Finanzmarkt

Warum unser Verhalten in der Euro-Krise vorbildhaft ist

Peter Altmaier
Peter Altmaier

Bei der gegenwärtigen Krise des Euro geht es darum, die Stabilität der Währung zu erhalten und die wirtschaftliche Entwicklung in Europa abzusichern. Der Euro ist in den zehn Jahren seines Bestehens aber auch zum Symbol des europäischen Modells der sozialen Marktwirtschaft geworden. Er ist ein weltweites Symbol unserer Wirtschaftsordnung, die sich von vielen anderen Wirtschaftssystemen, die es in der Welt gibt, abhebt. Deshalb ist es so wichtig, den Euro gegen Angriffe zu verteidigen und ihn stabil zu halten.

Ihn stabil zu halten, werden wir auf Dauer aber mit noch so vielen Rettungsschirmen nicht schaffen, sondern nur dann, wenn wir in Europa zu einer nachhaltigen Haushalts- und Finanzpolitik kommen, die dazu führt, dass die Bürger Vertrauen in das Ausgabengebaren der öffentlichen Hand haben.

Auf dem Weg zu diesem Ziel haben Angela Merkel und Wolfgang Schäuble bereits Wegweisendes und Bahnbrechendes erreicht: Zum ersten Mal seit Bestehen des Euro überhaupt ist es ihnen gelungen, in den Verhandlungen in Brüssel und in den Gesprächen im Rahmen von G 20 zu erreichen, dass das Ziel einer nachhaltigen, stabilen Haushaltspolitik nicht als deutsche Besonderheit mit einem Lächeln abgetan wird, sondern inzwischen von unseren wichtigen Partnerstaaten ‑ nicht nur den Niederlanden, Luxemburg, Dänemark und Österreich, sondern auch von unseren französischen Freunden und von den Vereinigten Staaten von Amerika ‑ anerkannt worden ist, und dass wir zum ersten Mal dabei sind, die weltweiten Finanzbeziehungen so zu ordnen, dass eine Chance besteht, in den nächsten Jahren den Weg aus dem Schuldenmachen und aus der Inflationsmentalität gemeinsam finden zu können.

Genauso vorbildhaft wird auch das Konzept der Bundesregierung sein, einen permanenten Krisenbewältigungsmechanismus innerhalb der Währungsunion zu verankern, der künftig auch Kreditgeber wie große Banken und Finanzinvestoren mit ins Boot holt, wenn einem Staat Zahlungsunfähigkeit droht.  Der Finanzsektor agiert vor allem in den USA mittlerweile wieder so, als habe es die Finanzkrise gar nicht gegeben. Auch deshalb ist es ausgeschlossen, dass in der nächsten Krise wieder die Hauptkosten vom Steuerzahler gedeckt werden. Es müssen in diesem Fall auch Finanzinvestoren auf einen Teil ihrer Ansprüche verzichten; und das sollte bereits in den Bedingungen der Ausgabe neuer Staatsanleihen vereinbart sein. Es darf nicht mehr sein, dass es für die privaten Gläubiger nur die Ertragschancen, aber kein Risiko gibt. Denn nur, wenn die privaten Gläubiger mit in Haftung genommen werden, drücken die Zinsen auch tatsächlich aus, wie solide Regierungen wirtschaften.

Der Weg zu einer nachhaltig stabilitätsorientierten Wirtschafts- und Finanzunion ist noch weit, das Ziel ist aber schon in Sichtweite. Es ist tatsächlich alternativlos.

4 Kommentare zu »Warum unser Verhalten in der Euro-Krise vorbildhaft ist«

  1. Werbemittel schrieb:

    Schön, dass der Euro stabil bleibt, natürlich. Aber…Deutschland pumpt immernoch soviel Geld in andere Staaten und der Finanzminister verkündet dann auch noch fröhlich, dass wir ein paar Milliarden weniger Schulden haben werden, als GEPLANT. Ich sehe da nicht wirklich ein Vorbild drin.

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  4. Dirk 01 schrieb:

    Bitte teilt den Aufklärungslink gegen den ESM-Vertrag mit euren Freunden, Bekannten auf Facebook (an die Pinnwand des Freundes posten), per Mail und so weiter – die Zeit wird knapp, umso mehr sich darüber informieren, um was es sich bei diesem diktatorischen Ding handelt, umso besser!

    Hier der Link zu dem Video auf YouTube

    http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0

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