Politik, Tourismus, Wirtschaft

Tourismus in Deutschland ist ökonomisches Schwergewicht und Jobmotor

Foto: flickr.com/teemow; CC BY-NC-SA 2.0
Das Reiseland Deutschland besticht im internationalen Wettbewerb vor allem durch seine Vielfalt (Foto: flickr.com/teemow; CC BY-NC-SA 2.0)

Nur wenige Tage bevor in Berlin Familien mit schulpflichtigen Kindern in die Sommerferien starten, hat im Deutschen Bundestag das Thema Reisen bereits Konjunktur: Die Bundesregierung hat ihren Tourismuspolitischen Bericht vorgelegt – eine Reiselektüre besonderer Art.

Der Bericht zeigt klar: Das Reiseland Deutschland hat sich eindrucksvoll entwickelt. Im nunmehr dritten Jahr in Folge konnte die Tourismusbranche 2012 ein Rekordergebnis verbuchen. Mit über 407 Millionen Gästeübernachtungen knackte sie erstmals die 400 Millionen Marke. Deutschland ist als Reiseziel gefragt bei Gästen aus dem In- und Ausland. Es hat damit nicht nur erfolgreich der Krise getrotzt, es hält auch im sich verschärfenden globalen Wettbewerb erfolgreich mit. „Völker, bringt die Milliarden“ überschrieb die Süddeutsche Zeitung jüngst treffend einen Artikel zum Thema. Fakt ist: Tourismus leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zu Völkerverständigung. Die Branche ist in Deutschland mit 2,9 Millionen Beschäftigten ein Jobmotor und mit einer Bruttowertschöpfung von nahezu 100 Milliarden Euro ein wirtschaftliches Schwergewicht.

Tourismuspolitik ist im Wesentlichen Ländersache. Gleichwohl haben wir auf Bundesebene Anteil an dieser hervorragenden Entwicklung. Wir haben Akzente für die dynamische Entwicklung gesetzt, unsere Hausaufgaben gemacht: Mit unserer Steuerpolitik haben wir die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmer nachhaltig gestärkt und so dazu beigetragen, dass die Branche im internationalen Wettbewerb mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis punkten kann: Das Beherbergungsgewerbe hat fast eine Milliarde Euro investiert und 2010-2012 über 16.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen. Wir haben Zukunftsthemen angeschoben, wie die Förderung barrierefreier und nachhaltiger Tourismusangebote. Vom Tourismusboom profitieren bislang vor allem Deutschlands Städte. Mit dem Projekt „Tourismusperspektiven in Ländlichen Räumen“ haben wir uns dafür eingesetzt, dass Reisende verstärkt auch diese Regionen ansteuern. Es geht dabei nicht nur darum ländliche Räume um der Touristen wegen als Reiseziele attraktiver zu gestalten. Wir sehen eine solche Stärkung auch als Chance, mancherorts strukturschwache Regionen strukturell so zu verbessern und aufzuwerten, dass sie eine lebens- und liebenswerte Heimat für viele Menschen bleiben.

Unser Reiseland besticht im internationalen Wettbewerb auch durch seine Vielfalt. Die Erhöhung der Bundesmittel für die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat sich bewährt: Sie vermarktete unser Reiseland erfolgreich rund um den Globus, wie nicht zuletzt das satte Plus von acht Prozent bei den Übernachtungszahlen ausländischer Gäste in 2012 gegenüber dem Vorjahr belegt. Deutschland konnte damit doppelt so stark zulegen wie der europäische und weltweite Durchschnitt – eine eindrucksvolle Bilanz, die sich sehen lassen kann.

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