Politik, Wirtschaft

Nur 6 Prozent von der Krise stark betroffen

Jüngste Meinungsumfragen zeigen Erstaunliches: Nur 6 Prozent der Bevölkerung sehen sich stark von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen, 41Prozent sind zuversichtlich, dass die Krise ihr Leben auch weiterhin gar nicht beeinflusst.  In diesen Zahlen liegt nach Ansicht von Professor Renate Köcher vom Institut für Demoskopie in Allensbach der Schlüssel für die außerordentlich guten Umfragewerte der Bundeskanzlerin sowie den bei den Europawahlen deutlich gewordenen Zuspruch zu den bürgerlichen Parteien.

Von der Krise abgeschirmt
Von der Krise abgeschirmt

Diese fast unbeschwert zu nennende Stimmung angesichts der größten Wirtschaftskrise seit 1929 zeigt sich auch in den gerade veröffentlichten Zahlen zum Konsumverhalten (PDF) der Bevölkerung. Danach glauben mehr Menschen als im Vormonat an eine bessere wirtschaftliche Entwicklung und daran, künftig mehr Geld zur Verfügung zu haben als heute.

„Die Menschen sind bereit, auch die positiven Fakten zu sehen und nicht nur die negativen“, sagte der Vorstandschef der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Dr. Klaus L. Wübbenhorst. Dazu zählten die niedrige Inflation, die Konjunkturpakete und die robuste Lage auf dem Arbeitsmarkt. Auch die Auswirkungen der guten Tarifabschlüsse seien zu spüren, hinzu komme die bevorstehende Rentenerhöhung. „Die Leute wollen sich nicht unterkriegen lassen“, sagte Wübbenhorst.

Damit gelingt es der Kanzlerin und ihrer Koalition offenbar, in der Krise und angesichts schwierigster Entscheidungen, für die es historisch keine Beispiele gibt, den richtigen Kurs zu steuern. Bestandteil dieses Kurses sind die Konjunkturpakete und die Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzmarktes, die vom Bundestag beschlossen worden sind.

Ein Kommentar zu »Nur 6 Prozent von der Krise stark betroffen«

  1. Manfred schrieb:

    Auch ich bemerke die Krise noch nicht in dem Ausmaß, wie sie von den Medien dramatisiert wird. Ich denke, es sind die Anleger, die mehr betroffen sind als der normale Bürger. Trotzdem ist es wichtig, dass die Mittelschicht weiterhin gestärkt wird durch Steuererleichterungen, gerade jetzt. Ich denke auch, es ist der Euro, der uns relativ stabil hält. So zerglittert sich das Gemassel auf alle EU-Staaten und nicht auf jeden Einzelnen. 2002 signierte Helmut Kohl den ersten 50 Euro-Schein. Jetzt wird dieser auf einer Internetplattform namens tamundo.de versteigert. Menschen vergessen zu schnell, was für ein Wert die Dinge haben, die wir besitzen. Wir, die 41 Prozent sollten dankbar sein, dass es uns noch so gut geht und dass wir vielleicht mit einem blauen Auge davon kommen.

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