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Bundesregierung schützt Kleinanleger künftig besser

Viele Euro Geldscheine der Europäischen Union
Das Bundeskabinett hat in der letzten Woche das sogenannte Kleinanlegerschutzgesetz beschlossen (Foto: picture alliance/ dpa)

Wer Gespartes investieren möchte, muss sich umfassend informieren können. Schließlich möchte jeder, der sein Geld anlegt, es auch wiedersehen und zwar möglichst um einen guten Prozentsatz gewachsen. Dass die Bundesregierung die Interessen der Kleinanleger fest im Blick hat, beweist das neue Kleinanlegerschutzgesetz. Mit ihm werden Anleger in Zukunft besser vor zweifelhaften Anbietern und undurchsichtigen Finanzprodukten geschützt. Das gilt künftig auch für Finanzanlagen auf dem sogenannten „Grauen Kapitalmarkt“. Erklärtes Ziel ist es mehr Transparenz, mehr Information und mehr öffentliche Kontrolle zu schaffen.

Bei Investitionen Risiken kennen

Nicht jeder, der sein Geld anlegen möchte ist ein Finanzexperte. Deshalb müssen die Verbraucher alle notwendigen Informationen erhalten, um selbständig für sie ungeeignete Produkte erkennen zu können. Dazu hat die Koalition die Anforderungen an die Anbieter und Vermittler von Vermögensanlagen verschärft. Die Berater müssen Infomaterial ausarbeiten, das Risiken klarmacht. Bei Verstößen kann die Aufsichtsbehörde die Anbieter künftig stärker sanktionieren bis hin zum Vermarktungsverbot der betroffenen Vermögensanlage.

Neue Maßstäbe im Verbraucherschutz

Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz setzen wir weiterhin Maßstäbe im Verbraucherschutz. Bereits seit 1. Oktober beobachtet der neue geschaffene „Finanzmarktwächter“ Anbieter und Produkte der Finanzwelt. Die Verbraucher werden dadurch heute so gut geschützt wie noch nie zuvor.

Lehren aus der Krise

Diese Maßnahmen zeigen außerdem, dass die Bundesregierung hat die richtigen Lehren aus der Finanzkrise der letzten Jahre gezogen hat. Eines jedoch muss auch klar sein: Kein Gesetz kann einen hundertprozentigen Schutz vor Anlageverlusten oder gar Anlagebetrug bieten. Dazu ist die Entwicklung von Anlageprodukten von zu vielen Faktoren abhängig. Noch dazu ist der Einfallsreichtum einiger weniger zwielichtiger Anbieter zu ausgeprägt. Für Anleger gelten daher auch weiterhin die zwei wichtigsten Grundregeln: Erstens, je höher der Zins, desto höher das Risiko. Und zweitens: Von Finanzprodukten, die man nicht versteht, sollte man so oder so besser die Finger lassen.
Frank Steffel ist zuständiger Berichterstatter im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages

 

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