Arbeitsmarkt, Bildung, Politik

Inklusion am Arbeitsmarkt: Wille und Zutrauen sind unentbehrlich

 

Es gibt kein Standardrezept für Inklusion, aber Zutaten, die den Erfolg wahrscheinlich machen: Eine große Portion Willen, viel Vertrauen, Mut, und ein großes Maß an Offenheit. (Foto: dpa/ Patrick Pleul)
Es gibt kein Standardrezept für Inklusion, aber Zutaten, die den Erfolg wahrscheinlich machen: Eine große Portion Willen, viel Vertrauen, Mut, und ein großes Maß an Offenheit. (Foto: dpa/ Patrick Pleul)

Fachkräfte sind begehrt. Viele Betriebe suchen nach gut ausgebildetem Personal. Auch die Automobilindustrie hat seit Jahren offene Stellen zu beklagen. Kann ein Gehörloser als KfZ-Mechatroniker bestehen? Ja, kann er. Kindergärtnerinnen werden ebenfalls händeringend gebraucht. Auch dann, wenn sie das Down-Syndrom haben? Ja, werden sie.

Über Jahrzehnte sind Menschen mit Behinderungen für die meisten Menschen unsichtbar geblieben. Sie gingen auf Förderschulen und anschließend in Behindertenwerkstätten. Sie fuhren nicht mit dem Bus oder nahmen die Regionalbahn, sondern wurden vom Fahrdienst gebracht und abgeholt. Ihr Leben spielte sich weitgehend abseits von allen anderen ab. Das ist bei vielen Menschen mit Behinderungen bis heute noch so.

Doch die Zeiten ändern sich. Immer mehr junge Männer und Frauen mit Behinderungen haben klare Vorstellungen davon, wie sie leben möchten und welchen Beruf sie ergreifen wollen. Die Werkstatt empfinden sie als Sackgasse. Sie wollen vielmehr eigenständig ihr Geld verdienen und vor allem Spaß an ihrer Arbeit haben. Das Persönliche Budget, seit 2009 rechtsverbindlich, soll den Weg aus der Werkstatt auf den Arbeitsmarkt ermöglichen. Dieses Instrument ist dazu gemacht worden, den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben zu verwirklichen. In der Praxis haben wir jedoch ein Umsetzungsproblem. Das Persönliche Budget ist nicht flexibel genug. Vor allem bei der beruflichen Teilhabe sind die Strukturen zu starr. Die Leistung ist meist an eine Werkstatt gekoppelt. Das macht es für Arbeitgeber unattraktiv.

Ein weiteres Hemmnis sind Vorurteile. Hartnäckig hält sich der Glaube bei vielen Arbeitgebern „Einen schwerbehinderten Mitarbeiter werde ich nie wieder los“. Die Statistik belegt das Gegenteil: Das Integrationsamt hat 2011 rund 75 Prozent der Fälle den Kündigungsanträgen zugestimmt. Bei rund 40 Prozent musste das Arbeitsverhältnis betriebsbedingt beendet werden.

Für die Einstellung von Menschen mit Behinderungen ist vor allem Aufklärung und organisationsübergreifende Teamarbeit wichtig. Firmenchefs, Personalverantwortliche und die Belegschaft können sich für Kolleginnen und Kollegen mit Behinderungen einsetzen, wenn sie in ihre Leistungsfähigkeit vertrauen lernen. Kompetente Ansprechpartner vor Ort, die unterstützen und beraten, sind ebenfalls unverzichtbar.

Eine erfolgreiche Inklusion bzw. Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist komplex. Es gibt kein Standardrezept, wie sie gelingt. Es gibt aber Zutaten, die den Erfolg wahrscheinlich machen: eine große Portion Willen, viel Vertrauen, etwas Mut, sehr viel Zutrauen und ein großes Maß Offenheit.

Die CDU/CSU-Fraktion informiert über ihre Behindertenpolitik hier auch in Leichter Sprache. Die Bilanz der Politik für Menschen mit Behinderungen aus den letzten vier Jahren finden Sie hier:

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