Energie

Energiewende: Der Standort Deutschland wird gewinnen

Die nach der Reaktor-Katastrophe in Fukushima einberufene Ethik-Kommission wird am 30. Mai ihren Abschlussbericht abliefern, in dem auch die Ergebnisse der Reaktorsicherheitskommission berücksichtigt sein werden.

Unsere Fraktion wird anschließend die Möglichkeit haben, die Vorschläge der Kommissionen und unserer Koalitionsarbeitsgruppe intensiv zu beraten. Die Energiewende als weltweit ambitioniertestes politisches Umbauprojekt, das derzeit umgesetzt wird, ist gesetzgeberisch hochkomplex: Betroffen sind das Atomgesetz, das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Netzausbau-Beschleunigungsgesetz, das Energiewirtschaftsgesetz, das Baugesetzbuch, das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und das Gesetz über den Energie- und Klimafonds.

Moderne Windmühle
Windkraft wird bei der zukünftigen Energieversorgung eine größere Rolle spielen (mrtopf on flickr CC BY-NC 2.0)

Dieses neue Energiekonzept, das geeignet ist, Deutschland zum weltweiten Maßstab nachhaltiger Energiepolitik zu machen, wird von drei Leitlinien geprägt sein:

  • von einer neuen Risikobewertung unserer Kernkraftwerke samt der Folgen für den Ausstieg,
  • von einer unbedingt sicheren Energieversorgung mit allen erforderlichen Risikopuffern sowie
  • von einer für Bürger und Wirtschaft akzeptablen Entwicklung der Energiepreise.

Da sich einige der mit der Energiewende verbundenen Effekte heute noch nicht hundertprozentig vorhersehen lassen, werden wir permanent die Wirkung der neuen Energiegesetzgebung überprüfen. Sollten sich die Auswirkungen auf die Strompreise, auf die Entwicklung der CO2-Emissionen und auf die Stabilität der Stromnetze als so günstig erweisen wie geplant, wird das Ende der Nutzung der Kernenergie in Deutschland deutlich früher anstehen als es der rot-grüne Ausstiegsbeschluss ursprünglich vorgesehen hatte.

Erneuerbare Energien fallen nicht vom Himmel

Es wird offenkundig werden, dass ein Ausstieg aus der Kernenergie und ein unumkehrbarer Einstieg in die erneuerbaren Energien nur von der Union ökologisch und ökonomisch verantwortlich gestaltet werden kann. Wenn es uns gelingt zu vermitteln, dass die Energiewende unser Land, unsere Wirtschaft und den Umweltschutz in eine Win-Win-Situation bringen wird, werden die Bürger auch die neuen Stromtrassen, Speicherwerke, Windparks und Endlager akzeptieren. Denn die werden wir brauchen: Erneuerbare Energien fallen nicht vom Himmel. Der Aufbau einer nationalen Strom-Versorgungsreserve braucht eine  entsprechende Infrastruktur, und die Verantwortung für unseren Atommüll können wir nicht einfach an andere delegieren.

Strom sparen werden wir müssen, aber auch können. Das ist eine Verheißung, denn Strom sparen bedeutet viel Geld sparen. Die Union wird dafür sorgen, dass die Weiterentwicklung von Energieeinsparmöglichkeiten einschließlich der Gebäudesanierung angemessen gefördert wird.

Mit der Energiewende verwandeln wir schlussendlich einen gesellschaftlichen Großkonflikt um die Atomkraft in ein positives Zukunftsprojekt.

9 Kommentare zu »Energiewende: Der Standort Deutschland wird gewinnen«

  1. Heiko Matuszczak schrieb:

    Das Thema erneuerbare Energien wird seit vielen Jahren in Deutschland diskutiert. Fakt ist doch eines, die Zukunft liegt nicht in der Atomenergie, sondern vielmehr in erneuerbare Energien ! Natürlich ist das mit viel Geld verbunden, um die Netzte auf die erneuerbare Energien nutzbar zu machen.

