Wirtschaft

Topfit bis ins Alter oder Arbeiten bis zum Umfallen?!

Gestern fand der Kongress der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion  zum Thema Topfit bis ins Alter – Konzepte für die Arbeitswelt von morgen“ statt.

Das Podium war von verschiedenen Leuten aus allerlei Bereichen besetzt. Sowohl die Diskussionsteilnehmer als auch das Publikum hatten Zeit Ihre Meinung zu äußern.

Doch eins wurde klar: das Thema Leiharbeit, Befristung und prekäre Arbeitsbedingungen im Niedriglohnsektor waren die Themen, die am häufigsten Anklang fanden.

Es ist wichtig, sowohl für die jungen Arbeitnehmer als auch für die älter werdende Belegschaft, rechtzeitig für Nachwuchs zu sorgen. Einmal um einen gleitenden Übergang in die Rente zu ermöglichen, aber auch um das unersetzbare Wissen der Arbeitnehmer, die bereits über Jahrzehnte hinweg Erfahrungen gesammelt haben, zu sichern.

Tabea Burchartz während ihres Redebeitrags
Tabea Burchartz erläutert ihre Positionen während ihres Redebeitrags (Foto: CDU/ CSU-Bundestagsfraktion)

Hierbei wurde deutlich, dass man jungen Arbeitnehmern durch unbefristete Übernahme ins Arbeitsverhältnis und angemessene Entlohnung eine sichere Zukunft ermöglichen muss, um späteren psychischen Erkrankungen vorzubeugen. Zudem soll jungen Menschen dadurch die Möglichkeit gegeben werden, eine Familie mit Haus und allem  was dazu gehört, zu gründen. Nicht nur, dass man damit den jungen Arbeitnehmern eine sichere Existenz ermöglicht, durch angemessenen Lohn bewahrt man die Arbeitnehmer auch später vor drohender Altersarmut.

Meine beiden Forderungen lauten deshalb: Es muss gesetzliche Regelungen für Kettenbefristungen und Leiharbeit geben, um den momentan ausufernden Missbrauch zu vermeiden und zu unterbinden und um die jungen Arbeitnehmer frühzeitig in ein sicheres Arbeitsverhältnis zu übergeben. Zweitens sollte es für gleiche Arbeit auch die gleiche Entlohnung geben. Es muss eine gesetzliche Regelung für eine Lohnuntergrenze eingeführt werden, um Existenzen zu sichern, um somit späterer Altersarmut entgegenwirken zu können.

Jeder, egal ob jung oder alt, hat einen sicheren und seinen Bedürfnissen gerecht werdenden Arbeitsplatz und angemessene Entlohnung verdient.

Tabea Burchartz ist Jugend- und Auszubildendenvertreterin der Bayer Pharma AG in Wuppertal.

 

Sie war Referentin beim Kongress „Topfit bis ins Alter – Konzepte für die Arbeitswelt von morgen“ der CDU/CSU-Fraktion am 7. Mai 2012.

Ein Kommentar zu »Topfit bis ins Alter oder Arbeiten bis zum Umfallen?!«

  1. VS schrieb:

    Sind die Folgen der ausufernden Mißbrauchskultur am deutschen Arbeitsmarkt nicht längst zu weit gegangen um mit derartigen Minimalforderungen ans Werk zu gehen ?

    Die Häufungen der Krankheitsfälle im Zusammenhang mit den miserablen Arbeitsumständen bzw. Stress und Überforderung sind gerade bei den unter 35jährigen in den letzten Jahren besonders hoch angestiegen.

    Die Politik hat hier nach meiner Aufassung nicht nur total versagt sondern ist im Rahmen der Schwarz-Gelben Bundesregierung gerade Treiber dieser fatalen Entwicklung.

    Wer soll später mal die Renten bezahlen wenn die wenigen Jungen bis zur Arbeitsunfähigkeit in prekären Verhältnissen ausgebeutet werden ?

    Woher komen die Fachkräfte von Morgen ?

    Diese und andere Fragen dieser Art sind aber gerade in den Konservativ-Liberalen Kreisen nicht nur sträflichst vernachlässigt worden sondern sogar genutzt worden um den ehemaligen Reichtum des Landes zu verschleudern.

    Jetzt dürfte es bereits -wie auch schon beim Euro- zu spät sein.

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