Politik

Sozialer Zusammenhalt, Betreuung, Gesundheit und Pflege

Die Bevölkerungsprognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2060 ca. 12 bis 17 Millionen Menschen weniger in Deutschland leben werden – eine Entwicklung, die insbesondere die ländlichen Räume betrifft. Die christlich-liberale Koalition stellt sich dieser Herausforderung. Wir und die von uns getragene Bundesregierung haben bereits zahlreiche Initiativen zur Stärkung der ländlichen Räume auf den Weg gebracht wie etwa beim Breitbandausbau und mit dem GKV-Versorgungsstruktur-gesetz. Weitere Anstrengungen sind erforderlich.

Mit dem Abschlussbericht setzt die Koalitionsarbeitsgruppe „Ländliche Räume – Regionale Vielfalt“ in vier Handlungsfeldern, in denen Bundesregierung, Länder, Landkreise, Städte und Gemeinden in Verantwortung stehen, besondere Akzente:

  1. Verkehrs-, Kommunikations- und Energieinfrastruktur
  2. Wirtschaft und Arbeit
  3. Sozialer Zusammenhalt, Betreuung, Gesundheit und Pflege
  4. Integrierte ländliche Entwicklung

Die Maßnahmen zeigen exemplarisch Handlungsmöglichkeiten auf und sollen in konkretes Handeln auf diesen relevanten Feldern für eine nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume einmünden.

Wir dokumentieren auszugsweise die vier Kapitel zu den Handlungsfeldern auf unserem Blog. Das vollständige Abschlusspapier finden Sie hier als PDF.

Die Sicherstellung einer dauerhaft hohen Qualität ärztlicher und pflegerischer Versorgung und Arzneimittelversorgung der Bevölkerung sowie bei Betreuungsangeboten auch in ländlichen Räumen wollen wir mit folgenden Schwerpunkten erreichen:

  • Noch stärkere Nutzung der bereits heute vorhandenen Möglichkeit, dass Kommunen Räume für Zweitpraxen zur Verfügung stellen, auch mit Mehrfachnutzung von Fachärzten.
  • Stärkere Nutzung von Telemedizin.
  • Appell an die Länder, gemeinsam mit den Hochschulen das Auswahlverfahren für die Zulassung zum Medizinstudium so weiter zu entwickeln, dass die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten, neben der Abiturnote weitere Kriterien zu berücksichtigen, stärker als bisher genutzt werden.
  • Stärkung der ambulanten Pflege und insbesondere der Versorgung von Menschen mit Demenz durch die Einführung eines Pflegebedürftigkeitsbegriffs, der der konkreten Lebenssituation Pflegebedürftiger ausreichend gerecht wird.
  • Zur Steigerung der Attraktivität ehrenamtlicher Betätigung Verbesserung der steuerrechtlichen Förderung des Ehrenamtes und Gewinnung von Senioren für das Ehrenamt, etwa durch Gestaltung der Hinzuverdienstregelung im Rentenrecht dergestalt, dass im Regelfall an kommunale Ehrenbeamte gezahlte Aufwandsentschädigungen nicht zu einer Verringerung der Rente führen.
  • Nutzung technischer Unterstützungsmöglichkeiten („Telenotarzt“).

Der vollständige Abschlussbericht (PDF) der Koalitionsarbeitsgruppe Ländliche Räume – regionale Vielfalt.

10 Kommentare zu »Sozialer Zusammenhalt, Betreuung, Gesundheit und Pflege«

  1. Pingback Koalitionsarbeitsgruppe Ländliche Räume: Globale Märkte – lokale Arbeitsplätze | Blogfraktion.de

  2. Pingback Koalitionsarbeitsgruppe Ländliche Räume: Verkehrs-, Kommunikations- und Energieinfrastruktur | Blogfraktion.de

  3. Thomas schrieb:

    Das Denkmodell der Zeitkonten für Senioren ist meiner Meinung nach die beste Lösung ehrenamtlich tätig zu werden, und eine Rückvergütung bei eigener Inanspruchnahme von Dienstleistungen im Alter zu bekommen. Dies ist gerecht und Steuerneutral, da hier die Währung Zeit und nicht Geld ist.

  4. Christian Reinboth schrieb:

    Eine stärkere Förderung der Telemedizin und Telepflege sowie eine bessere Würdigung des Ehrenamtes wären mit Sicherheit nur zu begrüßen. Aber auch das Problem der derzeit noch geringen Attraktivität von Pflegeberufen sollte auf die Agenda gesetzt werden: Schon heute fehlt es in vielen Bereichen sowohl in der stationären als auch in der ambulanten Pflege an qualifizierten Pflegekräften – ein Mangel, der sich aufgrund des demografischen Wandels künftig noch deutlich ausweiten wird. Gerade für junge Menschen ist der Beruf vor allem aufgrund der geringen gesellschaftlichen Anerkennung der Pflege äußerst unattraktiv – hier muss in den kommenden Jahren eine Veränderung stattfinden, wenn wir auch zukünftig noch eine zumindest näherungsweise ausreichende Anzahl an geeigneten jungen Menschen für diesen so wichtigen Berufsstand gewinnen wollen.

  5. VS schrieb:

    (Bitte formulieren Sie Ihre Kritik anhand sachlicher Argumente. /red)

    Rechte Politiker und sogenannte Liberale Abzocker haben das Land ruiniert und versuchen (siehe Pflegereform) ihrer Bonzenklientel die Pfründe zu sichern.

    (Entfernt, da unsachlich. /red)

    Trotzdem skandalös, dass nun die ehrenamtlich Tätigen den „Karren wieder aus dem Dreck ziehen“ sollen, (Entfernt, da unsachlich und beleidigend. /red)

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  8. Matthias Gomoll schrieb:

    Ich plädiere dafür, das dritte Jahr zum exam. Altenpfleger wieder zu finanzieren. Ich besitze einen Bildungsgutschein zur Ausbildung, aber die Träger verweisen auf den Bund. So werde ich mich wohl trotz Fachkräftemangels wieder von dem Beruf abwenden müssen. So kann man den demographischen Faktor nicht entgegen wirken.

  9. Martin Zimdars schrieb:

    In einer alternden Gesellschaft muss es eigentlich zwangsläufig zu Generationenkonflikten kommen, wenn diejenigen wegbrechen (die Jungen), die eigentlich diejenigen versorgen müssten, die dies nicht mehr können (die Alten), gerade wenn die an diese Alten zuviel gezahlten Sozialleistungen (siehe Staatsdefizit) dazu führen, dass die Jungen mit noch mehr finanziellen belastungen konfrontiert sind, als ihnen aufgrund ihres „Generationenstatusses“ eigentlich zustehen müssten.

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