Außenpolitik, Internationales, Menschenrechte

Dem Terror die Stirn bieten

Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer besuchte mit einer Delegation des Deutschen Bundestages vom 16.-21.06.2014 u.a. Nigeria. Dort demonstrierte er gemeinsam mit Müttern der 300 verschleppten Mädchen für deren Rückkehr. (Foto: Johannes Singhammer)
Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer besuchte mit einer Delegation des Deutschen Bundestages vom 16.-21.06.2014 u.a. Nigeria. Dort demonstrierte er gemeinsam mit Müttern der 300 verschleppten Mädchen für deren Rückkehr. (Foto: Johannes Singhammer)

In der letzten Woche habe ich mit einer Delegation des Deutschen Bundestages Kamerun, Togo und Nigeria besucht und konnte mir ein Bild der Lage in den immer stärker von Terror und Gewalt geprägten Ländern machen. Die sicherheitspolitische Lage in Zentral- und Westafrika wird aufgrund von Terrorgruppen wie Boko Haram zunehmend unsicher. Die politische Elite Kameruns warnt  deshalb zu Recht vor einer Sichel des Terrors, die von der Westsahara bis zum Irak reichen könnte. Das wäre das eine Bedrohung für Europa und eine unmittelbare Bedrohung für die Menschen in den betroffenen Ländern, darunter auch viele Christen, die besonders im Visier von Terroristen stehen.

Weltaufmerksamkeit hat der Terror der Boko Haram durch die rund 300 Schulmädchen bekommen, die im April aus einem Internat im Norden Nigerias entführt wurden. Die Gespräche, die ich mit betroffenen Müttern in Abuja führen konnte, zeichnen ein erschütterndes Bild: Banges Warten und Hoffen auf eine Rückkehr ihrer Töchter. Deshalb habe ich gemeinsam mit den Müttern in Abuja gegen die Terroristengruppe Boko Haram und für die Rückkehr der Mädchen demonstriert.

Der Konflikt ist im Kern jedoch kein Religionskrieg. Alle politisch und religiös Verantwortlichen betonen, dass die Ursachen für das Erstarken von Boko Haram in der Armut und Perspektivlosigkeit der Menschen, der hohen Arbeitslosigkeit und auch in uralten ethnischen Konflikten begründet liegen. Eine Rolle spielt dabei auch der Kampf um fruchtbares Land. Die islamischen Vertreter versichern unisono, dass Boko Haram mit dem Islam nichts zu tun hat, sondern diesen pervertiert.

Es gilt also einerseits den Terrorismus zu bekämpfen und andererseits durch gezielte Förderung von Ausbildung und Investitionen Perspektiven zu schaffen für die Menschen in Zentral- und Westafrika, wo immer mehr Menschen vor Terror und Gewalt fliehen. Besonders dramatisch stellt sich die Situation derzeit in Kamerun dar: Jede Woche kommen dort  bis zu 5000 schwer traumatisierte Menschen aus der auseinanderbrechenden Republik Zentralafrika und dem von Boko Haram terrorisierten nördlichen Regionen Nigerias an. Es deutet sich eine Flüchtlingskatastrophe an, wenn eine menschenwürdige Versorgung in den Auffanglagern angesichts der Masse an Flüchtlingen immer weniger möglich ist. Gebraucht werden vor allem Lebensmittel und Medikamente.

Wir können hier nicht einfach wegschauen. Deutschland ist Kamerun durch eine gemeinsame Geschichte in besonderer Weise verbunden. Führende Vertreter Kameruns wiesen in unseren Gesprächen darauf hin, dass Deutschland und Kamerun vor hundert Jahren mit Kaiser Wilhelm II. noch ein gemeinsames Staatsoberhaupt hatten. Diese gemeinsame Geschichte sollte uns Verpflichtung sein, Kamerun in seiner derzeit schwierigen Lange beizustehen.

5 Kommentare zu »Dem Terror die Stirn bieten«

  1. Ria Roto schrieb:

    Die Stirn oder die Waffe bieten? Die Wahrheit sagen ist auch gut. DerTerror will aber nur seine Wahrheit hören. Auch schon realisiert? Aber auch: Jeder mit seiner Wahrheit bedeutet ruecksichtslosen Idealismus! = : ISIS, DONEZ, bis vor wenigen Jahren auch IRLAND. Ohne Ideale und Idealismus kommen wir nicht zurecht. Wer zieht die Grenzen , wer ist der Hüter der Vernunft?

