Politik

Betreuungsgeld stärkt familiäre Bindung und Bildung

Es gibt unterschiedliche Wege, sein Familienleben zu organisieren - jeder soll sich frei entscheiden können, welchen er wählt (Laenulfean on flickr.com, CC BY-SA 2.0)
Es gibt unterschiedliche Wege, sein Familienleben zu organisieren – jeder soll sich frei entscheiden können, welchen er wählt (Laenulfean on flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Am Sonntag hat der Koalitionsausschuss mit seiner Entscheidung, das Betreuungsgeld zum Kita-Jahr 2013 einzuführen, ein Zeichen für alle Familien gesetzt. Er hat deutlich gemacht, dass sich die Familien nicht einem staatlich vorgegebenen Leitbild anpassen müssen, um finanzielle Unterstützung zu finden, sondern dass der Staat akzeptiert, dass Familien selbst entscheiden, wie sie ihr Leben leben wollen.

Die emotionale Reaktion der Opposition auf diese Entscheidung des Koalitionsausschusses ist nur so zu erklären, dass es ihr um ganz anderes geht als um die neue Familienleistung selbst. Ihr widerstrebt, dass das Familienbild, das sie hinter unserer Idee eines Betreuungsgeldes wähnt, nicht ihrem eigenen ideologisch verengten familienpolitischen Leitbild entspricht. Die Opposition, besonders die SPD, fürchtet, die „Lufthoheit über die Kinderbetten“ zu verlieren.

Das Betreuungsgeld zwingt Frauen nicht, ihre Erwerbsarbeit aufzugeben, denn es wird auch gezahlt, wenn sie in Voll- oder Teilzeit erwerbstätig sind. Die einzige Bedingung ist, dass Eltern für ihre Kinder keine staatlich subventionierte Betreuungseinrichtung in Anspruch nehmen, sondern eine familiäre oder familiennahe Betreuung organisieren.

Das Betreuungsgeld verhindert auch keine Bildungschancen, denn in der Wissenschaft ist unbestritten, dass Bindung der Bildung vorausgeht. Für die Ein- und Zweijährigen steht das Bedürfnis nach verlässlicher Bindung im Vordergrund. Und die erste Bindung eines Kindes ist die an seine Eltern oder eben an die eine, feste Bezugsperson. Für die kleinen Kinder ist die familiäre oder familiennahe Betreuung der institutionellen zumindest gleichwertig, wenn nicht gar überlegen. Kinder brauchen gerade in ihrer ersten Lebensphase feste Bezugspersonen und liebevolle Zuwendung, damit sie ihre Talente entfalten können. Was in den ersten Lebensjahren versäumt, vernachlässigt und falsch gemacht wird, ist durch ein noch so gutes Bildungssystem später kaum wettzumachen. Kinder brauchen gerade in ihrer ersten Lebensphase feste Bezugspersonen und liebevolle Zuwendung, damit sie ihre Talente entfalten können.

Kinderbetreuungseinrichtungen können eine wichtige Ergänzung zum Bildungsort Familie sein. Doch die in den meisten deutschen Kitas übliche Gruppengröße kann von vielen Ein- und Zweijährigen als Stress empfunden werden. Wenn Eltern daher eine individuellere Betreuung vorziehen, müssen wir das ebenso unterstützen.

Wir appellieren an die Opposition, in den nun anstehenden parlamentarischen Beratungen über die konkrete Ausgestaltung des Betreuungsgeldes endlich die ideologischen Scheuklappen absetzen und dahin zurückkehren, junge Eltern ohne Vorbedingung zu unterstützen und ihnen die Verantwortung für ihre Kinder zuzutrauen.

6 Kommentare zu »Betreuungsgeld stärkt familiäre Bindung und Bildung«

  1. marrai schrieb:

    Die Argumentation halte ich ja für eher löchrig.

    1) Die große Gruppengröße ist wohl einer ein Symptom mangelhafter Finanzierung, sodass man das Geld vllt. einfach dahin stecken sollte.

    2) Eltern, die Arbeiten sehen ihre Kinder unabhängig von der gewählten Betreuungsform wohl genug oder nicht genug um eine feste Bindung zu ihnen aufzubauen.

