Politik

Sterben als Dienstleistungsangebot ist menschenverachtend

Für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist klar, dass es keinen gewerblich organisierten Tod auf Bestellung geben darf. Sterben als Dienstleistungsangebot widerspricht dem christlichen Menschenbild und ist menschenverachtend. Kommerzielle Sterbehilfe ist kein Gebot der Nächstenliebe, sondern ein unwürdiges Geschäft mit der Angst der Menschen vor Schmerz und Leid auf ihrem letzten Weg.

Wir wollen daher eine Strafbarkeitslücke schließen und die Geschäftemacherei mit dem Suizid unterbinden. Im Übrigen soll die nach geltendem Recht bestehende Abgrenzung zwischen der strafbaren Tötung eines Menschen und der straflosen Beihilfe zur eigenverantwortlichen Selbsttötung aber unberührt bleiben.

Vor diesem Hintergrund wird die christlich-liberale Koalition ein Gesetz auf den Weg bringen, das kommerzielle Sterbehilfeangebote künftig unter Strafe stellt. Mögliche Ausnahmen von der Strafbarkeit müssen dabei eng begrenzt bleiben. Nur soweit tatsächlich eine erhebliche emotionale Zwangslage wie bei engen Angehörigen besteht, ist es gerechtfertigt, von Strafe abzusehen.

Wir sind zudem der Auffassung, dass auch Werbung für Sterbehilfeangebote ausdrücklich verboten werden muss. Denn solche Werbung spielt mit der Angst der Menschen vor Schmerz und Hinfälligkeit und versucht daraus Kapital zu schlagen. Die Union wendet sich ausdrücklich gegen eine solche Geschäftemacherei.

4 Kommentare zu »Sterben als Dienstleistungsangebot ist menschenverachtend«

  1. VS schrieb:

    Was hierzulande an Menschenverachtendem nicht alles gefördert und gefördert wird ?

    Die total undifferenzierte, ja geradezu populistische Betrachtung des Themas Sterbehilfe trägt nicht gerade zur Glaubwürdigkeit im Umgang mit dem Thema Leben und Sterben Todkranker bei.

    [Bitte bleiben Sie sachlich. Ihr Kommentar wurde moderiert.]

    Einige Beispiele gefällig ?
    – Das Schwerstkranke (Bspw. an Krebs- und an Multiple Sklerose Erkrankte) immer noch nicht die Medikamente bekommen , die ihr Leiden mindern würde (und statt dessen kriminalisiert werden) ist vor allem mal das Verdienst der Union.

    […]

    Das ist Menschenverachtend !

  2. VS schrieb:

    Ich nehme mir vor sachlich zu bleiben. Obwohl bei mir persönlich die abgehobene und undifferenzierte Betrachtung des Themas die Wut auf diese sogenannten Politiker expotentiell ansteigen lässt.

    Es geht hier tatsächlich um die Menschenwürde die von unseren Politikern so mit Füssen getreten wird.

    Nun zum Thema Sachlichkeit, einige Rückfragen an die Moderatoren:

    Kann man wirklich Sachlich bleiben, wenn man Zeuge solcher Vorgänge wird ?

    Verlangen wir von einem syrischen Familienvater auch sachlich zu bleiben, wenn die Familie von Militärs vergewaltigt und getötet wird ?

    Sollte ein Vater/ eine Mutter deren Kind(er) beim von der Bundeswehr initiierten Bombardement in Kunduz getötet wurde(n), auch lieber sachlich bleiben ?

    Wie soll u.a. ein hier lebender Türke sachlich bleiben, wenn konservative Politiker rechtsradikalen (Bomben-) Terror als „Doernermorde“ verharmlosen?

    Haben sich die Deutschen gerade im sachlich bleiben nicht bereits im 3ten Reich zu genüge schuldig gemacht ?

  3. Michel schrieb:

    Ich glaube das Thema Sterbehilfe ist kein leichtes Thema. Und man wird bestimmt nie auf einen Nenner kommen.

  4. VS schrieb:

    @Michel
    Ich stimme Ihrer Aussage zu.
    Komplexe Thematiken kommen nie zu einem Nenner bzw. einer Vorgehensweise so lange einseitige Ideologien eine weitere Entwicklung verhindern.

    Besonders gut zu sehen ist das auch bei den Themen:
    – Bildung (Bolognachaos)
    – Integration
    (Noch 1998 sammelte die CDU zu letzt Unterschriften „gegen Türken“)
    – Wirtschaft
    (Finanzkrise und deren extrem mangelhaftes Management)
    – Energiewende (Ja, Nein , Vielleicht !?)
    – Sicherheitspolitik (Ist der Verfassungsschutz sicher ?)
    uvm.

    Es liegt auf der Hand das die Doppelmoral der konservativen Blockadehaltung über die letzten Jahrzehnte derartig nachhaltigen Schaden verursacht hat, dass die Bundesrepublik Deutschland sich wohl dauerhaft von Ihrer ehemals vorbildlichen Position in der Welt zu verabschieden hat.

    Gerade jetzt die Frage aufzuwerfen ob man für oder gegen Sterbehilfe ist, dient offensichtlich nur dazu vom eigentlich dem bestehenden System feindlichen Charakter konservativer Ideologie abzulenken.

Diskussionsbeitrag schreiben