  2. Rapunzel schrieb:

    Leider sorgt die Konservative im eigenen Land dafür das die Werte verfallen, Terrorismus nicht verfolgt bzw. wenn von rechts dann sogar unterstützt wird.
    Angela „Wortbruch“Merkels „schlechteste Regierung Deutschlands seit dem zweiten Weltkrieg“ sorgt für den Abbau von Demokratie und Bürgerrechten im Rekordtempo.
    Alle Wahlversprechen wurden gebrochen !
    Totalüberwachung hält Frau Merkel für ok, solange sie nicht ihr eigenes Handy betrifft.
    Der Aufstieg der ISIS war eine ebenso absehbare wie auch die angeblich überraschende Immobilien- und Eurokrise eine bereits in zahlreichen Veröffentlichungen beschriebene Folge der Handlungen konservativer Ideologen/selbsternannter Gutmenschen. Selbstgemacht !

  3. Ockenga schrieb:

    Umgekehrt wird ein Sinn daraus.

    Rapunzel träumt ganz privat sein schlechtes Märchen. Die Realität sieht anders aus. Und wer das nicht glaubt und immer noch seinen unerfüllbaren Idealen nachhängt, der sollte doch mal in der ernst zu nehmenden Weltöffentlichkeit nachhören, was denn andere von uns und unserer Regierung so halten. Da gibt es nur noch Lob. Den Idealstaat haben wir nicht. Aber andere, die vergleichbar sind, auch nicht.

    Die fundamentale Verwechslung von Ursache und Wirkung zwischen konservativ, liberal und sozialistisch ist schon erstaunlich. Der Begriff Gutmenschen ging aus von den sozialliberalen und grünlichen Geistern, die vor lauter falsch verstandener Menschenfreundlichkeit nicht erkennen wollten, dass jeder Mensch in Form eines Naturgesetzes auch seine schlechten Seiten hat. Diese Weltsicht wurde dann auch, zwecks Eroberung höherer Weihen, mit dem „C“ der christlichen Kirchen drapiert. Dass mit dieser sozialistischen Grundeinstellung trefflich Wahlen gewonnen werden können, hat ja dann die CDU mehrfach erleben müssen. Sie konnte deshalb das Primat der persönlichen Leistung nicht mehr so deutlich vortragen.

    Diese Entwicklung begann im Laufe der 60ger. Anfang der 80ger war die Entwicklung weitgehend abgeschlossen, so dass der personalisierte Gutmensch Lafontaine dann auch 1982 feststellen konnte, dass die ehedem staatstragenden Tugenden/Werte zu Sekundärwerten geworden sind und von neuen Primärwerten abgelöst wurden. Allen voran selbstverständlich das Recht auf eine unumschränkte persönliche Selbstverwirklichung. Damit war auch verbunden, dass nicht mehr der Staat sondern künftig der Einzelne das Primat hatte. Was folgte war der Aufruf zum puren Egoismus.

    Grotesk war und ist, dass sich die Sozialisten umgehend diesem umgekehrten Staatsverständnis anschlossen und dabei nicht merkten, dass der Sozialismus (Alle für Einen und Einer für Alle) mit diesem Wertewandel sein Fundament verlor. Nur eine kleine Randbemerkung war dann nur noch, dass unser Napoleon von der Saar über seinen Kanzler Schmidt räsonierte, „dass mit den Tugenden des Herrn Schmidt auch KZ gebaut wurden“. Diese Episode zerrt nach wie vor unterschwellig an der SPD. Die umgehend von den linken Widergängern übernommen neuen Tugenden und Werte haben dann den Staat bis heute zu einem leider weitgehend gelähmten Vehikel ihrer Träume gemacht.

    Die Konservativen waren nicht der Motor dieser Entwicklung. Allerdings waren sie auch gezwungen, mit dem Vehikel zu fahren, dass mit diesem verseuchten Treibstoff fahren wollte. Hätten die Konservativen das nicht gemacht, wären wir in den vergangenen Jahrzehnten ungebremst von einer Gutmenschentragödie in die andere getaumelt.

