Arbeitsmarkt, Politik, Wirtschaft

Von den Besten lernen

(Foto: flickr.com/mearbeitgeber)
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Der deutsche Meisterbrief ist ein Qualitätssiegel für unsere Wirtschaft, vor allem für unsere kleinen und mittelständischen Unternehmen, die weltweit für ihre Produkte bekannt sind und diese erfolgreich verkaufen. Während viele EU-Staaten in den vergangenen Jahren durch die Wirtschafts- und Finanzkrise ins Straucheln geraten sind, mit Arbeitslosigkeit, Firmeninsolvenzen und sinkender Produktivität zu kämpfen haben, kann das  deutsche Handwerk ungebrochen überzeugen.

Es wäre das falsche Signal, unsere nationalen Berufsvorschriften zu lockern, um damit vermeintlich den europäischen Binnenmarkt offener für Handwerker anderer Länder zu gestalten. Eine Absenkung unserer hohen Standards kann nicht der Weg zu noch mehr Mobilität sein, zumal wir damit unserem Mittelstand schaden würden. So wie der Mittelstand die deutsche Wirtschaft trägt, leistet die deutsche Wirtschaft einen wichtigen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Leistung der EU. Wir haben durch eine umfassende Anerkennung von Berufsqualifikationen der EU-Mitgliedsstaaten längst einen umfassenden Beitrag zur innereuropäischen Mobilität geleistet.

Zudem liefern die von Meistern geführten Handwerksbetriebe in Deutschland einen wesentlichen Beitrag zur Ausbildung junger Menschen und eröffnen ihnen zahlreiche berufliche Perspektiven. Der Meisterbrief ist auch ein Garant für eine hohe Qualität der Ausbildung. Unsere duale Ausbildung ist inzwischen zu einem echten Exportschlager in all jenen Ländern geworden, die mit hoher Jugendarbeitslosigkeit kämpfen. Längst wurden bilaterale Abkommen etwa mit Spanien, Italien, Portugal abgeschlossen, um diese Länder beim Aufbau dualer Ausbildungssysteme zu unterstützen. Selbst Schweden, das sonst nicht zu den Sorgenkindern der EU gehört, kämpft mit hoher Jugendarbeitslosigkeit und versucht diese nun mit der dualen Ausbildung nach deutschem Vorbild einzudämmen.

Während der Staat die Berufsschulen stellt, sorgt die Wirtschaft, sorgen die Unternehmen dafür, dass die Auszubildenden neben der Theorie der Lehrbücher auch praktisch ihr Handwerk beherrschen. Der Meister gibt sein Wissen weiter, schult die jungen Menschen so, dass sie am Ende ihrer Ausbildungszeit dem Arbeitsmarkt als voll qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Darauf schauen inzwischen sogar Amerikaner und Kanadier mit einem gewissen Neid. Dort kommen die jungen Menschen mit einem Bachelor vom College, haben aber keine praktischen Erfahrungen sammeln können.

Deutschland ist mit seiner geringen Jugendarbeitslosigkeit ein Vorbild in Europa. Wir können unsere Erfahrungen an unsere europäischen Nachbarn weitergeben. Es ist in Deutschland und in Europa wichtig, dass die Jugend eine Jobperspektive hat. Außerdem braucht der Mittelstand gut qualifizierten Nachwuchs, um weiterhin erfolgreich zu arbeiten bzw. um wieder wirtschaftlich stark zu werden.

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