Politik

Probleme der Mobilität in den ländlichen Räumen angehen

In den vergangenen Tagen hat das Thema „Führerschein mit 16“ zu teilweise aufgeregten Diskussionen geführt. Mein Kollege Peter Bleser, der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium ist, hatte vorgeschlagen, dass bereits Jugendliche mit 16 einen Führerschein machen könnten, um das zunehmende Problem der Mobilität in ländlichen Räumen zu lösen. Aus Verkehrssicherheitsgründen sollte dabei eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h gelten. Soweit der Vorschlag von Peter Bleser.

Dafür erntete er vielfach Kritik – von Verkehrsministern, vom ADAC und von vielen Anderen, auch von vielen Journalisten.

Im Gegensatz zu dieser weit verbreiteten Kritik halte ich den Diskussionsanstoß von Peter Bleser für richtig und notwendig. Wir kommen nicht an der Tatsache vorbei, dass Mobilität in den ländlichen Regionen immer problematischer wird. Es gibt schon heute Regionen in Deutschland, die unter einem extremen Bevölkerungsschwund leiden. Dies wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Es wird damit immer schwieriger, einen vernünftigen öffentlichen Personennahverkehr mit Bussen sicher zu stellen. Umso wichtiger wird individuelle Mobilität. Das gilt für ältere und junge Menschen, die zum Beispiel ihre Ausbildungsstätte erreichen sollen. Für den Schulweg wird oft genug mit Schulbussen gesorgt. Für den Weg zum Arbeitsplatz oder zur Lehrstelle ist jeder selbst verantwortlich.

Wenn dafür aber die Möglichkeiten nicht gegeben sind, droht eine weitere Abwanderung gerade von jungen Menschen in die Städte, in die Ballungsregionen. Dies liegt nicht in unserem Interesse, wenn wir die ländlichen Räume lebenswert und lebensfähig erhalten wollen. Dafür brauchen wir neue und auch unkonventionelle Ideen. Dazu gehört auch der Vorschlag des Führerscheins mit 16.

Ob er am Ende die Lösung sein wird, ist offen. Aber wichtig ist, dass wir die Probleme der Mobilität in den ländlichen Räumen angehen, offen darüber diskutieren und Offenheit auch für neue Vorschläge ziegen.

 

Ingbert Liebing ist Vorsitzender der Koalitionsgruppe „Ländliche Räume – Regionale Vielfalt“ von CDU/ CSU und FDP.

2 Kommentare zu »Probleme der Mobilität in den ländlichen Räumen angehen«

  1. Kuno Jasbinschek schrieb:

    Wie ich schon auf der Facebook Seite geschrieben habe,würde ich in Ausnahmefällen dafür sein.
    Wenn jemand weit draußen wohnt und keine Möglichkeit hat,zur Schule/Arbeit zu kommen.
    Aber eine Prüfung der geistigen Reife ( Ich vermeide extra das Wort Idiotentest)sollte dann Voraussetzung sein.
    Die Beschränkung auf 80km/h würde dann auch nicht notwendig werden.
    Eher vielleicht eine Leistungsbeschränkung des Fahrzeugs auf 34 PS.
    Aber einer generellen Freigabe der Fahrerlaubnis mit 16 Jahren würde ich nicht zustimmen.
    1. Jetzt schon starker Verkehr, vor allen in den Ballungsgebieten und zum 2.eine jetzt schon unterbesetzte und damit den wachsenden Ansprüchen nicht mehr gerecht werdenden Polizei.
    Aber in Einzelfällen spricht wohl nichts dagegen.
    Fahrerlaubnis, eingeschränkt für den Weg zur Schule/Arbeit in Ausnahmefällen, kann eine Lösung sein. Ich bin dafür.

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