Geschichte, Internationales, Politik

50 Jahre „Ich bin ein Berliner“ – Als Kennedy Geschichte schrieb

US-Präsident John F. Kennedy während seiner Rede vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin am 26.6.1963. Mit dem legendären Satz "Ich bin ein Berliner" drückte er seine Verbundenheit mit den Menschen in der geteilten Stadt aus. (Foto: Heinz-Jürgen Göttert /dpa)
US-Präsident John F. Kennedy während seiner Rede vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin am 26.6.1963. Mit dem legendären Satz „Ich bin ein Berliner“ drückte er seine Verbundenheit mit den Menschen in der geteilten Stadt aus. (Foto: Heinz-Jürgen Göttert /dpa)

Vor 50 Jahren hat der damalige US-Präsident John F. Kennedy vor dem Schöneberger Rathaus Geschichte geschrieben. Seine leidenschaftliche Rede steht bis heute symbolisch für die Unterstützung der USA für Deutschland während der Zeit des Kalten Krieges. Die Bürger im Westen des geteilten Berlins standen für die tiefe Sehnsucht nach Freiheit und den Widerstand gegen den totalitären Kommunismus. Kennedy stellte sich demonstrativ auf ihre Seite: „Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner.“

Erst 1962 war die Welt im Zuge der Kuba-Krise an den Rand eines nuklearen Schlagabtausches geraten. Zwei Jahre vor dem Besuch des Präsidenten war die Teilung zwischen Ost und West durch den Bau der Mauer auf lange Zeit manifestiert worden. Die Luftbrücke, mit der amerikanische „Rosinenbomber“ während der Berlin-Blockade 1948/49 den abgeriegelten Westen mit dringend benötigten Lebensmitteln versorgten, lag 15 Jahre zurück. Ein Ende des Kalten Krieges schien auf lange Zeit nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum das Bekenntnis Kennedys, sich als Bürger Berlins zu fühlen, eine solch immense Wirkung entfaltete.

Die Rede des Präsidenten vor dem Schöneberger Rathaus hat die transatlantischen Beziehungen nachhaltig geprägt. Bis heute ist die enge Freundschaft zu den USA einer der Grundpfeiler der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Bundeskanzlerin Angela Merkel brachte dies während des Besuchs von Barack Obama in der vergangenen Woche vor dem Brandenburger Tor treffend zum Ausdruck: „Die transatlantische Partnerschaft ist auch im 21. Jahrhundert der Schlüssel zu Freiheit, Sicherheit und Wohlstand für alle.“

Im Rahmen des letzten G8-Gipfels ist ein großer Schritt für die weitere Vertiefung dieser Partnerschaft unternommen worden: Die USA und die Europäische Union haben den Startschuss für die Verhandlungen über die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) gegeben. Das Ziel ist die Schaffung des größten Binnenmarktes der Welt. Dieses Projekt wird beiderseits des Atlantiks den Wohlstand fördern, Arbeitsplätze schaffen und die Bindung zwischen den USA und ihren Bündnispartnern zusätzlich stärken. 50 Jahre nach dem Besuch Kennedys ist damit ein weiteres Signal für die Fortentwicklung der transatlantischen Partnerschaft gesetzt worden. Denn eines ist sicher: In einer Zeit globaler Machtverschiebungen werden die transatlantischen Beziehungen noch mehr an Bedeutung gewinnen.

 

Ein Kommentar zu »50 Jahre „Ich bin ein Berliner“ – Als Kennedy Geschichte schrieb«

  1. Ronald Hörstmann schrieb:

    Kennedy hatte ein Händchen für PR – in Köln sagte er „Kölle Alaaf“ (das ist wirklich keine Scherz, wer will kann sich das entsprechende Video auf YouTube ansehen)

Diskussionsbeitrag schreiben