    Die eigenen märchenhaften Idealvorstellungen als Fundament der Wirklichkeit für ALLE zu machen, ist wahrlich absurd.

  4. Beyer Herbert schrieb:

    Und warum hat es unsere Polizei so schwer gegen diese Irren vorzugehen ?
    Man kann nicht alles unter dem Deckmantel der Meinungs– und Religionsfreiheit tolerieren !
    Wer der Meinung ist er braucht unsere Rechtsordnung und Gesellschaftsordnung nicht und nur sein eigenes Recht einführen will hat in unserem Land nichts zu suchen !!
    Mfg. H.Beyer

  5. Ockenga schrieb:

    GUT!
    Aber was hat das mit dem IS-Terror zu tun, dem die Stirn geboten werden soll? Weil der IS auch bei uns seine Sympathiesanten hat. Die Verbindung besteht und ist latent gefährlich, weil Justiz und Parteien in Teilen fadenscheinig geworden sind. Das Vertrauen in sie ist bei vielen Bürgern beschädigt. Die Terroristen haben als „Schläfer“ bei uns ein leichtes Spiel. Wir sind nicht mehr Herr im eigenen Rechts-Haus. In einigen Koranschulen (ohne eine behördliche Aufsicht sind sie letztlich ein exterritoriales Gebiet!) kann die Indoktrination von Gescheiterten unbehindert mit unserer Duldung und finanziellen Unterstützung (Sozialleistungnen) erfolgen. Diesen Terror-Nestern will aber aus politischen Gründen niemand beikommen. Dem Terror die Stirn bieten kann doch nur der fordern, der auch im eigenen Hause dem Terror verläßlich unsere Rechtsmittel vorhält und sie anwendet. Wer Salafisten und selbsternannten konterrevolutionären Religionspropheten unsere Sozialleistungen zur Verfügung stellt, der bietet den potentiellen Terroristen auch noch Unterschlupf. Das tun wir und jammern über die Folgen.

    Die Justiz und einige Parteien haben zulange zum bösen Spiel von Terroristen, Chaoten und asozialen Alternativen eine verständnisvolle Demutshaltung eingenommen. Um keine Wähler zu vergraulen, tun sie das täglich. Beispiel Vermummungsverbot! Warum wird das nicht bei allen Demonstrationen durchgesetzt? Weil Teile der Justiz, die den „Marsch durch die Institutionen“ in die behütete Staatsknete bewältigt haben, Alternative oder linke Demonstranten immer noch blauäugig als mögliche „Ihresgleichen“ betrachten. Was glauben Sie, wie schnell die Chaoten von der Strasse wären, wenn das Vermummungsverbot durchgesetzt und bei Zuwiderhandlung Hartz4 gestrichen würde! Wer nach Recht und Ordnung ruft, wird statt dessen sofort in die braune Ecke gestellt. Ergo bleiben die, die noch glauben einen guten Ruf verlieren zu können, still, auch in der Wahlkabine.

    Außerdem: Solange es besonders in Berlin und Brandenburg Richter/innen gibt, die die anatolische Ehre über unser Gesetz stellen, solange es Richter/innen gibt, die den von einer Verkäuferin gefundenen € 1,30 Pfandschein höher bewerten, als die € 100 Mio. Zahlung von Ecclestone, ist der Zweifel am Rechtsstaat berechtigt.

    Zur Erinnerung: Mehrfach wurden „Ehrenmorde“ von Angehörigen an Töchtern (warum eigentlich nie an Söhnen?) milde mit dem Hinweis auf andere Sitten und Gebräuche geahndet. AHA! Wir haben also doch 2 Rechtssysteme bei uns.
    Die Verkäuferin mußte bis zum Bundesarbeitsgericht gehen, um eine fristlose Kündigung bei Tengelmann/Kaiser abzuwehren. Erst der Mut ihres Rechtsanwaltes hat sie teilweise gerettet. Jetzt ist sie stigmatisiert und für den Rest des Lebens „bestraft“, während Ecclestone als unbestraft gilt und sich die Hände reiben kann.

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