Parteien, Politik, Verbraucherschutz

Das große Füttern

Kommen demnächst Claudia Roth und Jürgen Trittin in deutschen Kantinen zum Kochen vorbei? Dann wird es dieses Bild wohl nicht mehr geben. (Foto: flickr/ ingrid eulenfan; CC BY-NC-SA 2.0)
Kommen demnächst Claudia Roth und Jürgen Trittin in deutschen Kantinen zum Kochen vorbei? Dann wird es dieses Bild wohl nicht mehr geben. (Foto: flickr/ ingrid eulenfan; CC BY-NC-SA 2.0)

Es ist gut, wenn man sich Gedanken über seine Ernährung macht. Und über die Konsequenzen, die die eigene Ernährung evtl. haben kann. Nachhaltigkeit soll heutzutage großgeschrieben werden. Wir wollen gute Tierhaltung und wir wollen die Umwelt schonen. Aber wie? Die Grünen wollen nun einen fleischfreien Tag pro Woche einführen. Von Zwang könne keine Rede sein, sagen sie. Alles ganz freiwillig und Spaß mache es ja auch, mal etwas Neues auszuprobieren und dabei (seiner Gesundheit und der ganzen Welt) Gutes zu tun.

Das mag ja alles stimmen. Aber der Zweck (also das grün-definierte gute Leben zu führen) heiligt hier nicht die Mittel (also die Wahlfreiheit einzuschränken). Die Grünen offenbaren damit einmal mehr ihren verbraucherpolitischen Ansatz: Wir wissen viel besser, was für die Menschen gut ist und bevor sie sich falsch entscheiden, zwingen wir sie einfach zu ihrem Glück.

Die Union sieht das anders. Wir setzen nicht auf Bevormundung, sondern auf Selbstbestimmung. Und damit jeder Verbraucher auch selbst entscheiden kann, braucht er gute Informationen. Da ist der Staat natürlich stärker gefordert, als wenn er bloße Verbote erteilt. Setzt man auf informierte Selbstbestimmung, muss man sie auch ermöglichen: Informationen aufbereiten, Beratung bereit stellen, Bildung gewährleisten. Das hat seinen Preis. Aber es ist der Preis der Wahlfreiheit – auch, wenn es nur das Mittags-Menü betrifft.

Und dann bleibt noch die Frage, wo diese grüne Bevormundung aufhören soll. Werden demnächst die Einkaufswagen staatlich kontrolliert? Oder gibt es Essensmarken für Fleisch? Oder vielleicht kommen Claudia Roth und Jürgen Trittin zum Kochen vorbei? Wenn einem da nur mal nicht der Appetit vergeht.

2 Kommentare zu »Das große Füttern«

  1. Richard Welter schrieb:

    Suchen die Grünen krampfhaft nach neuen Wahlkampfthemen? Nachdem ihr Pulver in der Atomenergiefrage und anderen wesentlichen Umweltthemen verschossen ist, weil Angela für diese Themen bessere Antworten hat, wenden sie sich der Ernährung zu. Falls die Grünen dort wirklich etwas zur Gesundheit der Menschen beitragen wollen, dann bestimmt nicht über einen Veggie-Day. Vegetarische Ernährung heißt ja nicht gleich gesunde Ernährung! Wenn man sich gesund ernähren will muss man abwechslungsreich essen und vor allem nach Möglichkeit keine industriell gefertigten Speisen essen. Naturprodukte selbst kochen, braten oder backen, statt Fertiggerichte aufwärmen, ist weit gesünder als ein erzwungener Veggie-Tag pro Woche. Das Familienbild der Grünen fördert ja gerade, dass in den Familien nicht mehr gesund gekocht wird, sondern eher Fertiggerichte aufgewärmt werden. Also Fazit: totaler Blödsinn, voll am Ziel vorbei!

  2. Christian Eyter schrieb:

    klar brauchen wir gute informationen. gut, dass wir von der zuständigen ministerin gute informationen bekommen:

    Aigner: „Das sind übrigens besondere Kühe, die Heu fressen. Es gibt Milch, die ausschließlich Heumilch ist, das wird dann auch so definiert.“
    Lanz: „Und diese irren Kühe, die nur Heu … “
    Aigner: „Die ist übrigens laktosefrei, die Heumilch.“
    Lanz: „Die Heumilch istlaktosefrei, weil … “
    Aigner: „Das ist einfach so von der Verarbeitung in dem Magen, das wird dann laktosefrei.“

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