Finanzmarkt

Wir werden Kurs halten: Euro-Bonds sind der falsche Weg

Über einige Diskussionen muss man sich schon wundern: Während an den Finanzmärkten neue Unruhe entsteht, während die Zinsen für Spanien erneut steigen – gerade in einer solchen Zeit wird auf internationaler Ebene mit dem Gedanken gespielt, den mühsam ausgehandelten Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin in Europa aufzuweichen. Stattdessen soll auf Pump das Wachstum angekurbelt werden. Und der frisch gewählte französische Präsident François Hollande unternimmt einen neuen Vorstoß für Euro-Bonds.

Wir können dankbar sein, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem G8-Gipfel in den USA in dieser Frage nicht nachgegeben hat. Wir wissen: Der Weg des Sparens ist beschwerlich, aber er muss gegangen werden. Erst mit der Sanierung der Haushalte werden wir die Euro-Schuldenkrise beenden. Nur ein Land, das seine Staatsfinanzen im Griff hat, wird sich zu akzeptablen Bedingungen Geld an den Finanzmärkten leihen können. Allerdings: Die Sanierung hat ja vielfach noch gar nicht begonnen.

Dass wir gleichzeitig nach Wachstum streben müssen, ist kein Widerspruch. Nachhaltiges Wachstum wird man aber nicht über neue milliardenschwere Konjunkturprogramme erzeugen können. Strukturreformen sind hierfür notwendig, auch wenn soziale Standards in einigen Ländern dabei in Frage gestellt werden müssen.

Vor allem aber gilt: Wer Konjunkturprogramme will, muss auch sagen, wer sie bezahlen soll. Ich habe den Verdacht, dass viele Deutschland als Financier im Blick haben. Das würde auch zum Vorschlag passen, in dieser Situation Euro-Bonds einzuführen. Unsere Zinslast würde damit aber rapide ansteigen. Deshalb werden wir uns Euro-Bonds widersetzen. Diejenigen, die Konjunkturprogramme wollen, müssen sagen, woher das Geld kommen sollen. Auch von der SPD erwarte ich hier mehr Klarheit.

3 Kommentare zu »Wir werden Kurs halten: Euro-Bonds sind der falsche Weg«

  1. Ludwig Briehl schrieb:

    Gut so. Wir haben schon genug Geld verloren, da Griechenland die bisherigen Hilfsgelder nicht zurück zahlen kann. Wenn nun noch die Eurobonds kämen würde das auch von andern Ländern so weit genutzt, bis ein Griechenland 2 und Griechenland 3 usw entsteht.
    Wehret den Anfängen!

  2. VS schrieb:

    Steigt hier noch irgendjemand durch, wie viele Milliarden die angeblich gar nicht vorhanden sein dürften, bereits von der derzeitigen Bundesregierung im Rahmen der nunmehr seit dem Rüttgers-NRW-Wahlkampf in steigendem Ausmaß andauernden Eurokrise verschleudert wurden ?

    Ich jedenfalls möchte mich von diesen Nebelkerzen (Eurobonds, EFSM und wie sie alle heißen mögen) nicht mehr für dumm verkaufen lassen. Denn eines ist doch klar:
    Die (konservativ-liberalen) Marktideologen haben uns alle betrogen und die Werte die wir und unsere Eltern seit dem 2. Weltkrieg aufgebaut haben ernsthaft in sehr große Gefahr gebracht.

    Glaubt hier im Ernst noch jemand, dass der 25te Rettungsschirm dann wirklich mal hilft ?

  3. sepp schrieb:

    Ihr Wort in Gottes Ohr,Herr Kauder.Aber wichtiger noch in Merkels!Sieht so aus als ob sie Sie nicht gehört hat.Denn sie ist gerade erst gestern Eingeknickt.Oder wie würden Sie es nennen,wenn man Spanien und Italien einen Blankoscheck zur Refinanzierung Ihrer maroden Banken ausstellt,und den Staaten keine Auflagen macht?Richtig,Eurobons durch die Hintertür auf Kosten der Steuerzahler.Es wäre schön wenn Sie einige ungeklärte Fragen beantworten könnten.Z.B. Wer soll eigentlich die zusätzlich anfallenden Mill.bezahlen?Ich hoffe dass es nächstes Jahr noch Staaten ausser Deutschland gibt,die noch etwas einzahlen können(wollen)?Was denken Sie wird jetzt Griechenland,Portugal und die Iren machen?Weiter sparen?wohl nicht.Die wären ja schön blöd.Die sind ja keine Deutschen!Ich habe gedacht wenn der Euro fällt,fällt Europa? O-Ton Merkel.Warum setzt sie ihn dann auf`s Spiel?

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