Geschichte, Innenpolitik

Stolpersteine vor dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Der Künstler beim Verlegen der Stolpersteine vor dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus in Berlin.  (Foto: Lengsfeld)
Der Künstler beim Verlegen der Stolpersteine vor dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus in Berlin. (Foto: Lengsfeld)

Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus beschäftigt uns auch 70 Jahre nach Kriegsende

Mit seinem Stolpersteinprojekt hat der Künstler Gunter Demnig ein dezentrales Denkmal geschaffen, das in Deutschland und darüber hinaus eine ungeheure Kraft entfaltet. Mittlerweile erinnern über 50.000 Stolpersteine an das Schicksal von deportierten Nachbarn an den Orten der letzten regulären Wohnorte.

Schon als Kommunalpolitiker in Berlin-Pankow hatte ich intensiv mit Stolpersteinen zu tun. Nun bin ich CDU-Abgeordneter für den Wahlkreis Berlin-Mitte und im Deutschen Bundestag nebenamtlich einer der Berichterstatter für Erinnerungspolitik für die AG Kultur und Medien. So war es für mich eine gute Aufgabe, als Kontaktperson unserer Fraktion die Verlegung von 10 Stolpersteinen am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus mit vorzubereiten. Angestoßen und koordiniert wurde die Aktion vom Verein Aktives Museum und der Historikerin Dr. Susanne Willems.

Steine erinnern an ehemalige jüdische Bewohner des Schiffbauerdamms 9

Am 9. Juni 2015 war es dann – nach mehrmonatigem Vorlauf – soweit: Gunter Demnig verlegte die zehn Stolpersteine aus Messing am Spreeufer vor dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Sie erinnern an ehemalige jüdische Bewohner der vormaligen Adresse Schiffbauerdamm 29. Diese wurden aus ihren Wohnungen vertrieben, als die Häuser den Plänen für die zum Glück nie realisierte Reichshauptstadt Germania der Nationalsozialisten weichen mussten. Im Unterschied zu den deutschen Bewohnern wurden die jüdischen Bewohner weder entschädigt noch weitervermittelt sondern de facto auf die Straße gesetzt. Die meisten von ihnen wurden letztlich deportiert und in Konzentrationslagern ermordet.

Abgeordnete übernehmen Stein-Patenschaften

Die Patenschaft für die Verlegung übernahmen Kolleginnen und Kollegen aus allen vier Fraktionen. Für die Union waren dies Gitta Connemann, Michael Kretschmer und ich. Bei der bewegenden Zeremonie hielten Bundestagspräsident Norbert Lammert, der Künstler Gunter Demnig sowie Susanne Willems kurze Ansprachen.

Stolpersteine gibt es mittlerweile in zahlreichen deutschen Städten und zunehmend auch im Ausland. Gunter Demnigs Idee geht dahin, die im Schulunterricht oder in historischen Darstellungen oft eher abstrakt vermittelten Informationen durch die Dokumentation des persönlichen Schicksals erfahrbar machen. Stolpersteine werden immer an der letzten ermittelten Adresse verlegt und wirken so direkt in die Nachbarschaft. Ich finde es sehr gut, dass jetzt auch im Parlamentsviertel 10 Stolpersteine an das Schicksal ehemaliger Bewohner erinnern.

 

Ein Kommentar zu »Stolpersteine vor dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus«

  1. Wulf H.Weyland schrieb:

    Werden auch Stolpersteine für diejenigen errichtet die an der ehemaligen ZONENGRENZE ermordet wurden??? Heute dürfen die „LINKEN“ was früher verboten war und heute…..????

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