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Ebola – schnelle Hilfe für Westafrika

Thomas Stritzl mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Übergabe der Medizingüter für Liberia (Foto: Thomas Stritzl)
Thomas Stritzl mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Übergabe der Medizingüter an die liberianische Botschafterin. (Foto: Thomas Stritzl)

Mehr als 3900 Menschen sind in Westafrika bereits an Ebola gestorben, weitere 8000 sind mit dem tödlichen Virus infiziert. So die offiziellen Zahlen: Die Dunkelziffer sei größer, warnen Seuchen-Experten. Das Ebola-Virus breitet sich weiter rasant aus und allein mit den Mitteln, die Krankenhäusern und den Gesundheitsstationen vor Ort zur Verfügung stehen, scheint eine Eindämmung dieser Epidemie unmöglich. Dem wollte ich – wenn auch tausende Kilometer entfernt – nicht tatenlos zusehen.

Hilfslieferung auf dem Weg

Nach meinem ersten erfolgreichen Spendenaufruf für die Ebola-Bekämpfung haben mehrere Unternehmen sich sofort bereit erklärt mich zu unterstützen. So konnten wir dank dieser großzügigen Bereitschaft der Medizintechnik-Industrie eine Hilfslieferung mit Schutzanzügen, Schutzhandschuhen, Desinfektionsmitteln, wie auch  Krankenhausbedarf zusammenstellen und im Beisein von  Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) der liberianischen Botschafterin in Berlin, Ethel Davis, übergeben. Nun ist der Container auf dem Weg ins Ebola-Krisengebiet. Von Bremerhaven geht es direkt nach Monrovia. Dort werden die Hilfsgüter Ende Oktober erwartet. Dies ist nur ein kleiner, ganz persönlicher Beitrag zur Hilfe für das immer wieder durch Ebola geschwächte Liberia. Mehr als die Hälfte der Toten stammt aus diesem westafrikanischen Land.

Ebola zerstört auch Infrastruktur

Ebola – diese Krankheit tötet nicht nur, sie zerstört auch die zivile und wirtschaftliche Infrastruktur auf Jahre – und das nicht nur für Liberia. Alle westafrikanischen Staaten werden Jahre brauchen um den „Status quo“ nach dieser Ebola-Epidemie wiederherzustellen. Diese Länder werden durch das um sich greifende Virus an den Rand der Funktionsfähigkeit getrieben. Die politische Stabilität ist in Gefahr!

Öffentliche Einrichtungen sind entweder geschlossen oder hoffnungslos überfordert, mit den Folgen der Ebola-Epidemie richtig umzugehen. Gerade Liberia, dass in den letzten Jahren auch durch den geräuschlosen, aber nachhaltigen und verbindlichen Regierungsstil seiner Präsidentin, Ellen Johnson Sirleaf, bemerkenswerte Wachstumszahlen erreicht und die Organisation der öffentlichen Verwaltung vorangetrieben hat, fällt mit jedem Tag weiter hinter das bereits Erreichte zurück.

Wie weiter nach Ebola?

Die Bundesregierung hat diese Problematik erkannt. Westafrika brauche Unterstützung bei der Schaffung weiterer Behandlungsmöglichkeiten für Patienten versprach Bundesgesundheitsminister Gröhe Liberias Botschafterin bei der Spendenübergabe. Dazu gehöre medizinisches Personal genauso wie medizinische Ausrüstung. Er sei mit den Unternehmen der Gesundheitswirtschaft in intensiven Gesprächen über weitere Unterstützung.  Botschafterin Ethel Davis ist dankbar für jede Hilfe. Liberia und seine Nachbarstaaten benötigen aber weitere Spenden, diese schlimmste Ebola-Epidemie aller Zeiten einzudämmen.

Für mich steht fest, dass es neben der Soforthilfe auch langfristige Konzepte für eine verstärkte Zusammenarbeit geben muss. Die Menschen in Westafrika brauchen unsere Unterstützung, um ein funktionierendes Gesundheits- und Verwaltungssystem aufzubauen, damit sich Epidemien wie die Aktuelle nicht wiederholen. Der gemeinsame Antrag der Koalitionsfraktionen zur Hilfe und Eindämmung der Ebola-Seuche dient diesem Ziel.

6 Kommentare zu »Ebola – schnelle Hilfe für Westafrika«

  1. Dorit Erlenbach schrieb:

    Hallo Herr Stritzl!

    Ich bin begeistert, dass auf so kurzen Wegen so schnell und viel erreicht werden kann.

    Viele grüße Dorit Erlenbach aus Kronshagen

  2. Rapunzel schrieb:

    Es stehen angeblich nicht genügend Plätze zur Verfügung um die freiwilligen deutschen Ebola Helfer im Falle einer Ansteckung zu versorgen.
    Wie verträgt sich diese Information mit den Versprechungen der Bundesregierung!?

  3. Thomas Stritzl schrieb:

    Sehr geehrte Frau Erlenbach,

    herzlichen Dank nochmals für Ihre Mithilfe! Ich arbeite auch weiterhin daran, dass den Menschen in den von Ebola betroffenen Gebieten umfassend und schnell geholfen wird. Im Moment organisiere ich gemeinsam mit der liberianischen Botschaft in Berlin eine weitere Hilfslieferung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas Stritzl

  4. Thomas Stritzl schrieb:

    Sehr geehrte Dame / sehr geehrter Herr,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Deutschland verfügt über insgesamt 50 Plätze in speziell ausgerüsteten Quarantänestationen in verschiedenen Krankenhäuser im ganzen Bundesgebiet. Damit sind wir im internationalen Vergleich am besten für mögliche Krisenfälle ausgerüstet. Um diese Kapazitäten im Ernstfall schnell und umfassend nutzen zu können, wurden und werden alle Quarantänestationen überprüft und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Einsatz trainiert. Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu dem unwahrscheinlichen Fall einer Infizierung von freiwilligen Helfern kommen, werde diese in Deutschland auf dem höchsten Niveau therapiert.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas Stritzl

  5. Thomas Stritzl schrieb:

    Sehr geehrte Damen / sehr geehrter Herr,

    vielen Dank für Ihre freundliche Nachricht. Ich bin „am Ball“ und organisiere gemeinsam mit der liberianischen Botschaft in Berlin eine erneute Hilfslieferung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas Stritzl

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