  2. Helmut Kaufmann schrieb:

    Kein vernünftiger Mensch kann für Atomkraftwerke sein. Das einzige was für diese Energie spricht: man ist nicht in der Lage den Strombedarf auf anderem Wege sicherzustellen.
    1. Kohle: Diese Vorräte neigen sich in Deutschland dem Ende zu. Importkohle steht bei der kleinsten Weltkrise nicht mehr zur Verfügung.
    2. Öl und Gas: Diese Rohstoffe sind ebenfalls endlich und müssen importiert werden.
    3. Wasser: Hiergäbe es viele Möglichkeiten. Scheint sich aber ökonomisch nicht zu rechnen.
    4. Solar und Wind: Da werden Prozentzahlen genannt die keiner Prüfung standhalten. Bei Kälte, Dunkelheit und Flaute tendieren diese Zahlen gegen Null. Lösungen zum Stromspeichern: Null
    5. Biogas: Es soll 6000 dieser Anlagen geben. Hier wird pro Anlage ca. 600 ha Mais gebraucht. Ethisch nicht verantwortbar da der Welthunger bis 2015 halbiert werden soll.

    Fazit: Auf diese Überlegungen geht niemand ein. Keine Partei! Keine Ethikkommission! Nicht Greenpease die bis 2015 aussteigen wollen aber nicht wissen wie!

  3. Pingback Streit um Ende der Kernenergie geht weiter

  4. Prof. Dr. Otto Schult schrieb:

    Um das Energieproblem optimal zu lösen brauchen wir:
    1. Einen kühlen Kopf, der Sachargumente berücksichtigt und keine Anti-Kernenergie-Hysterie.
    2. Eine klare möglichst globale politische Entscheidung, ob wir in Deutschland allein handeln wollen oder mindestens gemeinsam mit den EU- Staaten.
    3. Müssen wir verstehen, dass nichts „hundertprozentig sicher“ ist, außer, dass das menschliche Leben mit dem Tod endet.
    4. Sollten wir einsehen und politisch durchsetzen, dass die Stromversorgungsunternehmen Strom „nachts“ über einfache elektronische Möglichkeiten billiger zur Verfügung stellen als tagsüber. Es leuchtet nicht ein, dass Spül- und Waschmaschinen jederzeit laufen müssen, anstatt nachts, wo Strom im Überschuss verfügbar ist. Das, und andere, ähnliche Maßnahmen, könnte ganz bedeutende Schritte im Sinne einer „Wende“ des Spitzenlastbedarfs bedeuten. Und das geht viel schneller als jede andere Maßnahme.
    5. Strom, Sprit und Energie ist generell viel zu billig. Deshalb wird nicht gespart.

  5. Pingback Gesetze zur Energiewende auf den Weg gebracht

  6. Anja schrieb:

    Also ich finde, dass erneuerbare Energien für uns alle eine Win-Win-Situation sind. Der Investor investiert in etwas sehr zukunftsträchtiges, was stark subventioniert wird und von der Gesellschaft gut angesehen ist. Nebenbei tut er noch etwas für den Klimaschutz! Und der Bürger hat sowieso nur Vorteile :)
    Das trägt doch dann auch nur dazu bei, dass Deutschland Europas attraktivster Standort ist (Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/kunden-maerkte/deutschland-attraktivster-standort-europas/)!!
    Das ist eindeutig der richtige Weg – hoffen wir, dass die jahrelange Diskussion darüber nun endlich zu Taten führen wird!

  7. Poppinga schrieb:

    Vom Club of Rom u. allen Grünlingen wurde uns der Klima-Weltuntergang (Waldsterben, Ozonloch, Ressourcen-Ende, unerträglicher Klimawandel) bis spätestens 2050 geweissagt. Was bisher am wahrscheinlichsten sein dürfte, ist das Ende einiger Ressourcen. Aber davon ganz unabhängig: Könnte es sein, dass unsere Bemühungen (Korken sammeln, keine Alu-Tuben, frieren im Winter, Reduzierung des Wasserverbrauches, Ein AAA1 Trockner, obwohl es die Leine auch tut) bei weitem überholt werden von den Verbräuchen in allen anderen Kontinenten und wir trotz unseres schönen Zutuns 2050 die ersten Verlierer (weil am meisten zu verlieren) sind? Glaubt man allen bisherigen Weissagungen, müsste ja der Karren schon unweigerlich soviel Fahrt aufgenommen haben, daß er gar nicht mehr zu stoppen u. jede Gegenwehr ebenso Unsinn ist, wie die ganze unweigerliche Entwicklung. Warum eigentlich noch heroisch mit dem Kalkül der voreiligen Selbstvernichtung unbedingt den ökologischen Held spielen wollen? Eine böse Frage?

