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Schüler spenden für Ebola-Waisen

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Foto: Steven Rösler, CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Einen etwas anderen Termin bescherten Schüler aus Goslar, Osterode und Northeim am Dienstag Bundeskanzlerin Angela Merkel. Denn sie wollten nicht nur Verwandte und Freunde beschenken, sondern auch denen etwas geben, die vom Schicksal benachteiligt wurden. Und so sammelten die Grundschüler Spielzeug für Waisenkinder in Afrika, deren Eltern der Ebola-Epidemie zum Opfer gefallen sind. Vor der Fraktionssitzung am Dienstag übergaben sie Kanzlerin Angela Merkel ihre Spenden, die SOS-Kinderdörfern zugutekommen sollen. Diese liegen alle in den von Ebola schwer betroffenen Regionen Westafrikas – Guinea, Sierra Leone und Liberia.

Wie ist die Idee entstanden? 

Vor einiger Zeit war ich in der Grundschule Höckelheim bei Northeim zu Gast – bis dahin ein ganz normaler Termin in meiner Arbeit als Bundestagsabgeordneter. In dem Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern sollte es neben anderen Themen auch um die Situation von Kindern aus anderen, insbesondere ärmeren Ländern gehen. Schnell kamen wir dann auf die Lage der Kinder in den afrikanischen Ebola-Gebieten. Daraus entstand die gemeinsame Idee, Spielzeug für Kinder aus diesen Regionen zu sammeln.

Die Spendenbereitschaft der Kinder aus meinem Wahlkreis hat mich wirklich beeindruckt, denn an der Aktion beteiligten sich nicht nur Schüler der Grundschule Höckelheim, sondern auch weitere Grundschulen aus Goslar, Osterode und Northeim. Insgesamt kamen so zwei Transporter voll mit Spielsachen zusammen, welche die Kinder in dieser Woche der Bundeskanzlerin und Vertretern der SOS-Kinderdörfer in Berlin übergaben.

Wie kommen die Spenden bei den Kindern an?

Momentan sind wir in Gesprächen mit dem Auswärtigen Amt und es sieht gut aus, dass die gesammelten Spielsachen auf dem nächsten Flug, der von Deutschland aus in die betroffenen Regionen startet, mitgenommen werden. Für die Koordination und die Organisation der Übergabe in Afrika ist Walter Johannes Lindner, Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Ebola, verantwortlich. Auch Peter Schilling, Botschafter des deutschen Kinderschutzbundes, unterstützt unsere Initiative.

Vor Ort verteilt wird das Spielzeug dann von den SOS-Kinderdörfern, die bei der Übergabe in Berlin von Jeanne Mukaruhogo und Carola Grigat vertreten wurden.

 

Hintergrund: Seit einem Jahr breitet sich das Ebola-Virus in Westafrika aus. Im Verlauf der Epidemie haben tausende Kinder ihre Eltern oder gar ihre gesamten Familien verloren. Die Waisen bleiben oft sich selbst überlassen oder werden von ihren Verwandten verstoßen, weil diese glauben, sie seien ansteckend. Die Angst der Angehörigen, sich zu infizieren, ist groß. Laut UN-Bericht wurden allein bis September 2014 rund 3.700 Ebola-Waisen gezählt.

 

 

 

 

 

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