkte als auch ihre Prozesse und Lieferketten beispielsweise auf effizienten Ressourceneinsatz, Umweltauswirkungen des unternehmerischen Handelns sowie die Einhaltung von Arbeitnehmer- und Menschenrechten überprüfen. Hierzu gehört zweitens, dass die Langfristigkeit von Geschäftsmodellen im Auge behalten wird, etwa die Renditechancen jeder einzelnen Investition. Und schließlich drittens, dass Herausforderungen der Nachhaltigkeit wie etwa der Klimaschutz als Geschäftschance ergriffen werden.

Ein solches auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit angelegtes unternehmerisches Verhalten wird zunehmend auch von Kunden, Mitarbeiter, Kapitalgeber und der Gesellschaft an sich, den sogenannten Stakeholdern eingefordert. Ein Unternehmen, das nachhaltiges Wirtschaften ernst nimmt, muss sich also für diese vier Interessengruppen einsetzen, denn Unternehmen können nur in einer Umgebung existieren, die in sich gesund ist.

Die Entwicklung eines Unternehmens kann nur vor dem Hintergrund des Wohls dieser vier Anspruchsgruppen erfolgen. Dabei ist ein Interessenausgleich nicht immer einfach, nicht nur zwischen den Stakeholdern, sondern auch im nationalen und internationalen Kontext.

Insgesamt muss die gesellschaftliche Akzeptanz von Unternehmenshandlungen erhalten bzw. wiederhergestellt werden. Dazu braucht es gute regulatorische Leitplanken. Der Markt muss dabei durch das Setzen von Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass die Marktteilnehmer – und nicht der Staat – nach den besten Lösungen suchen.

Dazu gehört, dass die Rahmenbedingungen für die möglichst effiziente Nutzung knapper Ressourcen richtig gesetzt werden. Dafür braucht man ein System relativer Preise, das Kosten und Nutzen der einzelnen Wirtschaftsgüter für die ökonomischen Akteure möglichst vollständig abbildet. Die ständige Suche nach Effizienzpotentialen und Substituten im Bereich besonders sensitiver Rohstoffe zeigt, dass dieser Prozess funktioniert.

Der Entwicklung der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Wirtschaftens in eine CO2-neutrale, ressourcenschonende, umweltfreundliche und soziale Wirtschaftsweise ist mit grundlegenden Umwälzungen verbunden. Um das zu erreichen, wird die Wirtschaft eine enorme Innovationsleistung aufbringen müssen. Dies wird einen Fortschritt in technischem und prozessualem Wissen und damit in der Ausbildung der Menschen bedeuten.

Prof. Hanns-Michael Hölz ist Beauftragter des Vorstandes von econsense, des Forum für Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V. Er ist Mitglied der Enquete-Kommission “Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität”. Vedrana Lemor, Co-Autorin des Artikels, leitet die econsense Geschäftsstelle.


Am Wochenende hat die Partei DIE LINKE mal wieder die Systemfrage gestellt. Freiheit durch Gleichheit. Sozialismus statt Kapitalismus. Das sind die Kernforderungen im neuen Grundsatzprogramm.  Ein Programm voller Widersprüche und Denkfehler.

Lafontaines und Gysis geschliffene Reden täuschen über Misstrauen und mangelnden Respekt hinweg, die in der Linken herrschen (Clemens Bilan/dapd)

Erstens leben wir nicht im Kapitalismus. Unsere Wirtschaftsordnung in Deutschland ist die Soziale Marktwirtschaft, gerade nicht der Kapitalismus. Das bedeutet: wirtschaftliche Vernunft und der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft gehören zusammen.

Aber:  dieser Wohlstand muss erst erwirtschaftet werden. Nur dann können wir etwas verteilen.

Die Linke will verteilen, ohne zu erwirtschaften. Dass das nicht funktioniert, müsste ihnen doch spätestens an den zahlreichen Beispielen in den vergangenen Monaten klar geworden sein. Ein starker, fürsorgender Staat, wie ihn beispielsweise Griechenland hatte, kann nur auf Dauer bestehen, wenn er auf einem starken wirtschaftlichen Fundament steht. Mit 30-Stunden-Woche, Rente mit 60 und Verstaatlichung von Unternehmen, wie es die Linke fordert, bekommen wir Staatsverschuldung und die nächste Krise, aber sicher keinen Wohlstand!

Der zweite Trugschluss:  Die Probleme, die wir derzeit haben, liegen nicht am System selbst. Die soziale Marktwirtschaft ist nicht das Problem, sondern die Lösung des Problems.

Denn die soziale Marktwirtschaft sieht Regulierungen vor, die das Gleichgewicht zwischen ökonomischer Effizienz und Wettbewerb und sozialer Gerechtigkeit garantieren sollen. Auswüchse, wie auf den internationalen Kapitalmärkten und in verschiedenen Staaten zu beobachten, widersprechen diesem System. Und deshalb ist es richtig, dass wir auf europäischer Ebene und weltweit unsere Vorstellungen einer sozialen Marktwirtschaft wieder stärker durchsetzen. Es ist richtig, dass wieder stärker regulieren und diese Auswüchse eindämmen.

