Bildung

Für die Gleichwertigkeit beruflicher, schulischer und akademischer Bildung

Wirtschaft und Finanzen prägen das Zusammenleben der europäischen Völker. Sie wirken sich auch darauf aus, dass wir immer enger zusammenleben und immer stärker über Grenzen hinaus denken und handeln. So entwickelt sich ein Europa der Menschen und Kulturen. Der europäische Bildungsraum ist die Konsequenz dieser Entwicklung. Zwischen Portugal und Griechenland, Norwegen und Italien werden unterschiedliche Bildungssystem vergleichbar und so die Mobilität der Menschen in Europa verbessert.

Unterschiedliche Formen und Farben, gleichwertiges Bildungsergebnis - das soll sich im EQR widerspiegeln (f_shields on flickr.com, CC BY 2.0)

Deshalb verständigen sich Bund, Länder und Sozialpartner auf einen Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR), der ergebnisorientiert die Kompetenzen eines Menschen bewerten soll. Diese Bewertung gilt vorrangig der Beruflichkeit. Unternehmen und Verwaltungen können zukünftig anhand einer Bewertung mit acht Stufen einordnen, ob die Kompetenzen eines Bewerbers zum ausgeschriebenen Stellenprofil passt. Dabei ist „Acht“ die höchste Stufe. Die verschiedenen nationalen Bewertungsrahmen werden perspektivisch in einem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) vereint.

Mit der dualen Berufsausbildung hat Deutschland einen besonderen Vorteil. Lernen in der Praxis für die Praxis hat eine starke Integrationskraft in den Arbeitsmarkt. Die Dualität zwischen Betrieb und Berufsschule zeigt eine gelungene Kooperation zwischen Bund und Länden. Die Union bekennt sich zur Gleichwertigkeit beruflicher, schulischer und akademischer Bildung. So sind Weiterbildungsberufe wie Meister oder Techniker mit dem Bachelor auf einer Stufe anzusetzen, gleichermaßen die berufliche Vollausbildung mit dem Abitur.

Diese Vorgabe haben wir mit einem Antrag, der heute im Plenum debattiert wird, bekräftigt. Wie bei der Entwicklung eines Berufsbildes oder einer Prüfungsordnung wird der DQR im Detail nicht im Parlament verhandelt, sondern von den Akteuren der Bildung wie Bund, Länder und Sozialpartner entschieden. Sollte es bei der streitigen Frage über die Einordnung des Abiturs und der Berufsausbildung keine Einigung geben, wird der DQR prozesshaft mit den beruflichen Abschlüssen starten und stufenweise weiter entwickelt werden. Maßstab ist die Struktur der Berufsausbildung, die wir in einem sich entwickelnden europäischen Bildungsraum weiter stärken wollen.

4 Kommentare zu »Für die Gleichwertigkeit beruflicher, schulischer und akademischer Bildung«

  1. Josef schrieb:

    Hallo,

    sicher ist eine Berufsausbildung mit Berufserfahrung und Fortbildung auf der selben Ebene wie ein Bachelor. Es muss aber auch daran gedacht werden, dass bei den unterschiedlichen Bildungswegen unterschiedliche Bildungsschwerpunkte gesetzt werden.

    freundliche Grüße
    Josef jun. Altmann

  2. EQR schrieb:

    ich seh das eher so, dass die duale Ausbildung entwertet wird. Stufe 4 entspricht in vielen Ländern einen ein jährigem Crashkurs auf Zertifikate-Ebene. Dafür lernt man in DE aber 3 bis 3,5 Jahre. Jemand mit Abitur kann keine Ausbildung mehr machen, da er dann nie seinen Bildungsstand verbessert. Faktisch klebt derjenige ewig in der Sekundarstufe II (Upper Secondary). Selber Beruf ist im Ausland dann in Stufe 5 = Diplomalevel, Associatedegree. Meine duale Ausbildung wurde damit entwertet und ich immobiler gemacht — also noch mal zur Schule gegangen, Abi nachgeholt, jetzt Bachelor, dann Master — und DAMIT erst kann man zu vernünftigen Bedingungen im Ausland arbeiten.

    wenn man mit einer Einstufung in Stufe 4 herumwedelt, dann ist das so als hätte man im Ausland einen 1jährigen Crashkurs gemacht. Also kann man sich mit vielen Ausbildungen aus DE den Hintern abwischen. Eine Krankenschwester aus DE kann künftig noch maximal als Hilfsschwester in Schweden und anderswo anfangen

  3. EQR schrieb:

    gerade bei Krankenschwestern ist es so: weltweit ein Studium mind. Diplomalevel oder Bachelor. In vielen Ländern immer Bachelor. Folglich würd ich mit Ambitionen mal anderswo arbeiten zu wollen, doch keine duale Ausbildung hier machen. Man lernt dann 3 Jahre, hat evtl. sogar Abitur wie die Kollegin anderswo — und dennoch steht immer nur die niedrige Stufe 4 auf dem Zeugnis. Gleichwertigkeit mit Abitur??? Gleichwertigkeit mit der Akademikerin im Ausland — das ist meistens aber ein Bachelor = Stufe 6, oder mind. ein Diploma/Associate = Stufe 5. Sekundarstufe II macht man in vielen Ländern nämlich nur als Highschool schulisch. Mit den Ausbildungsabschlüssen kann man sich damit getrost den Hintern abwischen. Ich würd in DE folglich nur noch studieren gehen. Dann hat man auch einen international anerkannten Abschluss.

    und mit Abitur würd ich auch keine Ausbildung mehr machen. Das ist nur Highschoolabschluss — das macht man anderswo nur schulisch.

  4. Forex schrieb:

    Die duale Berufsausbildung sowie auch das duale Studium sind die besten Wege, um sich wirkliches Fachwissen anzueignen und um fit für den Aufstieg zu sein. Ob Bachelor oder Diplom, das Studium ist meistens sehr weit von der Praxis entfernt. So kann ein Abgänger nach 5 Jahren ein Top Abschluss absolviert haben und von der Praxis trotzdem keine Ahnung haben.

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