Politik

Neu im Bundestag… Dr. Thomas Feist

Noch immer werden im Bundestag Kisten geschleppt, Büros bezogen und Abgeordnete in neue Positionen gewählt.  Wir wollen Ihnen unsere neuen Abgeordneten etwas näher vorstellen. Wer sind die Neuen bei CDU und CSU? Wie haben Sie Ihre ersten Monate im Bundestag erlebt, woher kommen sie und welche Ziele verfolgen sie?

Dr. Thomas Feist
Dr. Thomas Feist

Dr. Thomas Feist (44) aus Leipzig macht den Anfang. Politisch engagiert hat sich der gelernte Heizungsinstallateur und promovierte Philosoph schon länger – bis er 2007 als bekennender Christ auch Mitglied der CDU wurde und innerhalb kurzer Zeit eine bemerkenswerte parteipolitische Karriere hinlegte: er kandidierte für den Bundestag und gewann am 27. September– gegen den damaligen Bundesminister Wolfgang Tiefensee – als recht unbekanntes und neues Gesicht das Direktmandat für die CDU.

Dr. Thomas Feist im Internet:

Homepage: www.thomasfeist.de
Twitter: twitter.com/drthomasfeist
Facebook. Fan-Seite von Thomas Feist

Seither ist der Abgeordnete ordentliches Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung und stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss sowie im Petitionsausschuss.

Hier ein paar Einblicke anhand unseres Fragebogens:

Was gefällt Ihnen an sich besonders?

Dass ich die Füße auf dem Boden und den Kopf im Himmel habe.

Welches politische Projekt würden Sie beschleunigt wissen wollen?

Konkret: Die Qualifizierung der Bildungsstrukturen in Schule und Hochschule.
Ganz allgemein wünsche ich mir bessere staatliche Regelungen, welche die Verantwortung des Einzelnen sich selbst und seinem Nächsten gegenüber in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft stellen.

Ihr Weg in den Bundestag? Was haben Sie vorher gemacht?

Ich war nach meiner Schulausbildung in der DDR Heizungsmonteur, Ausbilder für sozial benachteiligte Jugendliche, Dozent für Musikwissenschaft, wissenschaftlicher Autor, Qualitätsbeauftragter in der internationalen Jugendarbeit und kirchlicher Jugendbildungsreferent.

Wo kommen Sie her?

Ich wohne in Leipzig, bin hier geboren und seit 44 Jahren ununterbrochen hier ansässig. Mein Wahlkreis ist dementsprechend der Wahlkreis 154 (Leipzig-Süd).

Was ändert sich für Sie? Beruflich und Privat?

Beruflich kommen viele neue, spannende Herausforderungen und eine andere Tragweite getroffener Entscheidungen auf mich zu.
Privat sehe durch die Arbeit in Berlin meine Familie seltener.

Persönliche und politische Ziele für die erste Legislaturperiode?

Ich möchte vor allem das Vertrauen der Wähler in mich, durch kluge Entscheidungen, das Einbringen eigener Ideen und konsequentes Eintreten für meine Heimatstadt, rechtfertigen.

Wie haben Sie die ersten Wochen im Bundestag erlebt?

Meine erste Rede vor dem Plenum war der bisher aufregendste Moment in meiner neuen Aufgabe. Das herzliche Willkommen durch „altgediente“ MdBs und die Offenheit der Entscheidungsträger unserer Regierung war eine schöne Erfahrung.

Wie sehen Sie sich und Ihre Aufgabe im Bundestag?

Ich sehe mich als einen Teamarbeiter, Netzwerker aber auch Ideengeber. Ich freue mich auf das Verbinden sachlicher Entscheidungsebenen ebenso wie auf konstruktiven Streit auf dem Boden fester politischer Grundsätze.

Was treibt Sie an?

Meine bisherigen Erfahrungen – dass es sich lohnt, für eigene Überzeugungen und Ideen einzutreten. Und dass es gelingt, dafür Mitstreiter zu finden.

Was ist für Sie das Wichtigste?

Aufrichtigkeit im Streit, Ehrlichkeit als Strategie, die Verantwortung vor Gott und dem eigenen Gewissen.

Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?

Dr. Helmut Kohl – für seine Verdienste um die Einheit Deutschlands.

Ihr politisches Vorbild?

Dr. Helmut Kohl

Ihre Helden in der Geschichte?

Jesus von Nazareth, Konrad Adenauer, Jitzchak Rabin, Michail Gorbatschow

Helden in der Wirklichkeit?

Die vielen ungenannten Ehrenamtlichen unseres Landes.

Auf welche eigene Leistung sind Sie besonders stolz?

Dass ich mein Studium in der Regelstudienzeit ohne Abitur, bei gleichzeitiger voller Berufstätigkeit und Familie mit Bestnoten abgeschlossen habe und die nachfolgende Promotion unter gleichen äußeren Bedingungen in kurzer Zeit ebenfalls mit besten Resultaten gemeistert habe.

Als Kind wollten Sie sein wie…?

Ich schwankte zwischen Martin Luther und Martin Luther King.

Wie können Sie am besten entspannen?

Indem ich Zeit mit der Familie und mit Freunden verbringen. Beim Gemeinsamen musikalischen Improvisieren im eigenen Trio.

Ihre Lieblingstugend?

Freigebigkeit

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Auf der einen Seite: Denken, Planen, Handeln –  auf der anderen Seite: gepflegter Müßiggang.

Was schätzen Sie bei ihren Freunden am meisten?

Das, was echte Freunde ausmacht: Aufrichtigkeit, Verschwiegenheit, Zuneigung.

Was ist für Sie eine Versuchung?

Den gelegentlich sich zeigenden breiten, bequemen Weg zu gehen – wohl wissend, dass der unbequeme Pfad der bessere ist.

Welches Lied singen Sie gern?

„Sam winam wina“ – Ein Lied aus Ghana, welches hier so gut wie unbekannt ist.

Schenken Sie uns eine Lebensweisheit…

Haltet euch nicht selbst für klug! Röm. 12,17

Wo würden Sie gern leben?

Meine Heimat ist und bleibt Leipzig.

Was können Sie besonders gut kochen?

Sülze mit Bratkartoffeln und Lammkotelett mit Speckbohnen und Kartoffeln.

Ihr Leibgericht?

Roulade mit Klößen und Rotkraut – aber nur, wenn meine Frau gekocht hat!

Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?

Mit einem Blinden.

Lieblingsbücher?

Die Bibel, Luhmanns Werke, Gedichte von Andreas Reimann und Volly Tanner.

Ihre Lieblingsschauspieler?

Hans Moser, Al Pacino, Robert de Niro, Ulrich Mühe, Jan Josef Liefers

Was sagt man Ihnen nach?

Dass ich meine Umgebung fröhlich stimmen kann, Beharrlichkeit in den Dingen, dass ich ein Meister der Improvisation in allen Lebenslagen bin und dass ich „echt“ bin.

Ihr Traum vom Glück?

Schon erfüllt: meine Familie!

Haben Sie sich in Berlin und im Bundestag „eingelebt“?

Ich fühle mich schon ganz zu Hause…

2 Kommentare zu »Neu im Bundestag… Dr. Thomas Feist«

  1. Frank Lehmann schrieb:

    Danke für den lebendigen Beitrag, der sich so angenehm von den sonstiogen öden und meist staatstragenden, immer gleichen und abgestimmten Antworten stromlinienförmiger Politiker unterscheidet! Hier spricht ein Mensch, hier antwortet ein Mitbürger, der außer Politik noch ein echtes Leben kennt und lebt!
    Danke auch an die Redaktion, weiter so, mein Glaube, dass es in der großen Politik noch Menschen gibt, ist damit bestärkt worden. Weietr so! Ihr Frank Lehmann

  2. Piet Klein schrieb:

    Eigentlich ist nur bedauerlich, dass die Antworten nichts mit dem „gelebten Leben“ zu tun haben.
    Dies können allerdings nur Nahestehende aus Wiederitzsch wissen. Selbstwahrnehmung und Aussenwirkung können stark voneinaner abweichen!

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