Netzpolitik

Vom Wirbel um öffentliche Einladungen bei Facebook

(mfinleydesigns on flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Der Wirbel um die sogenannten Facebook-Partys ist übertrieben. Auf den Kern gebracht handelt es sich um einen Fehler des Einladenden und um ein seltsames Spaß-Verständnis bei den „Gästen“ dieser Partys. Wie gewaltig die Folgen sein können, wenn öffentlich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen wird, haben Jugendliche in den vergangenen Wochen erlebt – mit zum Teil über tausend Personen. Dieses mit Sicherheit für den einzelnen Betroffenen schockierende Erlebnis ist ein Ausdruck eines leichtfertigen, unbedachten Umgangs mit dem Tool, aber es ist mit Sicherheit kein Grund für eine Gesetzesänderung.

Facebook bietet die Möglichkeit in einem beschränken und einem unbeschränkten Maß Informationen publik zu machen. In den genannten Fällen haben die Benutzer ihre Einladung nicht nur an ihren persönlichen Freundeskreis gerichtet, sondern öffentlich ins Netz gestellt. Das ist ein Bedienfehler und die Forderung an Facebook, diese Funktion noch verständlicher zu machen, ist berechtigt.

Auch CDU und CSU sowie andere Parteien und Veranstalter laden über Facebook zu Veranstaltungen ein. Das Internet ist eine gute Möglichkeit eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Aber es ist eben nur ein Medium, nicht die Ursache. Lokalzeitungen mit Veranstaltungshinweisen will auch niemand verbieten.

5 Kommentare zu »Vom Wirbel um öffentliche Einladungen bei Facebook«

  1. Stecki schrieb:

    Ist das überhaupt ein Bedienfehler? Was spricht dagegen, eine Einladung zu einer öffentlichen Veranstalting eben auch öffentlich zu machen? So wie auch auf Plakaten in der Stadt, Flugis an alle Haushalte und wildfremde Passanten, per Annonce in Zeitungen oder dank redaktioneller Ankündigung dort (was dann idR auch online erscheint) oder wie nicht unüblich per Radio, wo die Reichweite auch weit über den konkreten Ort geht? Das Problem liegt ja tiefer: Durch Begriffe wie „Facebook-Party“ wird suggeriert, daß hier ein qualitativer Unterschied besteht, den es (angesichts der Tatsache, daß zwar weltweit gelesen aber nicht teilgenommen werden kann) eben nicht gegeben ist. Niemand würde auf die Idee kommen, Radio-Party oder Zeitungs-Partys zu skandalisieren. Insb. sollte man auch die Interessenlage derjenigen, die solche Dinge hypen (=klassische Medien) im bewußten oder subliminalen Kampf gegen strukturelle Bedrohung durch das Internet nicht außer Acht lassen.

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  3. bernd schrieb:

    hätte die cdu ein volk das hinter ihm steht würde es das thema facebook party nicht geben. social media ist etwas demokratisches wo man gemeinsam etwas schaffen kann. gleichzeitig zu diesem thema gehen nachrichten über merkel und waffenhandel durch die medien die in der bevölkerung auf wenig gegenliebe stossen. die leute die diese partys zuspammen leben den frust über diese regierung aus. mit ihnen zu reden könnte helfen, aber selbst hier versagen die veranstalter der partys.

  4. Thomas schrieb:

    @Stecki:
    zu einer privaten Geburtstagsparty öffentlich einzuladen halte ich entweder für naiv oder es ist halt eben ein Bedienfehler. Da hat Kretschmer schon recht.

  5. Stecki schrieb:

    @Thomas Sorry, natürlich wäre das mit Bezug auf private Partys ein Bedienfehler. Ich hatte den Beitrag offengestanden nur noch im Blick der aktuellen Diskussion betrachtet (über Einladungen zu CDU-Veranstaltungen).

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