Politik

Motivierter und qualifizierter Berufsnachwuchs im Agrarbereich ist gut fürs Land

Uns gibt es noch: Junge Menschen, die auf dem Land leben und stolz darauf sind. Und was das Beste daran ist: Wir wollen auch in Zukunft auf dem Land leben. Darum engagieren wir uns, darum machen wir uns im Bund der Deutschen Landjugend (BDL) fürs Land stark.

Wir wissen: Die Landwirtschaft bildet das Rückgrat des ländlichen Raumes. Mit den vor- und nachgelagerten Bereichen sorgt sie für hohe Wertschöpfung und Jobs. Gemeinsam mit den meist kleinen und mittelständischen Unternehmen anderer Branchen hält sie damit auch das Leben im Dorf. Darum setzen wir uns dafür ein, die Wirtschaftskraft der ländlichen Räume zu stärken und dafür zu sorgen, dass junge Menschen vor Ort Berufsperspektiven finden. Existenzgründungen und Betriebsübergaben brauchen Unterstützung durch geeignete Rahmenbedingungen. Dazu gehört auch eine verpflichtende Junglandwirteförderung in der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) 2014-2020. Die braucht der agrarische Nachwuchs, damit die Landwirtschaft zukunftsfit wird.

Da müssen Nägel mit Köpfen her. Denn junge Landwirte brauchen Planungssicherheit. Wer in die Zukunft investieren soll und will, braucht nun einmal verlässliche Rahmenbedingungen. Oder würden Sie sich ein Haus bauen, dessen Stromversorgung nicht sicher ist?

Die Landwirte von morgen wollen eine so starke wie nachhaltige, eine so leistungsfähige wie moderne Landwirtschaft gestalten. Sie sehen nicht nur in der Abwanderung und dem demografischen Wandel vor Ort Herausforderungen, sondern auch in der wachsenden Weltbevölkerung mit der Konsequenz, dass die Nahrungsmittel- und Energienachfrage steigt.

Erinnerung an eine vergangene Zeit
Bäuerliche Idylle in den 1950er Jahren (Foto: gemeinde.niederhelfenschwil on flickr.com CC BY 2.0)

Woher ich das weiß? Ende des vergangenen Jahres haben wir im Bund der Deutschen Landjugend die ZukunftsInitiative Landwirtschaft – ZieL 2030 – gestartet und in mehrtägigen Konferenzen mit den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen Zukunftsvisionen für das Jahr 2030 entwickelt. All das gehört dazu. Aber auch, dass

  • bis dahin in jedem ein bisschen Landwirt steckt;
  • die Landwirtschaft ein attraktives Arbeitsfeld ist, das gut bezahlte Arbeitsplätze bietet,
  • die Landwirte das Recht haben, ihren Betrieb nach ihrer Wahl auszurichten,
  • natürliche Ressourcen geschützt und wertgeschätzt werden und die Nachhaltigkeit weltweit verankert ist,
  • Deutschland ein praxisorientierter Agrarforschungsstandort ist…

Das klingt nicht nur gut. Das ist gut. Und was noch besser ist: Wir arbeiten an der Umsetzung – für uns, für den ländlichen Raum, für die Gesellschaft.

Natürlich braucht es dafür qualifizierte junge Menschen. Und genau hier setzt unsere Idee eines bundesweiten Qualifizierungsfonds für die Landwirtschaft und die Grünen Berufe an, die wir mit viel Kraft und Zeit vorantreiben. Denn die Anforderungen an die Landwirtschaft steigen, die Spezialisierung nimmt zu, genau wie die Konkurrenz mit anderen Wirtschaftsbranchen um „gute Köpfe“. Obendrein gibt es immer weniger junge Menschen. Fach- und Führungskräftemangel ist schon heute kein Fremdwort mehr für die Landwirtschaft. Da kann man nicht die Hände in den Schoß legen. Da ist eine individuell angepasste Qualifizierung gefragt. Unser bundesweiter Qualifizierungsfonds könnte da ansetzen und die konventionellen Bildungsstrukturen ergänzen. Über das Ausbildungsniveau hinaus könnten so die Fähigkeiten und Kenntnisse junger Menschen verbessert werden. Denn eins ist klar: Motivierter und qualifizierter Berufsnachwuchs im Agrarbereich ist gut fürs Land.

Und keine Sorge: Solange es Landjugend gibt, gibt es nicht nur Hoffnung fürs Land, sondern auch Ideen und engagierte Menschen, die zupacken wollen und können.

 

Magdalena Kliver ist Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend, Homburg (Saarland).

Sie ist Referentin des Kongresses „Ländliche Räume, regionale Vielfalt – wie gestalten wir die Zukunft?“ der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion am 11. Juni 2012.

4 Kommentare zu »Motivierter und qualifizierter Berufsnachwuchs im Agrarbereich ist gut fürs Land«

  1. Jutta Schroer schrieb:

    Landwirte von morgen dürfen nicht nur agratechnisch sondern vor allem auch ökologisch bestens ausgebildet sein, um Zusammenhänge zwischen ökologisch verantwortungsbewußtem Wirtschaften und gesunder Erde, gesunden Gewässern etc. zu erkennen. Agrarsteppen und Gen-Technik im Verbund mit Konzernen wie Monsanto, werden den Hunger der Weltbevölkerung nicht stillen können.

  2. Jutta Schroer schrieb:

    Landwirte von morgen dürfen nicht nur agratechnisch sondern müssen vor allem auch ökologisch bestens ausgebildet sein, um Zusammenhänge zwischen ökologisch verantwortungsbewußtem Wirtschaften und gesunder Erde, gesunden Gewässern etc. zu erkennen. Agrarsteppen und Gen-Technik im Verbund mit Konzernen wie Monsanto, werden den Hunger der Weltbevölkerung nicht stillen können.

  3. Magdalena Kliver schrieb:

    Da ich gerade meine Ausbildung an einer Fachschule absolviere, kann ich Ihnen versichern, dass diese Grundsätze der Nachhaltigkeit dort nicht nur gelehrt werden, nein sie werden schon seit Generationen von Landwirtsfamilien gelebt.Das Wort Nachhaltigkeit stammt schließlich aus der Land- und Forstwirtschaft.Zudem bauen Deutsche Bauern keine Gentechnisch veränderten Pflanzen an, und eine Agrarsteppe ist mir in Deutschland auch noch nicht untergekommen. Wichtig ist das wir den Ressourcenschutz gemeinsam voranbringen, so wie es bei der Initiative ZIEL 2030, des Bundes der Deutschen Landjugend,mit jungen Vertretern aus Wirtschaft,Verbänden und jungen Politikern aus allen Lagern geschehen ist.Gemeinsam haben wir dort an unserer Vision für die Landwirtschaft 2030 gearbeitet. Es gilt nun diese umzusetzen, auf den Weg zu bringen. Nur gemeinsam kommen wir da weiter. Gegeneinander wettern bringt uns da nichts!

  4. VS schrieb:

    Ein Comeback der Nachhaltigkeit wäre mal zumindest in konservativen Kreisen ein echter Schritt.

    Ich begrüße das zurück zu den Wurzeln. Ein zurück zu echtem Konservativismus. Dieser setzt in seiner Geschichte eigentlich zentral auf Nachhaltigkeit.

    Nur haben das leider die abgehobenen Damen und Herren in BErlin scheinbar längst vergessen.

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