Außenpolitik, Geschichte

100 Jahre Erster Weltkrieg und seine Folgen

 

Kriegsgräberfeld in Verdun: (Foto: picture alliance/ dpa)
Kriegsgräberfeld in Verdun: In dieser Woche gedachte der Bundestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs, der sich am 28. Juli 2014 zum 100. Mal jährte. (Foto: picture alliance/ dpa)

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges jährte sich am 28. Juli 2014 zum 100. Mal. Das gibt Anlass für eine kleine Zeitreise in die vergangenen 100 Jahre der deutschen Geschichte.

Nach dem Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin durch serbische Nationalisten, erklärte das Kaiserreich Österreich-Ungarn dem Königreich Serbien den Krieg. Daraufhin folgte – bedingt durch politischen Bündnisse – eine Kriegserklärung nach der anderen. Die Hauptbeteiligten an diesem Krieg waren auf der einen Seite die Mittelmächte Österreich-Ungarn und Deutschland, denen sich das Osmanische Reich und Bulgarien anschlossen sowie auf der anderen Seite Russland, Serbien, Frankreich, Belgien, Großbritannien (mit dem Britischen Empire), Italien, Rumänien, Japan und seit 1917 die Vereinigten Staaten von Amerika. Insgesamt 40 Staaten beteiligten sich an diesem bis dahin umfassendsten Krieg der Geschichte.

Der auf allen Seiten mit viel Patriotismus und Begeisterung begonnene Erste Weltkrieg wurde zu einem der schlimmsten Kriege der Menschheit und zur sogenannten Urkatastrophe des 20 Jahrhunderts. Er forderte insgesamt fast zehn Millionen Todesopfer und etwa 20 Millionen Verwundete unter den Soldaten. Die Anzahl der zivilen Opfer wird auf weitere sieben Millionen geschätzt. Der Krieg erzeugte eine noch nicht gekannte soziale Not bei Invaliden, Kriegswaisen und -witwen. Die Blockade gegen die Mittelmächte führte allein in Deutschland zu mindestens 700.000 Hungertoten.

Vom ersten in den zweiten Weltkrieg

Nach der Absetzung von Kaiser Wilhelm II. offenbarten sich in der Weimarer Republik die wirtschaftlichen Folgen des Krieges: In der großen Inflation verloren viele Menschen ihr Vermögen – Mittelstand und Arbeiterschaft verarmten und verelendeten.

Die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Katastrophe war der Nährboden für den Nationalsozialismus, dessen verbrecherischer Charakter bis 1939 durch einen wirtschaftlichen Aufschwung für viele Menschen verdeckt wurde. Am 1. September 1939 – also vor 75 Jahren – begann mit dem Einmarsch in Polen – der Zweite Weltkrieg. Am Ende dieses Krieges waren noch weit mehr Tote zu beklagen als in den Jahren 1914 -1918: Zivilisten, Soldaten; Millionen Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns und Terrorregimes. Deutschland und weite Teile Europas waren verwüstet, Menschen hungerten, Flüchtlinge und Vertriebene aus den abgetrennten deutschen Gebieten mussten untergebracht werden und die deutsche Wirtschaft lag am Boden.

In der Folge des Krieges zog sich ab dem 13. August 1961 mitten durch Deutschland und damit mitten durch Europa eine der streng bewachtesten Grenzen der Welt. Ihr steinernes Symbol ist eine Mauer, die mitten durch Berlin ging.

Die Wirtschaft in der DDR stagnierte, während die Bundesrepublik ein Wirtschaftswunder erlebte unter der Regierung der ersten beiden Nachkriegskanzler Konrad Adenauer und Ludwig Erhard.

Geburtsstunde der Bundesrepublik

1949 – vor 65 Jahren – verabschiedete der Parlamentarische Rat das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Dieses Grundgesetz gehört zu den größten Glücksfällen der deutschen Geschichte. Es ist bis heute unser Fundament für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Aber auch die schrittweise Wiedererlangung der deutschen Souveränität und die Mitgliedschaft in der NATO steigern das deutsche Selbstwertgefühl. Die Römischen Verträge von 1957 bilden schließlich die Grundlage für die heutige Europäische Union und läuten eine Ära des Friedens in Zentraleuropa ein, die bis heute anhält.

Der Wiederaufstieg Deutschlands, zu einer der wirtschaftlich führenden Nationen der Welt, zu einem geachteten und zuverlässigen Partner, ist das Werk von vielen Menschen, die hart dafür gearbeitet haben, um die geschichtlichen Katastrophen hinter sich zu lassen. Das Werk von weitsichtigen und erfindungsreichen Deutschen, die ihre Chancen nutzten.

„Wir sind das Volk“ ist das anhaltende Motto der wöchentlichen Demonstrationen und der Auftakt zu einem wahren Volksbegehren. Die mutigen Bürger gehen in Leipzig, Dresden, Rostock und in der ganzen DDR für ihre Freiheit auf die Straßen und haben die Grundlage gelegt, die Helmut Kohl und die übrigen Regierungschefs schließlich in den Zwei-plus-Vier-Verträgen festhalten. Die Einheit Deutschlands nach 40 Jahren ist wieder hergestellt.

Unvergessen sind die Bilder vom 3. Oktober 1990 vor dem Berliner Reichstag. Unter den Klängen der Nationalhymne wird um 0.00 Uhr die Bundesflagge gehisst. Als „Fahne der Einheit“ weht sie – zur Mahnung der Teilung und als Zeichen der anhaltenden Freude zugleich.

Die Geschichte zeigt uns, dass gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Erfolg keine Selbstverständlichkeit sind. Daher schöpfen wir aus den guten und schlechten Erfahrungen der vergangenen 100 Jahre, um die Zukunft friedlicher, erfolgreicher und menschlicher zu gestalten.

2 Kommentare zu »100 Jahre Erster Weltkrieg und seine Folgen«

  1. Klaus schrieb:

    Diese Seite hat mir sehr geholfen. ich war so am ende meiner Verzweiflung und war kurz davor dem ein ende zu geben. Doch dann habe ich ihre ihre hilfreiche seite gefunden. LG Klaus

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