  8. Wassili schrieb:

    In den letzten Jahren ist viel passiert. Deutschland hat sich beim Thema Energiewende einen ausgezeichneten Ruf aufgebaut. Die erforderlichen Technologien der Energiewende sowie deren Umsetzung erfolgt überwiegend durch deutsche Unternehmen. Die deutsche Industrie nimmt insbesondere eine Spitzenstellung bei Technologien ein, mit denen das Stromsystem stabilisiert und optimiert werden kann. (Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/produktion-technologie/energiewende-deutsche-unternehmen-fuehrend/ )
    Ich verstehe nur nicht, dass einige Politiker ein Vorhaben verfolgen, dass die Energiewende ausbremsen könnte. Deutschland muss an der Spitze bleiben. Das ist nicht nur wichtig für den Fortschritt der Energiewende, sondern auch für die deutsche Industrie.

    Gruß,
    W.

  9. Gerhard Kramm schrieb:

    Als U.S. amerikanischer Buerger beteilige ich mich normalerweise nicht an Auseinandersetzungen innerhalb der deutschen Politik. Aber wenn wissenschaftliche Belange dabei eine Rolle spielen, die direkt mein Fachgebiet beruehren, dann ist es an der Zeit, speudo-wissenschaftliche Argumente zurueckzuweisen.

    Wer das japanische Erdbeben der Moment-Magnitude 9 und die damit verbundene Tsunamie und als Folge davon die Reaktorkatastrophe von Fukushima als Begruendung fuer den Austieg aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie heranziehen moechte, der weiss nun wirklich nicht, was er tut. Haette sich in Deutschland eine solche Erdbebenkatastrophe ereignet, dann haette Deutschland erheblich groessere Sorgen, als sich ueber einen Ausstieg aus der Kernenergie zu ereifern. Diese Ereiferung belegt nur, dass die deutsche Bevoelkerung dem Aberglauben verfallen ist, Deutschland koenne als eine der fuehrenden Industrienationen weiterhin bestehen, auch wenn man auf „erneuerbare Energien“ setzt. Es gibt sogar ein Gesetz, was die Foerderung dieser „erneuerbaren Energien“ zum Ziel hat, also ein Gesetz ueber etwas, was aus der Sicht der Physik nicht existiert.

    Wer glaubt, mit Windenergie Kern- und Kohlekraftwerke ersetzen zu koennen, der weiss nicht, wovon er redet. Natuerlich koennen Windturbinen an abseits gelegenen Ortschaften, wie sie hier in Alaska existieren, helfen, den Konsum von Kohle und Oel zur Erzeugung von Elektrizitaet zu reduzieren, weil beide Brennstoffe ueber grosse Entfernungen herantransportiert werden muessen. Diese Windturbinen dienen der Loesung einer lokalen Aufgabenstellung. Wer allerdings ein Kernkraftwerk der Groesse von Brokdorf durch Windenergie ersetzen moechte, der sollte sich vorher vergewissen, welchen Umweltfrevel er betreibt.