    3) Warum bleibt die Schulpflicht bestehen, wenn der Staat sich doch nicht einmischen sollte?

    4) Inwiefern wird das Argument berücksichtigt, dass Kitas auch der Sozialisierung von Kindern und nicht nur der reinen Betreuung dienen?

    Und worauf ich mich wirklich freue, auch wenn ich glaube, dass Frau Bär davor gefeit ist: Irgendwann werden auch Mitbürger mit Migrationshintergrund das Angebot wahrnehmen und dann wird das Geschrei natürlich groß sein, dass sie sich nicht integrieren.

  2. Juliane schrieb:

    Somit werden aus Kindern, die in eine Krippe gehen Gefühlskrüppel? Somit haben Kinder, die in der DDR in Krippen gegangen sind keine Bindung zu ihren Eltern?
    Das ist doch totaler Schwachsinn.
    Natürlich ist die Bindung zu den Eltern oder zu einer vertrauten Bezugsperson wichtig, gerade in den ersten Jahren (weit über die ersten zwei Jahre hinaus!), doch kommen gute Krippen diesem Punkt nach.
    Meiner Meinung nach darf jedes Elternpaar entscheiden, wie es seine Erziehung gestalten möchte bzw. kann. Doch ist es nicht ungerecht, dass Eltern, die es sich LEISTEN können daheim zu bleiben, noch mit einem Taschengeld belohnt werden und Eltern die arbeiten gehen wollen/ müssen noch horende Betreuungskosten zahlen, ohne dass sie eine Unterstützung bekommen?! Liebe Regierung, nehmt das Geld und steckt es in Bildung, in kostenfreie Kitaplätze, ins Schulessen etc. Wir haben doch genügend finanzielle Baustellen, was unsere Kinder betrifft!!!!

  3. Fran schrieb:

    Ich lese immer wieder: Geld lieber in den Ausbau von Kitas und Kigas stecken. Geld lieber in Bildung investieren. Und ganz ehrlich; ich denke jedes Mal: Haben sich diejenigen, die das fordern, dann mal überlegt, über welche Altersgruppe von Kindern wir beim Betreuungsgeld sprechen? Sie sind mind. 13 Monate alt, max. 24 Monate. Da braucht m.E. ein Kind – ausser ausgeprägter elterlicher Liebe, Verlässlichkeit und Versorgung der Grundbedürfnisse -gar keine Bildung.
    Ich möchte, dass jede Familie frei entscheiden kann, welche Art der Betreuung ins eigene Leben passt und wo diese Kind-Bedürfnisse innerhalb des Lebenskonzepts gestillt werden können. Wenn die Wahl auf das Zuhause fällt, ist das honorierungswürdig – auch mittels Betreuungsgeld und gesellschaftlicher Anerkennung!

  4. Mike schrieb:

    Ich finde das Betreuungsgeld super. Wenn KITA-Plätze staatlich unterstützt werden, finde ich es nur fair, dass auch Familien, die die Betreuung übernehmen einen Zuschuss bekommen.

  5. Florian schrieb:

    Mir gefällt an der ganzen Diskussion nicht, dass immer auf Eltern rumgehackt wird, die ihre kleinen Kinder zu Hause in der Familie (Mama, Papa, Oma, Opa, Tante, Freund, Freundin) erziehen wollen. Nur weil es vielen als schick und progressiv gilt, Kinder in Kitas zu geben, müssen das jetzt alle machen. Dürfen Kinder nicht auch mal Kinder sein? Brauchen sie mit 24 Monaten wirklich schon Vorschule? Versteht mich nicht falsch:Ich verstehe schon, dass vielen der Beruf keine andere Wahl lässt, als das staatliche Angebot zu nutzen. Kindererziehung ist aber auch etwas sehr Persönliches. Wer seine Kinder lieber in eine Kita gibt, soll die Möglichkeit dazu haben, wer sie lieber zu Hause erzieht soll dabei aber auch Unterstützung haben, ohne von anderen dafür als rückständig kritisiert zu werden. Daher finde ich die Idee mit dem Betreuungsgeld gut. So hat jeder die Möglichkeit selbst zu wählen.

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