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Das „C“ in der Politik: Franz Josef Jung ist neuer Kirchenbeauftragter der Unionsfraktion

Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Als Kirchenbeauftragter der Unionsfraktion will Franz Josef Jung u.a. ins Bewusstsein rücken, wie wichtig kirchliche Einrichtungen in Deutschland sind (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Kirchen und Religionsgemeinschaften vermitteln Werte, die unser gesellschaftliches Leben bereichern. Mir ist besonders wichtig, dass Staat und Religionsgemeinschaften sowie die Religionsgemeinschaften untereinander respektvoll miteinander umgehen. Das „C“ in der Politik bedeutet für mich täglich an einer Politik in christlicher Verantwortung mitzuwirken. Die Liedzeile von Clemens Bittlinger „Aufstehen aufeinander zugehen, voneinander lernen, miteinander umzugehen“ kann in diesem Zusammenhang als ein immerwährendes Motto dienen.

Als Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften will ich einen Beitrag dazu leisten, dass den Menschen in unserem Land stärker bewusst wird, wie wichtig die kirchlichen Einrichtungen sind. Sie bereichern das gesellschaftliche Leben und vermitteln Werte, die zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft beitragen. Auch im Bildung-, Gesundheits- und Sozialbereich stellen sie für unsere Gesellschaft eine große Bereicherung dar. Betreuung, Pflege und Beratung als Dienst am Nächsten sind unersetzbar. Dafür gebührt insbesondere den christlichen Kirchen und Wohlfahrtsverbänden unser aller Dank und unsere Wertschätzung.

Die jüdische Gemeinde in unserem Land wächst – welch ein Segen für uns alle. Die Förderung und Unterstützung der jüdischen Gemeinden sowie der Aufbau weiterer Kultureinrichtungen, in denen sich gerade auch die jüngeren Menschen unterschiedlicher Religionen und Konfessionen austauschen können, liegt mir besonders am Herzen.

Im interkulturellen Dialog und im Dialog zwischen den Religionen in unserem Land, haben die muslimisch Gläubigen einen festen und wichtigen Platz. Die vielfältigen Beiträge, die muslimische Vereine und Verbände z.B. zur Integration muslimischer Zuwanderer leisten, sind unersetzbar. Meine Wertschätzung gilt all den ehrenamtlich Tätigen, die sich in diesem Bereich einsetzen.

Glaube und Religion kann jedem Menschen Halt geben, Kraft schenken und Zuversicht geben. Dies gilt unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religionsgemeinschaft. Insofern ist es wichtig und richtig, dass wir in Deutschland eine offene Gesellschaft haben und eine Verfassungsordnung, die allen Religionen Freiraum zur Entfaltung ihres Glaubens bietet. Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ist dabei der für alle bindende Rahmen.

Ich beabsichtige auch, meinen Blick über die Grenzen Deutschlands und Europas zu richten. Unsere Religionsfreiheit ist ein herausragendes Gut. Umso mehr bin ich enttäuscht und bedrückt angesichts der Tatsache, dass weltweit Millionen Christen aufgrund ihrer Religion verfolgt werden. Hier werde ich mich gemeinsam mit meiner Fraktion weiter intensiv für die Verbesserung dieser Situation einsetzen.

 

2 Kommentare zu »Das „C“ in der Politik: Franz Josef Jung ist neuer Kirchenbeauftragter der Unionsfraktion«

  1. Ockenga schrieb:

    Die Beschwörung der Partei-Werte („C“ f. CDU/CSU, „S“ f. SPD + Linke, „G“ f. Grüne + „L“ f. Liberale) wird bei jedem staatstragenden Anlass unermüdlich erneuert. Was ist denn von diesen ach so hehren C-S-G-L-Werten geworden? Wie weit sind sie bereits ausgehöhlt? Das „G“ hat keinen Bestand, wenn mit grünen Idealen der Konsum reduziert und die Verschwendung der Ressourcen zu Lasten des Wohlstandes erfolgen soll. Die Prüfung steht noch aus. Das „L“ wurde mit der Zustimmung der Liberalen von Banken und Markt mißbraucht und abgestraft.

    Und was ist mit „C“+„S“? Diese Werte sollen im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft für uns alle gelten. Aber leider sind S+C im Markt ein Widerspruch zu den Realitäten. Wir alle beanspruchen für unsere Produktionen, Einkommen und Ausgaben, und darüberhinaus für alle gesellschaftlichen und ethischen Ansprüche, die C+S-Werte. Andererseits akzeptieren und importieren für unseren Konsum und Wohlstand mit jedem Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung auch die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen, die zur Produktion des gekauften Produktes geführt haben. Das auch, wenn wir als Käufer niemals diese Produktionsbedingungen für unser eigenes Erwerbsleben und unsere Zukunft akzeptieren würden. C+S für uns und das Gegenteil für unsere Dienstleister und Lieferanten?

    Für die eigenen Verbrauchsansprüche kann der Maßstab nicht hoch genug hängen. Für die Ansprüche der „Lieferanten“ in den Billiglohnländern richtet sich der von uns tolerierte Maßstab aber im Gegensatz dazu nach unseren Bedürfnissen. Jede Tagespolitik, die gewählt werden will, orientiert sich daran. Es ergibt sich daraus eine Verlogenheit, die das Ende aller bisher als ehrlich, gerecht und berechtigt geglaubten Ansprüche bedeutet. Für uns alles Gute und für die Anderen, was gerade noch tolerierbar ist. Das „C“ hält diesen Widerspruch nicht aus. Runter vom hohen Ross.

    Der Widerspruch entzieht den Parteien, den Kirchen und unserem Gesellschaftsverständnis den wesentlichsten Teil der Inhalte ihrer programmatischen C+S-Werte. Im globalen Wettbewerb ist dieser Paradigmenwandel, der für die Käufer schon immer galt, auch von den deutschen Firmen schon längst vollzogen worden. Dafür sind der Exodus der Arbeitsplätze und die Investitionen in den Billigländern der beste Beweis. Das kann man beklagen oder zur Tagesordnung übergehen. Letzteres geschieht bei den Wahlen.

  2. Ockenga schrieb:

    Eine Ergänzung.

    Die „C+S“-Werte nur auf unsere Wirtschaft zu beziehen wäre, wäre ehrlicher.
    Denn ein Markt besteht immer aus zwei entgegengesetzten Interessen (Produktion/Verkauf gegen Einkauf/Konsum), dich sich nur aus dem Zwang zum Überleben notgedrungen einigen müssen. Insofern ist der Begriff soziale Marktwirtschaft zu überdenken.

    Dazu ein einfaches Beispiel:
    Die Lebensmittelpreise sollen so gering sein, dass sie sozialverträglich sind. Das sind im Zweifel 75 Cent für einen Liter Milch. Es stört uns nicht, dass der Bauer dann nur ca. 35 Cent für einen Liter bekommt und wir ihn damit indirekt unsozial im Sinne von nicht ausreichend bezahlen. Zwar kann man über die Preise streiten, aber es bleibt dabei, der Konsum soll für uns sozial sein, auch wenn wir damit den Produzenten bewusst unsozial behandeln.

    Und das soll christlich im Sinne einer sozialen Marktwirtschaft sein?

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