Politik

Mit PID JA zum Leben sagen

Peter Hintze gehört zu den Initiatoren und Unterstützern eines Gesetzesentwurfes, der die Präimplantationsdiagnostik unter bestimmten Voraussetzung erlauben will. Bei hoher Wahrscheinlichkeit für eine schwerwiegende Erkrankung aufgrund einer genetischen Disposition einer oder beider Elternteile oder bei einer Fehl- oder Todgeburt durch eine schwerwiegende Schädigung des Embryos soll eine PID als Ausnahme vom Verbot zulässig sein.  Im Einzelfall soll ein Arzt gemeinsam mit Zustimmung einer Ethikkommission über die Zulassung der PID entscheiden. Es wird eine Pflicht zur medizinischen und psychosozialen Beratung der Eltern und die Durchführung der PID in lizensierten Zentren vorgesehen.

Am 14. April wird im Bundestag darüber debattiert. Aus diesem Grund kommen auf blogfraktion.de  Befürworter und Gegner der PID zu Wort, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Weitere Beiträge von Norbert Lammert und Johannes Singhammer.

Die PID bedeutet Ja zum eigenen Kind und damit Ja zum Leben.

Peter Hintze, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium

Sie ermöglicht erblich vorbelasteten Eltern, sich für ein eigenes Kind zu entscheiden, und sie hilft, schwerwiegende Schwangerschaftskonflikte und besonders problematische Spätabtreibungen zu vermeiden. Viele erblich vorbelastete Eltern, die bereits ein Kind mit schweren Behinderungen liebevoll versorgen, haben den großen Wunsch nach einem weiteren Kind. Ihr Wissen um das hohe Risiko einer weiteren Schwangerschaft ist mit großen seelischen Nöten verbunden. Sie fühlen sich mit dem Risiko überfordert und haben Angst vor einer Totgeburt. Durch die PID bewahren wir die Mütter und Väter vor solchen Schwangerschaftskonflikten. Frauen, die die Tortur einer künstlichen Befruchtung aus dem sehnlichen Wunsch nach einem Kind auf sich nehmen, ein Interesse an einem „Designerbaby“ zu unterstellen, wäre anmaßend und ginge an der Lebenswirklichkeit vorbei.

Unterschied zwischen einem Menschen und einer befruchteten Eizelle außerhalb des Mutterleibes

Das geltende Recht erlaubt jegliche Untersuchung im Mutterleib während der Schwangerschaft und bei genetischen Defekten des Embryos sogar einen Schwangerschaftsabbruch bis zur Geburt, um eine schwere gesundheitliche Gefährdung von der Mutter abzuwenden. Angesichts dieser eindeutigen rechtlichen Wertung würde ein PID-Verbot gravierende Wertungswidersprüche nach sich ziehen: Eine befruchtete Eizelle in der Petrischale, die sich außerhalb des Mutterleibs nicht fortentwickeln kann, würde durch ein Verbot höher gewertet wird als ein Embryo im fortgeschrittenen Stadium, der bereits selbstständig lebensfähig wäre.

Weder das Grundgesetz noch das Bundesverfassungsgericht treffen eine Aussage darüber, welchen Schutz eine befruchtete Eizelle außerhalb des Mutterleibes genießt. Es wäre ein problematischer naturalistischer Fehlschluss, den rechtlichen wie moralischen Stellenwert einer befruchteten Eizelle außerhalb des Mutterleibes aus der biologischen Tatsache abzuleiten, dass bei der Befruchtung ein neuer Chromosomensatz entsteht. Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Gene.

Der Mensch, wie er den Schutz unserer Rechtsordnung genießt, wird bestimmt durch seine Geschichte und die potentielle Fähigkeit, sich fortzuentwickeln. Demgegenüber ist einer befruchteten Eizelle aus biologischen Gründen eine Entwicklungsmöglichkeit hin zu einem Menschen außerhalb des Mutterleibes verwehrt. Die menschliche Intuition, die Wertungen unseres Grundgesetzes und auch die christliche Anthropologie sagen uns, dass es einen klaren Unterschied zwischen einer befruchteten Eizelle in der Petrischale und einem neugeborenen Kind gibt.

Anerkennung von Menschen mit Behinderung – auch mit PID

Menschen mit Behinderungen bereichern unser Leben. Glücklicherweise stellen wir heute – auch nach 40 Jahren Fortpflanzungsmedizin und 20 Jahren PID-Erfahrung in Europa – fest, dass Menschen mit Behinderungen wesentlich sensibler begegnet wird, sie mehr soziale Anerkennung und mehr Integration erfahren.

PID – medizinische Hilfe für verzweifelte Eltern

Die Frage, welche Wertschätzung wir Menschen mit Behinderungen entgegenbringen, sollte daher von der Frage getrennt werden, wie wir Schwangerschaftskonflikte und Spätabtreibungen vermeiden. Zwei Jahrzehnte verantwortungsvoller Umgang mit der PID in fast allen zivilisierten Ländern zeigen uns, wie wichtig diese medizinische Hilfe für verzweifelte Eltern ist. Die Ärzte sehen das Leid in der Praxis und helfen. Wir Politiker sollten sie dabei unterstützen.


3 Kommentare zu »Mit PID JA zum Leben sagen«

  1. Henryka schrieb:

    Mir bleibt nur, herzlich DANKE zu sagen und allen Mitarbeitern und der Familie blogfraktion.de alles Gute für die Zukunft zu wünschen
    wünscht

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