Außenpolitik, Internationales

Reisetagebuch Japan: Alte Bekannte

Volker Kauder, Michael Grosse-Brömer, der Außenpolitiker Andreas Schockenhoff und die umweltpolitische Sprecherin Marie-Luise Dött sind derzeit mit einer Delegation zu einem Arbeitsbesuch in Japan unterwegs. Dort treffen sie auf alte Bekannte, lassen sich über aktuelle Entwicklungen informieren und besuchen Denkmäler erschütternder Ereignisse – so wie heute in Hiroshima. 

 

Eine Schülergruppe vor dem "Atombombenhaus" in Hiroshima. (Foto: Scharlack)
Eine Schülergruppe vor dem „Atombomben-Dom“ in Hiroshima. (Foto: Scharlack)

Es gibt Städte, deren Name für immer derart mit einem geschichtlichen Ereignis verknüpft sind, dass ihre Identität noch heute darin aufgeht. Hiroshima ist vielleicht sogar der Ort auf der Welt, auf den dies sogar am meisten zutrifft. Wer Japan schätzt, sollte diese Stadt, die für die Ur-Atomkatastrophe steht, sicher einmal besucht haben.

Zum Auftakt seines fünften Aufenthalts besichtigte Volker Kauder an diesem Sonntag den Friedenspark der Stadt. Am Denkmal für die Atombombenopfer legte er begleitet vom Parlamentarischen Geschäftsführer Michael Grosse-Brömer, Fraktionsvize Andreas Schockenhoff und der umweltpolitischen Sprecherin Marie-Luise Dött einen Kranz nieder. Das Grauen mag zwar mittlerweile fast 70 Jahre her sein. Wie sehr es die Japaner immer noch beschäftigt, war zuvor aber im Museum zu spüren, das die Erinnerung an den 6. August 1945 wachhält.

Grausam sind bis zum heutigen Tag die Bilder der Menschen, die durch die Druckwelle getötet, verbrannt oder verstrahlt wurden. An Puppen wird versucht zu demonstrieren, was die Menschen an jenem sonnigen Vormittag vor sieben Jahrzehnten durchgemacht haben. Die Schilderungen der Überlebenden, die gezeigt werden, sind erschütternd. 140 000 fanden unmittelbar nach der Explosion bis Dezember 1945 den Tod. Zehntausende, wer kann die Zahl wirklich angeben, litten oder leiden an Spätfolgen. Japanischen Medien sagte Kauder, dass dieser Atombombenabwurf “die Welt immer mahnen muss, dass Atomwaffen nicht noch einmal eingesetzt werden dürfen”.

Wiedersehen mit alten bekannten: In Nagasaki traf die Delegation diese  jungen Frauen wieder - vor zwei Jahren machten sie als Studentinnen im Rahmen eines Austauschprogrammes Station in unserer Fraktion. (Foto: Scharlack)
Wiedersehen mit alten bekannten: In Nagasaki traf die Delegation diese jungen Frauen wieder – vor zwei Jahren machten sie als Studentinnen im Rahmen eines Austauschprogrammes Station in unserer Fraktion. (Foto: Scharlack)

So nachdenklich dieser Besuch die Delegation gemacht hatte, so fröhlich war auf der anderen Seite das Wiedersehen mit den drei Studentinnen aus Nagasaki, die die Fraktion vor zwei Jahren besucht hatten. Zwei der jungen Damen haben inzwischen einen Job. Eine studiert noch. Alle versicherten Kauder jedoch selbstbewusst, dass die Frauen nun auch in Japan auf dem Vormarsch sind. Die Tage in Berlin im November 2012 haben sie nicht vergessen. Der Kontakt reißt nicht ab. Im Frühjahr dieses Jahres überreichte sogar der japanische Premierminister Abe höchstpersönlich Briefe der jungen Damen an Kauder. Ein kleiner Beweis, dass die deutsch-japanische Freundschaft tatsächlich funktioniert.

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