    Nehmen wir als Beispiel die Offshore Wind Farm Baltic 1. Sie besteht aus 21 Windturbinen SWT-2.3-93, also einer Windturbine der Nennleistung 2,3 MW, wobei der Rotordurchmesser 93 m betraegt. Der Flaechenbedarf von Baltic 1 betraegt 21 qkm. Das bedeutet, dass 1/3 qkm pro Windturbine benoetigt wird. Die durchschnittliche Leistung einer Windturbine betraegt etwa 20 – 25 Prozent der Nennleistung. Wenn also das KKW Brokdorf mit einer durchschnittlichen Leistung von 1250 MW ersetzt werden soll, dann sind dazu 2200 -2800 Windturbinen des Typs SWT 2.3-93 erforderlich. Die Flaeche, die fuer eine solche Wind Farm erforderlich waere, entspraeche nach dem Baltic1-Standard etwa der Groesse des Stadt-Staates Hamburg (730 – 930 qkm). Man fragt sich, ob wirklich jemand in Deutschland eine solche Vergeudung von Flaechen gutheisst. Daneben muesste allerdings auch noch irgendwo ein stand-by Kraftwerk vorhanden sein (am besten ein rasch hochzufahrendes Gas-betriebenes Kraftwerk), was im Falle einer Windgeschwindigkeit von weniger als 3 m/s die Stromerzeugung uebernimmt.

    Die sog. „cut-in“ Windgeschwindigkeit , ab der ueberhaupt erst Elektrizitaet erzeugt werden kann, betraegt bei vielen Windturbinen dieser Art 3 – 4 m/s. Bei der SWT-2.3-93 sind es 4 m/s. Es gibt noch die sog. „cut-out“-Windgeschwindigkeit, die etwa 24 – 25 m/s betraegt. Ist diese erreicht, muss die Anlage stillgelegt werden, weil sonst der Rotor zerstoert werden kann. Ist erst einmal der Nennwert der Turbine erreicht, meistens bei windgeschindigkeiten von 14 – 15 m/s, dann ist eine weiter leistungssteigerung auch bei hoeherer Windgeschwindigkeit nicht mehr moeglich. Bei der SWT -2.3-93 sind es 14 m/s.

    Da die kinetische Energie (~ V^2/2), die mit dem Windfeld (V) tranportiert wird, eine kinetische Energiestromdichte bewirkt, die mit der 3. Potenz variiert (~V^3/2, wobei V der Betrag des Windvektors ist) , bedeutet das, dass ein Bereich mit der Windturbine abgedeckt werden muss, der bei einer „cut-in“ Windgeschwindigkeit von 3 m/s und einer Windgeschwindigkeit der Nennleistung von 15 m/s den Faktor 125 umfasst, vom technischen Standpunkt her ein Alptraum. Das bedeutet, dass bei einer Windgeschwindigkeit von 7,5 m/s nur 12,5 % der Nennleistung und bei 10 m/s nur ein etwa 30 % der Nennleistung zu erreichen sind.

    Dass grosse Windparks auch die lokale Zirkulation der Troposphaere und damit auch die Wolken- und Niederschlagsbildung beeinflussen, sollte sich mittlerweile auch in Deutschland herumgesprochen haben. Damit verbunden ist zumindest eine Aenderung des lokalen Klimas. Die Umweltschaeden, die infolge des Toetens grosser Voegel und Fledermaeuse entstehen, werden nicht registriert. Selbst ein Adler, der von dem Blatt eines Rotors erwischt wird, erzeugt nur ein kaum wahrzunehmendes Flackern im Netz. Wenn Bundesminister Altmeier hart genug ist, kann er sich ja das Video

    https://www.youtube.com/watch?v=8NAAzBArYdw

    anschauen. Als ich dieses Video bei einem Vortrag zur Windenergie gezeigt habe, flossen bei einigen im Auditoriumdie Traenen. Nach der U.S. National Academy of Sciences werde etwa 25000 grosse Voegel pro Jahr durch Windturbinen getoetet.

    Fazit: Die Nutzung von Windenergie, wie sie in Deutschland geplant ist, ist ein Umweltfrevel aller ersten Ranges. Vom technisch-wissenschaftlichen Standpunkt ist es ein Schritt zurueck ins Mittelalter, aus dem das Konzept der Windmuehle stammt.

    Aber selbst die Romanfigur des spanischen Vovellisten Miguel de Cervantes, Don Quixote de La Mancha, kaempfe vergeblich gegen die Windmuehlen, die damals noch als technisch fortgeschritten galten.

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