Mit dem Ruf nach einem Systemwechsel, nach der Einführung des Sozialismus geben sie die völlig falsche Antwort. Niemals in der Geschichte hat Sozialismus funktioniert. Immer hat er zu Armut und Unterdrückung geführt, nie zu Wohlstand und Freiheit. Wirtschaftlich hat er zu Planwirtschaft und Innovationsfeindlichkeit geführt, gesellschaftlich zu einer Kultur des Misstrauens und der Unfreiheit. Das wollen wir nicht!

Misstrauen, mangelnder Respekt vor dem anderen, wenn er sich nicht an das hält, was das Kollektiv vorgibt, das ist leider auch heute in der Partei DIE LINKE allgegenwärtig.

Wer jenseits der rhetorisch geschliffenen Reden von Lafontaine und Gysi mal einen Eindruck davon bekommen will, wie es wirklich zugeht in dieser Partei, dem empfehle ich einen Blick auf den Blog von Halina Wawzyniak. Sie hat es tatsächlich gewagt, sich bei der Abstimmung über das Grundsatzprogramm zu enthalten. Sie hat das auch begründet, denn sie hält Freiheit durch Gleichheit für falsch und hätte es gerne durch Freiheit und Gleichheit ersetzt. Was und vor allem wie sich auf dem Blog geäußert wird, ist erschreckend. Da wird von „denunziatorischen Verhalten“ gesprochen. Da werden Rücktrittforderung laut. Wegen einer Enthaltung!

Hier sieht man im Kleinen, zu was es führt, wenn alle die gleiche Meinung haben müssen.

Ich weiß nicht, wie frei sich diejenigen fühlen, die in ihrer Partei nicht ihre eigene Meinung äußern dürften. Meine Conclusio ist: Freiheit durch Gleichheit, das ist nicht möglich. Der beste Beweis ist DIE LINKE selbst.


Norbert Röttgen, Parlamentarischer Geschäftsführer

Norbert Röttgen, Parlamentarischer Geschäftsführer

Die Wirtschafts- und Finanzkrise beschreibt Norbert Röttgen als “umfassende Systemkrise”. Deregulierung und Wachstum durch Verschuldung sind Ursachen dieser Krise. Für ihn steht fest, dass mit der sozialen Marktwirtschaft als europäische Idee die Krise überwunden werden kann.

In den aktuellen Krisentagen wird oft ohne weitere Erklärung auf die Chance für eine wirtschaftspolitische Neubestimmung verwiesen. Zu Recht wie ich meine, doch dabei reicht es nicht aus, sowohl die Krise als auch die Chance einfach nur zu behaupten. Man sollte schon konkret darlegen können, woraus beide erwachsen und was wir tun müssen, damit wir am Ende eine Renaissance der sozialen Marktwirtschaft erleben.

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José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission

José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission

“Fast jeder Haushalt in der EU ist von der Finanzkrise betroffen. Arbeitsplätze fallen weg, der Lebensstandard sinkt, die Angst vor der Zukunft wächst”, schreibt José Manuel Barroso, Präsident der EU-Kommission. Die Europäische Union hat darum ein europäisches Rahmenwerk vorgeschlagen, das sich auf die Bereiche Stützung der Realwirtschaft, Wiederherstellung funktionierender Finanzmärkte, Sorge für die Arbeitnehmer und den globalen Rahmen für diese Maßnahmen konzentriert. Europa hat gezeigt, dass es in der Lage ist, gemeinsam zu handeln und will dies auch in Zukunft tun, so der Präsident der EU-Kommission. Das nächste Ziel ist der G20 Gipfel am 1. und 2. April in London.

Mittlerweile hat die Europäische Kommission ihren Beitrag zum Frühjahrsgipfel des Europäischen Rats verabschiedet. Darin schlagen wir ein europäisches Rahmenwerk zur Umsetzung und Koordinierung vor. Unsere Botschaft ist eindeutig: Es besteht eine ernste Krise, doch es gibt auch einen Weg aus dieser Krise. Europa verfügt über die Einigkeit, Zuversicht und Entschlossenheit, diesen Kampf zu gewinnen.

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Peter Ramsauer, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe

Peter Ramsauer, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe

“Eine staatliche Garantie gegen Insolvenzen kann es in einer sozialen Marktwirtschaft nicht geben”, schreibt Peter Ramsauer, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag. “Um ordnungspolitisch Kurs zu halten, müssen Hilfen für Unternehmen klare Kriterien zugrunde gelegt werden. Das Ausmaß der aktuellen Krise macht staatliche Eingriffe zwingend erforderlich. Staatliche Kapitalhilfen müssen jedoch die Ausnahme bleiben.”

Die praktische Wirtschaftspolitik – aber auch die Wirtschaftswissenschaft – steht angesichts der globalen Wirtschaftskrise vor einer ungeahnten Herausforderung. Patentrezepte zur Krisenbewältigung gibt es nicht. Die reine Theorie ist das eine. Der praktische Handlungsbedarf ist das andere. Eines ist klar: außergewöhnliche Herausforderungen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.

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