Gesellschaftspolitik, Gesundheit, Pflege, Politik

Versorgung von Menschen mit Autismus weiterentwickeln

Ziel ist es, die Versorgung autistischer Menschen noch besser zu machen. (Bild: picture alliance/ ZB)

Fachgespräch mit Experten und Betroffenen macht schwierige Situation im Alltag deutlich

Autismus ist eine komplexe neurologische Entwicklungsstörung, die sich ganz unterschiedlich äußern kann. Häufig gehören zum Autismus-Spektrum Störungen der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung, die sich auf die Entwicklung der sozialen Interaktion, der Kommunikation und des Verhaltensrepertoires auswirken. Die Diagnose „Autismus“ bezeichnet ein ganzes Spektrum von Diagnosen, wie Frühkindlichen Autismus“, „Asperger-Syndrom“ oder „Atypischen Autismus“. Immer häufiger werden dazu noch leichtere Formen der einzelnen Störungsbilder diagnostiziert, weshalb man oft von einer „Autismus-Spektrum-Störung“ spricht. Die Diagnose ist sowohl für Betroffene, als auch für ihre Angehörigen nicht leicht, weil sie das ganze Leben beeinflusst.

Was kann im Umgang mit Autisten verbessert werden?

Um Betroffenen trotzdem optimal helfen zu können, haben Hubert Hüppe und ich in Berlin zu einem Expertengespräch zur Austismusversorgung eingeladen. Wir wollten wissen: Wo kann in der Begleitung autistischer Menschen noch nachgebessert werden? Was kann die Politik tun?

Ärzte qualifiziert aus- und weiterbilden, interdisziplinäre Beratungsstruktur aufbauen

Bei dem Austausch wurde deutlich, dass eine qualifizierte, solide Diagnostik für Therapien und die Förderung von Menschen mit Autismus von entscheidender Bedeutung ist. Außerdem muss die qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten weiter vorangetrieben werden, um die Diagnose ‚Autismus‘ zu verbessern.  Nach der Diagnose muss es in einem weiteren Schritt dann darum gehen, eine ganzheitliche, interdisziplinäre und lebensbegleitende Beratungsstruktur aufzubauen. Sie muss individuell auf jeden einzelnen Patienten abgestimmt sein.

80 Prozent der ‚Asperger‘-Patienten sind auf Hilfe angewiesen

Heute wird davon ausgegangen, dass rund 17 Prozent der Menschen mit Asperger-Syndrom selbstständig leben können. Das heißt umgekehrt: Rund 80 Prozent mit der Diagnose „Asperger“ sind auf fremde Hilfe angewiesen. Hier kann ein Netz bestehend aus Diagnostik- und Kompetenzzentren sowie Elterninitiativen Abhilfe schaffen. Durch diese Verknüpfung der medizinischen mit der sozial-gesellschaftlichen Versorgung werden den betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie ihren Angehörigen schnelle Hilfeleistungen ermöglicht.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist der richtige Ansatz

Aus dem Gespräch mit Betroffenen und Experten haben wir außerdem mitgenommen, dass eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit auf allen Ebenen der richtige Ansatz ist, um ausreichende Beratungs- und Unterstützungshilfen in jeder Lebensphase verfügbar zu machen. Und das entspricht auch unserem gesundheitspolitischen Verständnis als Union, denn wir setzen uns für eine umfassende und lebensbegleitende Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten mit Behinderungen ein.

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