Innenpolitik, Kultur, Parlament

Im Stasi-Museum auf Spurensuche

Stasi-Museum
Jörg Drieselmann -Direktor des Stasi-Museums – erklärt Grosse-Brömer die abhörsicheren Telefone von Erich Mielke. (Foto: Christina Wendt)

Gelungenes Fest zum Mauerfall-Jubiläum

Am vergangenen Wochenende haben wir ein großartiges Fest in Berlin erleben dürfen – zum Fall der Mauer vor 25 Jahren. Tausende Menschen waren das ganze Wochenende über in Berlin unterwegs – fröhlich, zufrieden und manch einer auch sehr ergriffen auf den Spuren der deutsch-deutschen Geschichte. Eine eindrucksvolle Lichtinstallation quer durch die deutsche Hauptstadt verdeutlichte noch ein Mal, wo die Mauer vor einem Vierteljahrhundert verlief. Gerade für viele junge Menschen und Kinder, die die das geteilte Deutschland nur noch aus Geschichtsbüchern oder Erzählungen kennen, wurde hier nachvollzogen, wie nah die jeweils andere Seite Berlins vier Jahrzehnte lang war und wie weit man doch voneinander entfernt war. Auch wenn das Aufsteigen der Lichtballons am vergangenen Sonntagabend und die große Feier am Brandenburger Tor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Friedensnobelpreisträger Michael Gorbatschow der Höhepunkt des Wochenendes waren, soll auch unsere Gedenk-Debatte im Bundestag am vergangenen Freitag nicht vergessen werden.

Die Installation "Lichtgrenze" stellte den Verlauf der Berliner Mauer nach.  (Foto: Patricia Romanowsky)
Die Installation „Lichtgrenze“ stellte den Verlauf der Berliner Mauer nach. (Foto: Patricia Romanowsky)

„Biermanns Auftritt war furios“ 

Die Debatte mit unseren Rednern Arnold Vaatz und Gerda Hasselfeldt war ein würdiger Auftakt für die Feierlichkeiten zum Mauerfall. Der Liedermacher, Wolf Biermann, der wie kaum ein anderer Künstler mit der deutsch-deutschen Geschichte verbunden wird, war als Sänger eingeladen. Aber er ließ sich auch das Sprechen nicht verbieten. Es war ein furioser Auftritt. Auch heute treibt ihn verständlicherweise die Nachfolgepartei der SED noch persönlich um, die ganz eng mit seiner Lebensgeschichte, seinem Schicksal verbunden ist. Er hat in diesem Rahmen klare Worte für die Linke gefunden.

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Biermann im Bundestag: Gewohnt unbequem. (Foto: Tobias Koch)

In diesem Zusammenhang kann ich jedem Abgeordneten des Bundestags nur empfehlen, ihren Besuchergruppen eine Führung durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, also das ehemalige Gefängnis der Staatssicherheit, oder durch das Stasi-Museum in Berlin-Lichtenberg zu ermöglichen. Denn diese Besuche hinterlassen Spuren, verdeutlichen noch ein Mal, wie perfide die Staatssicherheit in der DDR agiert, Bürger verfolgt und versucht hat, deren Alltag zu manipulieren. Dieser Teil der deutsch-deutschen Geschichte muss als Diktatur in der DDR in Erinnerung bleiben.

Die Linke ist als Rechtsnachfolgerin der SED klar mit dem Wirken der SED verbunden. Während wir nun den Fall der Mauer feiern, will in Thüringen diese Partei einen Ministerpräsidenten stellen. Das ist in meinen Augen ein fatales Signal. Diese Partei hat eine Vergangenheit, die schwer erträglich ist, sie hat aber auch in der Gegenwart Mitglieder in ihren Reihen, die Antisemiten in den Bundestag einladen oder Putins Völkerrechtsbruch auf der Krim verteidigen. Es ist ein schlechtes Zeichen für Deutschland, das von Thüringen ausgehen könnte.

Ein Kommentar zu »Im Stasi-Museum auf Spurensuche«

  1. Manfred Kriegel schrieb:

    Es brennt mir sehr auf dem Herzen wie man von der eigenen Partei der CDU ausgegrenzt wird, wenn es um das Thema Unrechtsstaat DDR geht.
    Ich bin Manfred Kriegel, ich habe den Unrechtsstaat erlebt, ich wurde mehrfach in Arrest, Dunkel und Isolationshaft genommen, ich wurde zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. 7 Monate Stasi-Uhaft- Einzelhaft im ROTEN-OCHSEN- Halle/Saale.
    7 Monate Zuchthaus Brandenburg, aber das kann man alles auf meiner Website nachlesen. Dann Verkauf in die FREIHEIT BRD.
    Weder mein Buch „HAFTBEFEHL 2.11.1973″ noch mein Kinderbuch “ DER SANDKASTEN “ Opa, was war die DDR. Gerade dieses Buch, sollte Kindern und Jugendlichen nahegebracht werden, gerade dieses Buch “ DER SANDKASTEN “ hat auch zu den Feierlichkeiten die CDU nicht interessiert.
    Von meiner Person erst einmal abgesehen.
    Weder der Landtag der CDU Sachsen-Anhalt, noch die CDU-Burgenlandkreis oder die CDU-Ortsgruppe Elsteraue machten sich die Mühe einmal mit mir Kontakt aufzunehmen. Ich bin Zeitzeuge eines untergegangenen Unrechtsstaates DDR.
    Hat man einmal Menschen befragt nach ihren Gefühlen vor dem Mauerfall, Menschen die wegen ihren Gefühlen der Sehnsucht nach FREIHEIT eingesperrt, ermordet, gefoltert und zwangsadoptiert wurden.
    Ich brauche keine Politiker, die sich heute hinstellen, wie Widerstandskämpfer, um sich mit diesem heiklen Thema zu profilieren und in Szene stellen.

    Manfred Kriegel

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